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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Schwere russische Angriffe auf Energie-Infrastruktur der Ukraine
       
       > In der Nacht zu Samstag beschoss Russland die Ukraine mit 458 Drohnen und
       > 45 Raketen. Am Sonntag fällt deshalb in vielen Regionen der Strom aus.
       
   IMG Bild: Nach Stromausfällen durch russische Luftangriffe können Ukrainer an speziellen Versorgungspunkten ihre Telefone aufladen
       
       ## Massive Angriffe: Ukrainische Energieversorger warnen vor großflächigen
       Stromausfällen
       
       Die staatlichen Energieversorger in der Ukraine haben nach den erneuten
       massiven russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes
       großflächige Stromausfälle angekündigt. Am Sonntag werde es in den meisten
       Regionen des Landes zwischen acht und 16 Stunden keinen Strom geben,
       erklärte der Stromanbieter Ukrenergo. Der Energieversorger Centerenergo
       sprach von den „schwersten Angriffen auf die Heizkraftwerke“ seit
       Kriegsbeginn. Dadurch sei die Fähigkeit zur Stromherstellung „auf null
       gesunken“, hieß es weiter.
       
       Energieministerin Switlana Grintschuk sagte dem Sender United News, die
       Nacht auf Samstag sei in Bezug auf die Angriffe auf die
       Energieinfrastruktur eine der schlimmsten seit Beginn der russischen
       Invasion im Februar 2022 gewesen. Durch die Angriffe kam es in vielen
       Städten zu Strom- und Heizungsausfällen sowie Problemem mit der
       Wasserversorgung. In den Städten Dnipro und Charkiw wurden mindestens vier
       Menschen getötet.
       
       Dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha zufolge griff Russland zudem
       zwei Umspannwerke für Atomkraftwerke in der Westukraine mit Drohnen an. Die
       Umspannwerke würden die AKW in Chmelnjtskji und Riwne versorgen. Russland
       gefährde absichtlich die nukleare Sicherheit in Europa, erklärte Sybija am
       Samstagabend im Onlinedienst Telegram und forderte eine Krisensitzung des
       Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).
       
       Insgesamt setzte die russische Armee bei ihrer Angriffswelle in der Nacht
       zum Samstag nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe 458 Drohnen und 45
       Raketen ein. 406 Drohnen und neun Raketen seien abgefangen worden, hieß es.
       Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es seien „Unternehmen des
       ukrainischen militärisch-industriellen Komplexes sowie Gas- und
       Energieanlagen, die deren Betrieb unterstützen“, attackiert worden.
       
       In den vergangenen Monaten [1][hat Russland seine Angriffe auf die
       Energieinfrastruktur in der Ukraine verstärkt]. Fachleute gehen davon aus,
       dass in den bevorstehenden Wintermonaten landesweit zahlreiche
       Heizungsausfälle drohen. (afp)
       
       ## Stromausfall nach ukrainischem Angriff auf russische Stadt Woronesch
       
       Nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Woronesch im Südwesten
       Russlands ist nach Angaben des Gouverneurs der gleichnamigen Oblast
       zeitweise die Versorgung mit Strom und Wärme ausgefallen. Verletzte gebe es
       nicht, teilt Gouverneur Alexander Gussew auf Telegram mit. Mehrere Drohnen
       seien durch elektronische Kampfführungssysteme abgewehrt worden. In der
       Folge sei es zu einem Brand in einer Versorgungseinrichtung gekommen, der
       jedoch schnell gelöscht worden sei.
       
       Die russische Luftabwehr zerstört über Nacht 44 ukrainische Drohnen,
       berichtet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das russische
       Verteidigungsministerium. (rtr)
       
       ## Auto mit Journalisten in der Ukraine mit Drohne angegriffen
       
       Ein Auto mit einem Journalisten aus Österreich und einer Kollegin aus
       Spanien ist nahe der Front in der Ostukraine von einer Drohne angegriffen
       worden. Im Auto saß unter anderem der Korrespondent des Österreichischen
       Rundfunks (ORF), Christian Wehrschütz. „Der Angriff ging offensichtlich
       glimpflich aus“, berichtete der ORF. Wehrschütz filmte mit der Handykamera
       und postete das Video später auf Instagram.
       
       Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben des ORF heute in der Region
       Donezk. Der Korrespondent und die spanische Kollegin seien mit der
       Hilfsorganisation Proliska auf dem Weg in die Stadt Kostjantyniwka gewesen.
       
       In dem Video ist zu sehen, wie die Insassen das Fahrzeug fluchtartig
       verlassen, dann ist eine Detonation zu hören. Danach sind eine abgerissene
       Stoßstange und brennende Trümmerteile sowie Rauch zu sehen. (dpa)
       
       ## Lawrow: zu Treffen mit US-Außenminister Rubio bereit
       
       Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigt sich zu einem Treffen mit
       seinem US-Amtskollegen Marco Rubio bereit. Allerdings müssten Russlands
       Interessen berücksichtigt werden, damit es Frieden in der Ukraine geben
       könne, sagt er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA.
       „Außenminister Marco Rubio und ich verstehen die Notwendigkeit regelmäßiger
       Kommunikation“, erklärt Lawrow. „Es ist wichtig für die Erörterung der
       Ukraine-Frage und die [2][Förderung der bilateralen Agenda]. Deshalb
       kommunizieren wir telefonisch und sind bereit, bei Bedarf persönliche
       Treffen abzuhalten.“ (rtr)
       
       9 Nov 2025
       
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