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       # taz.de -- Demos in Berlin und Völklingen: Stahlindustrie in der Krise
       
       > Tausende Arbeiter*innen demonstrierten am Freitag für die Zukunft ihrer
       > Industrie. Die IG Metall fordert Verlässlichkeit beim Wechsel zu grünem
       > Stahl.
       
   IMG Bild: Stahlarbeiter demonstrieren in Berlin am 12.06.2026
       
       „Stahl hat Zukunft“: Das skandierten am Freitag Stahlarbeitende im Berliner
       Regierungsviertel. Nach Angaben der IG Metall, die zu der Demo aufgerufen
       hatte, beteiligten sich rund 1.700 Beschäftigte aus mehr als 40 Betrieben.
       [1][Im saarländischen Völklingen], einem wichtigen Standort der
       Stahlindustrie, versammelten sich gleichzeitig insgesamt 8.500 Menschen,
       wie die Polizei mitteilte.
       
       Sie sehen die Stahlindustrie in der Krise – unter anderem, weil der Weg der
       Branche zur Klimaneutralität bisher unklar bleibe. „Wir wollen grünen Stahl
       produzieren, unsere Stahlwerke werden, soweit es geht, klimaneutral. Doch
       die Politik muss konsequent die Möglichkeit dafür schaffen“, [2][sagte
       Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzende der Industriegewerkschaft.]
       
       [3][Nach einem Stahlgipfel im vergangenen Herbst] hatte der Bund den Umbau
       von klimaschädlichen Hochöfen zu neuen, klimafreundlichen Anlagen mit
       mehreren Milliarden Euro gefördert. Außerdem hat die Bundesregierung einen
       Industriestrompreis für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie
       auf den Weg gebracht. Doch der IG Metall fehlt die Verlässlichkeit bei der
       Transformation hin zu grünem Stahl.
       
       Ein Problem ist laut Kerner, dass der Absatzmarkt für grünen Stahl nicht
       ausreicht. Dagegen könne beispielsweise eine Pflicht für große Unternehmen
       helfen, solchen einzusetzen. Und auch den Industriestrompreis sieht der
       Gewerkschafter kritisch, da er zeitlich befristet ist, unter
       Finanzierungsvorbehalt steht und nur „homöopathisch“ gegen teure Energie
       wirke.
       
       Kerner warnte außerdem davor, den Europäischen Emissionshandel, der im Juli
       auf EU-Ebene reformiert werden soll, infrage zu stellen. Dies treibe
       „zehntausende Arbeitsplätze ins Risiko“. Zugleich brauche es Unterstützung
       für Unternehmen, die die Investitionen in die klimafreundliche Produktion
       nicht allein stemmen könnten.
       
       ## Forderungen aus der Politik
       
       Auch Politiker*innen waren auf der Berliner Demo vertreten. Ines
       Schwerdtner, Parteichefin der Linken, nannte die Stahlindustrie
       „systemrelevant“. Die Krise der Branche hätten nicht die Beschäftigten
       verursacht. Sie forderte mehr Unterstützung für den Umbau zu einer
       klimafreundlichen Produktion.
       
       Auch Grünen-Parteichef Felix Banaszak stellte sich auf die Seite der
       Demonstrierenden: „Wir stehen für die gleiche Zukunft“. Ob Klimabewegung
       oder Stahlindustrie, es müsse gemeinsam gekämpft werden. Deutschland sei
       auf eine wettbewerbs- und zukunftsfähige Stahlindustrie angewiesen.
       
       12 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.tagesschau.de/inland/regional/saarland/sr-bis-zu-10-000-stahlarbeiter-demonstrieren-heute-in-voelklingen-100.html
   DIR [2] https://www.igmetall.de/presse/pressemitteilungen/stahl-hat-zukunft-kundgebung-berlin
   DIR [3] /Stahlgipfel-im-Kanzleramt/!6127179
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Charlotte Gabel
       
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