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       # taz.de -- Kyiv Biennial im KW Berlin: Über Umwege zur „Nakba“
       
       > Die Kyiv Biennial in Berlin hantiert mit dem Begriff des
       > „Middle-East-Europe“. Das geht nicht immer auf.
       
   IMG Bild: Graffiti vor der Meir-Twaig-Synagoge im einst jüdischen Viertel in Bagdad 2021
       
       Es ist schon einiges gewonnen, sofern sich die Kunst an ihren eigenen
       Kunstsprachen misst und nicht an zugewiesenen Politparolen.
       
       Insofern ist die jetzt im KW Institute for Contemporary Art in Berlin
       eröffnete Kyiv Biennial (Titel „A Bird That Cannot Land“) eine ästhetisch
       eher überraschende Schau, wie eine Pressebegehung mit Kuratorin Sofie Krogh
       Christensen zeigt. Sie scheint im Künstlerischen vielfältig und durchdacht.
       
       So finden sich dort auch prominente Positionen wie von Hito Steyerl – eine
       raumgreifende Installation aus Metallröhren, Sound und Video in
       Zusammenarbeit mit Philipp Goll und Oleksy Radynski –, die Russlands
       Extraktivismus und Kolonialismus abstrahierend bearbeitet. Es ist das
       künstlerische Echo auf Nord Stream 2, den fossilen deutschen Opportunismus
       und rücksichtslosen, kolonialen russischen Imperialismus. (Ausführliche
       Besprechung auf taz.de, siehe Link unten)
       
       Die Kyiv Biennial versteht sich laut Selbstbeschreibung als ein
       „nomadisches Projekt“. Und sie formuliert im KW in Berlin Mitte den
       Anspruch, Künstler:innen aus dem „postsowjetischen Osteuropa mit
       Zentral- und Südwestasien sowie dem Mittelmeerraum zu verknüpfen“.
       
       ## „Gelebte Erfahrungen“
       
       Dabei prägt sie in Analogie zum Begriff des Mittleren Ostens den eines
       „Middle-East-Europe“. Die räumlich verbindende Frage sei, so der
       programmatische Begleittext, „wie wir in Zeiten von Kriegen, Unsicherheit
       und Entfremdung Bedeutung schaffen und Zugehörigkeit erfahren können“.
       
       „Die gezeigten Arbeiten“ spiegelten „gelebte Erfahrungen“ wider, „von
       Brüchen, Migrationserinnerungen, deren affektiven Architekturen und den
       historischen Spuren, die sowohl in Körpern als auch in den Räumen
       fortbestehen, die wir bewohnen“. Das klingt nun jedoch seltsam und nach
       Eins-zu-eins-Ableitung.
       
       Die Diktion steht in auffälligem Kontrast zu Offenheit und ästhetischer
       Abstraktion vieler künstlerischer Positionen.
       
       ## Behauptung und Kontext
       
       Ähnlich bei Samia Halaby. Ihre leuchtenden, digital erzeugten kinetischen
       Abstraktionen erwecken Aufmerksamkeit. Doch der Erläuterungstext zur Arbeit
       stellt die Kunst unvermittelt in den Kontext einer unreflektierten
       „Nakba“-Behauptung.
       
       Kuratorin Krogh Christensen hebt diese bei der Begehung zudem noch hervor.
       Und versäumt zu ergänzen, dass es arabische Staaten waren, [1][die den
       UN-Teilungsplan nicht akzeptierten] und 1948 Israel angriffen.
       
       „Nakba“ bezeichnet in diesem Zusammenhang als „Katastrophe“ die
       militärische Niederlage der Aggressoren und das Überleben von Juden und
       Israel. Solches zu unterschlagen, kann dem Anspruch einer Kyiv Biennial in
       Berlin nicht genügen.
       
       12 Jun 2026
       
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   DIR Andreas Fanizadeh
       
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