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       # taz.de -- ARD-Doku „Sandmännchen forever“: Das nette Kerlchen hält die Klappe
       
       > In Ost wie West waren sie vielen Kindern ein geliebtes Ritual.
       > „Sandmännchen forever“ zeigt die Unterschiede zweier TV-Legenden jenseits
       > der Rasur.
       
   IMG Bild: Acht Tage älter, als das aus dem Westen und immer noch im Dienst: Das Ost-Sandmännchen bei der Arbeit im Winter 2024
       
       Ich bin an der innerdeutschen Grenze aufgewachsen, mit den beiden
       terrestrischen Ost- und den drei Westsendern. Und mit zwei Sandmännchen.
       Wobei das sozialistische mir damals viel besser gefiel.
       
       Der Westsandmann (mit Vollbart) wurde im März 1989 eingestellt. [1][Der
       Ost-Kollege (mit Spitzbart) ist dagegen immer noch auf Sendung]. Seit nun
       schon über 66 Jahren. „Sandmännchen forever … Karriere einer Kultfigur“ ist
       deshalb die gut gemachte Dokumentation ganz richtig betitelt.
       
       Darin kommen viele Experten zu Wort, allen voran Kinder. Für die ist das
       Sandmännchen schließlich gemacht. Ex-Kinder aus Ost und West erinnern sich
       ebenfalls, auch kritisch, meist aber sehr wohlwollend. Dazu säuselt
       [2][Schauspieler Axel Milberg] aus dem Off poetisch angehauchte
       Informationen.
       
       Die Doku ist lehrreich und unterhaltsam. Wir lernen die Mutter des
       Westsandmännchens (Ilse Obrig) und die beiden Väter des Ostsandmännchens
       ([3][Walter Heynowski] und Gerhard Behrendt) kennen. Und ein Wettrennen
       ideologischer Natur: 1959 plant der Sender Freies Berlin einen
       TV-Abendgruß. Das sorgt für Alarmstimmung in Berlin-Adlershof, wo das
       Fernsehen der DDR seinen Sitz hat. Es entsteht der Plan, dem Westen
       zuvorzukommen. Hat geklappt.
       
       Das Geheimnis des Sandmännchens aus der DDR? Das nette Kerlchen hält die
       Klappe. Kommt wie ein guter Freund ins Haus und hat eine
       Gute-Nacht-Geschichte mit beliebten, quasi uralten Figuren wie Fuchs und
       Elster dabei; mittlerweile gibt es viele Neuzugänge. Dabei wird nicht
       verheimlicht, dass das Sandmännchen zu DDR-Zeiten auch einen erzieherischen
       Auftrag hatte. Er fuhr sogar Panzer. Das war damals die politische
       Komponente: Kinder sollten in die sozialistische Gesellschaft
       hineinwachsen. Schnee von gestern.
       
       „Unser Sandmännchen“, so der offizielle Titel, ist für viele Menschenkinder
       ein festes wie geliebtes Ritual. Ein Stückchen heile Welt. Und Teil der
       ostdeutschen Identität. Nach der Wende, als es zusammen mit dem
       DDR-Fernsehen abgewickelt werden sollte, rollte eine Protestwelle durch die
       ostdeutschen Lande. Mit Erfolg, ausnahmsweise. Auf das Sandmännchen war und
       ist eben Verlass. Immer.
       
       13 Jan 2026
       
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   DIR Andreas Hergeth
       
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