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       # taz.de -- Coronaregeln an Schulen: Maske ab, Maske auf
       
       > Eigentlich sollte die Maskenpflicht im Unterricht nur vorübergehend sein.
       > Nun halten einige Länder an ihr fest – aber nicht alle.
       
   IMG Bild: Bleiben in vielen Schulen nun doch im Einsatz: Mundschutzmasken
       
       Berlin taz | Zum Start in das neue Schuljahr versicherten die
       Kultusminister:innen, die Maskenpflicht im Unterricht sei eine
       vorübergehende Sicherheitsmaßnahme aufgrund der Reiserückkehrer:innen. Sie
       werde hoffentlich nur für ein paar Wochen nötig sein, möglicherweise bis zu
       den Herbstferien. Spätestens dann sollten Schüler:innen aber wieder ohne
       Maske über Mund und Nase lernen dürfen – wenn es das Infektionsgeschehen
       zulässt.
       
       Nun sind bereits 7 der 16 Bundesländer aus den Herbstferien zurückgekehrt –
       [1][von dem Versprechen auf Normalität] ist aber nicht überall mehr die
       Rede. Denn ob die in Aussicht gestellten Erleichterungen bei den aktuell
       erneut stark steigenden Infektionszahlen angezeigt sind, wird in vielen
       Ministerien mittlerweile bezweifelt.
       
       Ende vergangener Woche meldete das Robert Koch-Institut (RKI) einen neuen
       Höchstwert beim Infektionsgeschehen der 5- bis 14-Jährigen. In der
       Altersstufe lag die 7-Tage-Inzidenz erstmals bei über 270. Eine Woche zuvor
       hatte sie noch bei 193 gelegen. Auch bei den 15- bis 19-Jährigen stieg die
       Inzidenz auf 174 – obwohl die Impfquote bei den 12- bis 17-Jährigen
       bundesweit mittlerweile bei über 41 Prozent liegt und die Ausbreitung des
       Virus in der Altersgruppe bereits bremsen dürfte.
       
       Trotz der eindeutigen Entwicklung reagieren die Bundesländer sehr
       unterschiedlich auf die steigenden Zahlen. So führt Bayern, wo in mehreren
       Kreisen die Inzidenz bei den 5- bis 14-Jährigen aktuell [2][sogar bei über
       1.000] liegt, die bereits ausgelaufene Maskenpflicht im Unterricht nach den
       Herbstferien wieder ein.
       
       ## Länder uneins bei der Maskenpflicht
       
       In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein hingegen müssen
       Schüler:innen ab dieser Woche die Maske nur noch außerhalb des
       Klassenzimmers tragen. Eine Entscheidung, die nicht nur bei Opposition,
       Schüler:innen und Lehrkräften auf Kritik stößt. So sagte der Präsident
       der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, im
       Kölner Stadt-Anzeiger: „Wenn dann im Winter doch wieder ganze Klassen in
       Quarantäne müssen oder gar Schulen schließen, haben wir etwas ganz
       Gravierendes falsch gemacht.“
       
       Andere Länder üben sich in Zurückhaltung. Berlin etwa hat die bereits
       angekündigten [3][Erleichterungen für ältere Schüler:innen] wieder
       zurückgenommen. Andere Länder wie Sachsen oder Niedersachsen schieben das
       Ende der Maskenpflicht für bestimmte Schüler:innen durch eine
       „Schutzwoche“ nach hinten.
       
       Und selbst in Thüringen, das als einziges Bundesland bisher auch auf die
       Testpflicht an Schulen verzichtet hatte, konnte sich die rot-rot-grüne
       Landesregierung auf leicht strengere Regeln einigen. Der Kompromiss: Ab dem
       8. November müssen Thüringer Schüler:innen wieder Maske im Klassenzimmer
       tragen – eine neuerliche Testpflicht, wie sie die SPD wollte, wird es aber
       nicht geben.
       
       Von bundesweit einheitlichen Coronaschutzmaßnahmen an Schulen, die Eltern-,
       Schüler- oder Lehrerverbände zuletzt bei den [4][Quarantäneregeln]
       gefordert hatten, sind die Länder auch dieses Mal weit entfernt. Nur ein
       Beispiel: Während NRWs Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bei der
       Inzidenz von aktuell 109 die Zeit reif sieht, alle Schüler:innen von der
       Maske am Platz zu befreien, kann sich das ihr SPD-Amtskollege Grant Hendrik
       Tonne aus Niedersachsen bei einer deutlich niedrigeren Inzidenz (aktuell
       rund 78) nur für Grundschüler:innen vorstellen.
       
       ## Lockern ja, nur wann?
       
       Trotz dieser Unterschiede sieht die Präsidentin der Kultusministerkonferenz
       Britta Ernst (SPD) alle Länder „in einem Korridor der Lockerungsschritte“.
       Aktuell seien Maskenpflicht und Tests an Schulen aus ihrer Sicht weiterhin
       notwendig. „Die Entscheidung ist nicht, jetzt von einem Tag auf den anderen
       alle Schutzkonzepte fallen zu lassen“, sagte Ernst beim jüngsten
       KMK-Treffen in Potsdam.
       
       Sie hoffe aber darauf, „spätestens irgendwann im nächsten Jahr“ auf die
       Maßnahmen verzichten zu können. Fortsetzung folgt.
       
       1 Nov 2021
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Schulbetrieb-nach-den-Ferien/!5784570
   DIR [2] https://semohr.github.io/risikogebiete_deutschland/
   DIR [3] /Corona-an-Berliner-Schulen/!5806483
   DIR [4] /Quarantaeneregelungen-fuer-Schulen/!5795501
       
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