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       # taz.de -- Russische Invasion in der Ukraine: Angriffe auf Energieversorgung
       
       > Erneut hat die russische Armee die Energieversorgung in der Ostukraine
       > bombardiert. Chinas Staatschef Xi Jinping trifft Macron und von der Leyen
       > in Paris.
       
   IMG Bild: Der ukrainische Präsident Selenskyi bei einem Truppenbesuch in der Region Sumy Ende März
       
       Berlin dpa/afp/taz | Bei einem russischen Drohnenangriff auf die
       nordostukrainische Region Sumy ist den Behörden zufolge die Stromversorgung
       vorübergehend unterbrochen worden. Sie sei aber in den betroffenen
       Siedlungen und Teilen der Regionalhauptstadt Sumy inzwischen
       wiederhergestellt, teilt die Militärverwaltung der Region auf Telegram mit.
       Zwölf von 13 Angriffsdrohnen seien in der Nacht durch die ukrainische
       Luftabwehr in der Region abgeschossen worden.
       
       Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf [1][die russische Grenzregion
       Belgorod] sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs sechs Menschen
       getötet worden. Überdies habe es bei dem Angriff nahe dem Dorf Beresowka
       unweit der Grenze zur Ukraine 35 Verletzte gegeben, erklärte
       Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow am Montag im Onlinedienst Telegram.
       Zwei der Verletzten seien Kinder, die „oberflächliche Verletzungen“
       erlitten hätten.
       
       „Zwei kleine Lastwagen (…) die Angestellte zu ihren Arbeitsplätzen
       transportierten, und ein Auto wurden von der ukrainischen Armee mit
       Kamikaze-Drohnen angegriffen“, gab Gladkow weiter an. Er veröffentlichte
       ein Foto vom hinteren Teil eines Busses mit zerstörten Fenstern und einem
       beschädigten Dach. Den Regionalbehörden zufolge gehörten die getroffenen
       Fahrzeuge zu einem örtlichen Fleischverarbeitungsbetrieb. Das für die
       Verfolgung besonders schwerwiegender Straftaten zuständige russische
       Ermittlungskomittee eröffnete eine Untersuchung des Vorfalls.
       
       ## China, Russland und die EU
       
       Auch in Paris spielt der Angriffskrieg Russlands eine Rolle. Es steht viel
       auf der Agenda, wenn Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an diesem Montag Chinas
       Staats- und Parteichef Xi Jinping treffen. Macron zufolge muss alles getan
       werden, [2][um China bei den großen globalen Fragen einzubinden.] Es sei im
       Interesse der Europäer, „zu erreichen, dass China sich für die Stabilität
       der internationalen Ordnung einsetzt“.
       
       Zwar geht es bei dem Treffen unter anderem um Wirtschaftsbeziehungen und
       Klimaschutz, konkret hofft der Élyséepalast aber vor allem, dass man China
       als einen der wichtigsten Partner Russlands bei dem Besuch dazu ermuntern
       kann, seine Hebel gegenüber Moskau zu nutzen, um zu einer Lösung des
       Konflikts beizutragen. Macron wolle auch die Sorge ansprechen, die man
       bezüglich einiger chinesischer Firmen habe, die sich an den russischen
       Kriegsanstrengungen beteiligen könnten, hieß es.
       
       Immer wieder werden Vorwürfe gegen chinesische Firmen laut, sogenannte
       Dual-Use-Güter – also Güter, die zu zivilen und auch militärischen Zwecken
       verwendet werden können – nach Russland zu liefern. Die USA etwa
       sanktionierten deshalb bereits chinesische Unternehmen.
       
       In einem Gastbeitrag in der französischen Zeitung Le Figaro schrieb Xi,
       China sei weder [3][Partei noch Beteiligter im russischen Angriffskrieg
       gegen die Ukraine]. Man hoffe, dass Frieden und Stabilität bald wieder
       Einkehr in Europa fänden und wolle gemeinsam mit Frankreich und der
       internationalen Gemeinschaft daran arbeiten, gute Wege zu finden, um die
       Krise zu lösen.
       
       Deutschland sitzt nicht mit am Pariser Beratungstisch, anders als bei Xis
       letztem Frankreich-Besuch 2019. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war
       kürzlich selbst in China und besprach sich zudem am Donnerstag vorab mit
       Macron bei einem privaten Abendessen in Paris. „Der Kanzler (Olaf) Scholz
       kann nicht da sein, aber wir haben uns bei unserem Treffen am vergangenen
       Donnerstag abgestimmt“, sagte Macron in einem Interview der Zeitungen La
       Provence und La Tribune Dimanche. Von der Leyen werde er noch vor dem
       gemeinsamen Gespräch mit Xi empfangen. Macron betonte: „Das ermöglicht es,
       die Europäer zu vereinen, uns als Kraft aufzustellen.“
       
       Kanzler Scholz reist am Montag nach Litauen und Lettland. In Litauen soll
       Scholz am Vormittag zunächst ein Gespräch mit Präsident Gitanas Nauseda auf
       dem Truppenübungsplatz Pabrade führen. Bei einem Truppenbesuch bei der in
       Litauen stationierten 10. Panzerdivision der Bundeswehr soll der Kanzler
       über die Nato-Übung „Quadriga 24“ informiert werden und mit Soldaten
       sprechen. Am Nachmittag soll Scholz nach Riga weiterfliegen, [4][wo er die
       lettische Ministerpräsidentin Evika Silina zu einem Zweiergespräch treffen
       soll.]
       
       6 May 2024
       
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