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       # taz.de -- Neuaufstellung der CDU: Konservative Basisdemokratie
       
       > Die CDU-Mitglieder wählen ihren nächsten Chef. Eine Frau wird es kaum
       > werden. Die Partei braucht eine Modernisierung und mehr Junge vorn.
       
   IMG Bild: Über die Nachfolge von Armin Laschet als CDU-Chef wollen die Mitglieder entscheiden
       
       Es kam, wie abzusehen war: Die CDU wird ihre [1][Mitglieder über den
       künftigen Vorsitzenden] abstimmen lassen. Das ist die richtige
       Entscheidung, aber anders ging es auch nicht. Zu groß ist der Unmut der
       Basis über die letzten Personalentscheidungen der Parteigremien – besonders
       über die Wahl von Armim Laschet zum Kanzlerkandiaten, die wohl in der
       Opposition enden wird.
       
       Fraglich aber ist, ob das für die CDU moderne Instrument der
       Mitgliederbefragung auch dazu führt, dass sich die Partei an der Spitze
       modern aufstellen wird. Genau das aber ist dringend notwendig. Das
       [2][durchschnittliche CDU-Mitglied ist ein 61 Jahre] alter Mann, der
       deutlich konservativer ist als die Funktionär:innen der Partei, vor
       allem aber als ihre Wähler:innen.
       
       Will die CDU Volkspartei bleiben und Wähler:innen jenseits des
       Kernklientels zurückgewinnen, die sie ja vor allem in der Mitte verloren
       hat, muss sie jünger und weiblicher werden und mehr Menschen aus Familien
       mit Einwanderungsgeschichte für sich gewinnen. Und sie muss vor allem deren
       Erfahrungen miteinbeziehen, wenn sie sich bei ihrer Neuaufstellung auf die
       Suche nach konservativen Antworten auf die Fragen der modernen Gesellschaft
       macht.
       
       Doch man muss daran zweifeln, dass die Basis einen Kandidaten oder gar eine
       Kandidatin bestimmt, der oder die dies wirklich verstanden hat und sich
       beherzt an die Modernisierung der CDU macht. Im Gegenteil. Viel spricht
       dafür, dass nach dieser Entscheidung nun [3][Friedrich Merz] noch einmal
       antritt, der auf Parteitagen schon zweimal, aber jeweils nur knapp, in
       Kampfkandidaturen unterlag. Und wenn er das tut, dürfte er als Favorit ins
       Rennen gehen.
       
       Warum ausgerechnet ein Mann, der vor 20 Jahren Fraktionsvorsitzender war,
       der richtige sein soll, um die CDU in die Zukunft zu führen, hat noch
       niemand überzeugend beantwortet, am wenigsten Merz selbst. Von der Quote,
       für die die Frauen-Union kämpft, hält er nichts; seine Reden, von denen
       meist großes erwartet wird, wirken oft wie aus der Zeit gefallen, zuletzt
       beim Deutschlandtag der Jungen Union.
       
       Immerhin hat deren Vorsitzender, lange erklärter Merz-Fan, angedeutet, dass
       dieser wohl nicht der richtige Parteichef für die Zukunft ist. Doch der
       Einfluss der Jungen in der CDU ist eben ebenso beschränkt wie der der
       [4][Frauen]. Die CDU hat gerade die Möglichkeit, sich neu aufzustellen,
       auch Dinge zu wagen, die zu Regierungszeiten nur schwer möglich sind. Oder
       sie kann sich an eine Lösung klammern, die heute schon von gestern ist. Die
       Chance zum Generationenwechsel sollte sie besser nicht verpassen.
       
       31 Oct 2021
       
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