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       # taz.de -- Europäischer Schutz vor Bankenkrise: Bankenaufsicht nur mittelmäßig
       
       > Der Europäische Rechnungshof deckt Mängel bei der EZB auf. Die gibt nicht
       > alle Dokumente heraus. Ein Crash wie 2008 könnte sich wiederholen.
       
   IMG Bild: Die EZB hält sich bedeckt, bei Dokumenten und Rechenschaftsberichten
       
       Brüssel taz | Die Eurozone ist besser auf eine Bankenkrise vorbereitet als
       beim großen Crash 2008 – doch krisenfest ist sie noch lange nicht. Zu
       diesem Schluss kommt der Europäische Rechnungshof in einem Gutachten über
       die neue Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB).
       
       Vor allem fehlten objektive Kriterien darüber, wann eine Bank sich in einer
       Krise befindet, erklärten die Rechnungsprüfer. Die EZB habe sich zudem
       geweigert, einige vom Rechnungshof angeforderte Dokumente und Unterlagen
       herauszugeben. Dadurch sei es nicht möglich gewesen, die Effizienz des
       Krisenmanagements umfassend einzuschätzen. Die Haltung der EZB, keine
       Rechenschaft über ihre internen Entscheidungsprozesse abzulegen, sei „nicht
       zufriedenstellend“, kritisierte Rechnungsprüfer Kevin Cardiff.
       
       Die Bankenaufsicht ist Teil der nach der Finanz- und Eurokrise gegründeten
       Bankenunion. Die EZB soll mehr als 100 systemrelevante Großbanken
       überwachen. Dazu zählt auch die Deutsche Bank, die wegen des
       Investmentbankings vom IWF als das weltweit gefährlichste Geldinstitut
       eingestuft worden war.
       
       Wie es derzeit um die „Deutsche“ und andere krisengeplagte Institute wie
       die 2017 notverkaufte spanische Banco Popular steht, konnten die
       Rechnungsprüfer nicht sagen. Im Mittelpunkt hätten nicht die Banken,
       sondern die Aufsicht und deren Strukturen gestanden.
       
       ## Die Kommunikation ist ein Problem
       
       Dort habe sich im Vergleich zu 2008 manches verbessert, betonte Cardiff. So
       habe es damals weder eine gemeinsame Aufsicht noch Regeln zur Abwicklung
       von Pleitebanken gegeben. Aufsicht und Kontrolle lagen in nationaler
       Verantwortung – was die Krise in Europa verschärfte. Ob die Eurozone einen
       Crash heute besser als vor zehn Jahren überstehen würde, lasse sich aber
       nicht sagen, so Cardiff. „Das können wir erst wissen, wenn eine Krise
       kommt.“ Auf jeden Fall gebe es immer noch ein Problem mit der Kommunikation
       der Banken und ihrer Aufseher – dabei komme es darauf in einer Notlage
       besonders an.
       
       Die Rechnungsprüfer hatten der EZB schon im Zuge der Aufarbeitung der
       Griechenland-Krise mangelnde Transparenz vorgeworfen. Die Zentralbank habe
       den Prüfauftrag des Rechnungshofs infrage gestellt und keine Auskünfte
       erteilt, hieß es. Immerhin hat die EZB nun zugesagt, sechs der acht
       Empfehlungen der Rechnungsprüfer umzusetzen. So will sie versuchen, die
       Warnsignale für Bankenkrisen früher zu erkennen und schneller zu reagieren.
       
       16 Jan 2018
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Eric Bonse
       
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