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       # taz.de -- US-Angriffskrieg im Iran: Trumps planloser Irankrieg könnte ihn teuer zu stehen kommen
       
       > Der US-Präsident steht vor einem Scherbenhaufen: Die Wirtschaft leidet,
       > das Mullah-Regime bleibt gestärkt an der Macht und Trump verliert
       > Popularität.
       
   IMG Bild: Donald Trump spricht über den Irankrieg, 1. April, Washington
       
       Die US-Regierung um Präsident Donald Trump will den seit mehr als einem
       Monat anhaltenden [1][Krieg im Iran] zu einem schnellen Ende bringen. Das
       war die entscheidende Erkenntnis aus Trumps Ansprache an das amerikanische
       Volk am 1. April. Nachdem sich die Rechtfertigungen und Zielvorgaben aus
       dem Weißen Haus in den vergangenen Wochen immer wieder verändert hatten,
       hofften die US-Bevölkerung und auch der Rest der Welt auf ein wenig
       Klarheit. [2][Diese Hoffnung wurde allerdings gründlich enttäuscht.]
       
       Internationale Beobachter:innen und auch US-Wähler:innen dürften sich
       wundern, wie die US-Regierung den Krieg in der aktuellen Phase beenden
       kann. Die unterschiedlichen Zielvorgaben aus dem Weißen Haus lassen große
       Zweifel aufkommen. Welche Kriterien der US-Präsident heranzieht, um seine
       Entscheidungen zu treffen, ist zudem unbekannt.
       
       Was dessen Rede verdeutlichte, ist, dass die US-Regierung aktuell ziellos
       im Iran Krieg führt. War es Fehlkalkulation des US-Militärs? Hatte man in
       Washington geglaubt, dass die Menschen im Iran das Mullah-Regime stürzten,
       wenn sie durch US-Luftangriffe unterstützen würden? Und was ist mit der
       [3][Straße von Hormus]? War die nahezu vollständige Schließung der so
       wichtigen Meeresenge durch den Iran nicht vorhersehbar?
       
       Es sind Fragen, die die US-Regierung, wenn überhaupt, bislang nur
       bruchstückhaft beantworten konnte. [4][Diese Unklarheiten und vielen
       Widersprüche] haben die globalen Märkte verunsichert und in den vergangenen
       Wochen die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben. Dies wirkt sich
       auch auf die wirtschaftliche Situation in den USA aus – trotz Trumps
       Behauptungen, dass die Schließung der Straße von Hormus die USA nicht
       großartig betreffen würde. Benzinpreise sind seit Kriegsbeginn in den USA
       um mehr als 30 Prozent angestiegen.
       
       ## Der Krieg ist unbeliebt
       
       Selbst Trump dürfte mittlerweile klar sein, dass der Krieg im Iran in der
       US-Bevölkerung immer unbeliebter wird. Zudem deuten Medienberichte an, dass
       die Berater des Präsidenten die Situation gerne besser darstellen, als sie
       wirklich ist. In einem wichtigen Wahljahr wie diesem könnte das die
       Republikaner teuer zu stehen kommen. Auf seine treusten Wähler kann sich
       der 79-jährige Republikaner jedoch verlassen. Wie das Zusammentreffen der
       rechtskonservativen Szene bei CPAC in Dallas vergangene Woche zeigte, steht
       die überwältigende Mehrheit der MAGA-Bewegung hinter dem Präsidenten.
       
       Die widersprüchlichen Aussagen aus dem Weißen Haus bezüglichen der
       aktuellen Kriegssituation gehen derweil weiter. Trump sprach in seiner Rede
       davon, dass die USA kurz davorstehen würden, ihre militärischen Ziele zu
       erreichen. Gleichzeitig hat die US-Regierung jedoch Tausende Soldaten in
       die Region entsandt.
       
       Die US-Regierung will derweil auch weiter mit der neuen iranischen Führung
       verhandeln. Etwas, das man in Teheran abstreitet. Falls diese Verhandlung
       zu keinem Ergebnis führen sollten, will Trump seine Drohung wahr machen und
       die Energieinfrastruktur im Iran angreifen. Brücken und Kraftwerke seien
       als Nächstes dran, erklärte der Präsident in einem Post auf Truth Social.
       „Unser Militär – das (bei Weitem!) größte und mächtigste der ganzen Welt –
       hat noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch
       übrig ist“, schrieb er.
       
       Dass ein Angriff auf die zivile Energieversorgung im Land ein
       Kriegsverbrechen wäre, ist dabei nur eine Randnotiz. Wenn man sich Trumps
       Aussagen während der vergangenen Wochen ansieht, dann wirkt es so, als
       würden vor allem die Aktienkurse sowie die weltweiten Ölpreise das Handeln
       des Präsidenten beeinflussen. Berichte, dass eine Bodenoffensive geplant
       sei, um die für den Iran so wichtigen Ölexportanlagen auf Kharg Island zu
       übernehmen, erscheinen daher nicht abwegig.
       
       Wenn sich die Situation im Iran nicht bald maßgeblich verändert, muss die
       Frage gestellt werden, was die USA mit diesem Krieg erreicht haben. Teile
       des Mullahregimes sind immer noch an der Macht. Der Iran verfügt immer noch
       über hochangereichertes Uran, und viele internationale Lieferketten sind
       aufgrund der Sperrung in der Straße von Hormus zum Erliegen gekommen.
       Experten glauben noch dazu, dass die Gefahr, die von Iran ausgeht,
       keineswegs ausgeschaltet sei. Vielmehr hätte der Krieg das Regime gestärkt.
       
       3 Apr 2026
       
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