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       # taz.de -- Corona-Testpflicht an Berlins Schulen: Etwas mehr Sicherheit
       
       > Der Interessenverband Berliner Schulleiter*innen begrüßt die
       > Testpflicht für alle Schüler*innen. Andere Rektor*innen äußern
       > indes Kritik.
       
   IMG Bild: Nicht schön, aber einigermaßen sicher: Corona-Selbsttest, hier in der Anwendung
       
       Berlin taz | Die vom Senat beschlossene Corona-Testpflicht vor Ort für alle
       Schüler*innen, die am Unterricht teilnehmen wollen, wird von
       Schulleiter*innen begrüßt. „Das bietet einen besseren Schutz, auch für
       die Lehrer*innen“, sagte die Vorsitzende des Interessenverbands Berliner
       Schulleitungen, Astrid-Sabine Busse, am Freitag der taz. Zu Hause testen
       lassen, wie es bisher geplant war, „bringt keine Sicherheit“.
       
       Der Senat hatte am Donnerstag entschieden, trotz hoher Coronazahlen ab
       Montag [1][den Wechselunterricht fortzusetzen]. Dabei werden die Stufen 1
       bis 6 und 10 bis 13 in halbierter Stärke in der Schule unterrichtet. Die
       Klassen 7 bis 9, die seit Mitte Dezember keinen Präsenzunterricht mehr
       erhalten haben, sollen am 19. April zurückkehren – wenn das
       Infektionsgeschehen dies zulasse, so die Bildungsverwaltung in einer
       Mitteilung. Am Montag, 12. April, beginnt nach den Osterferien wieder die
       Unterrichtszeit.
       
       Zudem gilt ab 19. April eine Testpflicht. Bisher war vorgesehen, dass die
       an die Schüler*innen verteilten Selbsttests – wegen ihres Einsatzes im
       vorderen Bereich der Nase auch „Nasenbohrertests“ genannt – zwei Mal pro
       Woche zu Hause eingesetzt werden sollten. Künftig muss das in der Klasse
       passieren: „Bei offenem Fenster, mit Abstand“, wie Busse erklärt. Sie
       glaubt sogar, dass es in der Gruppe besser klappt als zu Hause. „Ich werde
       die Kinder bitten, einen kleinen Taschenspiegel mitzubringen, damit sie
       sehen, was sie tun.“
       
       Sorgen vor einer Stigmatisierung zerstreut die Schulleiterin der
       Grundschule in der Köllnischen Heide in Neukölln. „Wird jemand positiv
       getestet, muss man als Lehrer*in damit pädagogisch umgehen.“ Das Kind
       müsse dann abgeholt werden. Sie hofft aber, dass es sich um „Einzelfälle
       handeln wird“.
       
       Unklar ist bisher, wie die Schulen mit Testverweiger*innen umgehen
       sollen und welche Sanktionen drohen. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen
       werden gerade erst finalisiert“, hieß es dazu aus der Bildungsverwaltung.
       Sicher ist jedoch: Die Präsenzpflicht bleibt aufgehoben, keine Schüler*in
       muss also in die Schule.
       
       Die Berliner Vereinigung der Oberstudiendirektoren kritisiert hingegen,
       dass die Schnelltests nun in der Schule stattfinden sollen. „Schülerinnen
       und Schüler müssen nicht in die Schule geholt werden, um einen Schnelltest
       vor Ort durchzuführen, sondern um hier geschützt zu lernen. Jeder Test zu
       Hause verhindert, dass ein positiv getestetes Kind überhaupt die Schule von
       innen sieht“, sagt der Vorsitzende der Vereinigung, Ralf Treptow, laut
       einer Mitteilung.
       
       Man könne von Kinder und Jugendlichen und deren Eltern erwarten, dass sie
       die „von der Gesellschaft kostenlos zur Verfügung gestellten Schnelltests
       einsetzen und sich selbst auf das Virus kontrollieren“, so Treptow, der
       Schulleiter des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in Pankow ist. Den im Falle eines
       negativen Tests folgenden Besuch der Schule hätte man dauerhaft
       übereidesstattliche Erklärungen der Eltern regeln können. „Wer eine solche
       nicht mitbringt, den kann man immer noch notfalls in der Schule testen oder
       wieder nach Hause schicken.“
       
       In einer anderen Hinsicht plädiert Astrid-Sabine Busse für mehr Vorsicht:
       Angesichts der am Freitag [2][vom Robert Koch-Institut veröffentlichten
       hohen Coronazahlen] hätte sie eine Aussetzung des Wechselunterrichts in der
       ersten Woche nach den Ferien vorgezogen. Schließlich seien die Selbsttests
       erst kurz vor Beginn der Osterferien Ende März an die Schulen ausgeliefert
       worden; die Zeit für die Schulen, die neuen Abläufe zu organisieren, sei
       kurz.
       
       Und der Aspekt der Sicherheit gerade für Lehrer*innen sei nicht zu
       unterschätzen, so Busse. Schließlich seien die meisten bisher noch nicht
       geimpft, vor allem, weil der dafür vorgesehene Stoff Astrazeneca dafür
       nicht mehr zur Verfügung stehe.
       
       9 Apr 2021
       
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