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       # taz.de -- Dutzende Tote an Neujahr in der Schweiz: „Schlimmste Tragödie in der Geschichte des Landes“
       
       > Bei dem Brand in einer Bar in Crans-Montana sterben mehr als 40, meist
       > junge Menschen. Polizei schließt Anschlag aus. Genaue Ursache noch
       > unklar.
       
   IMG Bild: Weiträumig abgesperrt: Der Unglücksort m noblen Schweizer Skiort Crans-Montana am Donnerstag
       
       dpa/afp/taz | Im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana sind bei einem Feuer
       während einer Silvesterparty mindestens 40 Menschen getötet worden. Weitere
       115 seien verletzt worden, zum Großteil schwer, sagte der Kommandant der
       Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, bei einer Pressekonferenz am
       Donnerstagabend.
       
       Zuvor hatte Italiens Außenminister Antonio Tajani gesagt, man gehe von
       mindestens 47 Toten aus. Er hatte engen Kontakt mit den Schweizer Behörden,
       weil auch viele Italiener:innen unter den Opfern vermutet werden.
       
       Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin besuchte am Neujahrstag den
       Unglücksort. „Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in
       der Geschichte dieses Landes gab. Wir sind bestürzt“, sagte er. Er kündigte
       an, dass das Unglück vollständig aufgearbeitet werde. „Es wird
       Untersuchungen geben, damit wir herausfinden, wie es zu diesem Drama kommen
       konnte. Wir sind es den Opfern schuldig, dass wir die Ursachen
       herausfinden.“
       
       Die Tragödie hatte sich gegen 1.30 Uhr in der Bar „Le Constellation“
       ereignet. Die genaue Ursache des Vorfalls war auch am Donnerstagabend noch
       unklar. „Es gibt zurzeit mehrere Hypothesen. Unsere Hauptthese ist die,
       dass ein Raum Feuer gefangen hat und es daraufhin zu einer Explosion
       gekommen ist“, sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. Forensiker
       seine beauftragt, die Ursache herauszufinden. Vorrangig sei aber die
       Identifikation der Leichen.
       
       Ermittler:innen gehen von Unglück aus
       
       Bereits bei einer ersten Pressekonferenz am Morgen hatten die
       Ermittler:innen die Journalist:innen mehrfach um Geduld gebeten,
       bis genauere Ergebnisse vorliegen. Das gelte auch für die Frage, ob
       Pyrotechnik der Auslöser war.
       
       Die Ermittler:innen gehen von einem Unglück, nicht von einem Anschlag
       aus. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte
       der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer.
       Er berief sich auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen. Es handele sich
       nicht um eine Explosion eines Sprengsatzes. Damit begründete Staatsanwältin
       Pilloud auch, warum sie einen Anschlag ausschließt.
       
       Am Nachmittag [1][hatte der Kanton Wallis mitgeteilt], dass es infolge
       eines Brandes zu einem Flashover gekommen sei, der eine oder mehrere
       Explosionen zur Folge hatte.
       
       Die Bar im Keller mit den jungen Gästen
       
       Die Bar „Le Constellation“ liegt in einem sechsgeschossigen Gebäude in dem
       Skiort. Sie hat Räume im Erdgeschoss, aber auch im Keller und bot laut
       Medienberichten Platz für bis zu 300 Gäste. Sie soll tagsüber als Café,
       nachts als Club mit DJ-Auftritten genutzt worden sein. Die Profile der Bar
       bei Instagram und Facebook sind am Tag nach der Katastrophe gesperrt.
       
       Die Bar werde vor allem von jungen Leuten besucht. Entsprechend jung sind
       auch die Opfer. Laut Krankenhausangeben sind die meisten zwischen 18 und 26
       Jahren alt.
       
       Auch wo das Feuer ausbrach, ist unklar. Zwei Französinnen, die in der Nacht
       dort waren, [2][berichten gegenüber dem französischen TV-Sender BMFTV],
       dass eine Wunderkerze auf einer Champagnerflasche die Decke der Bar in
       Brand gesetzt hätte: „Der ganze Raum stand nach 30 Sekunden oder einer
       Minute in Flammen“. Weiter Medien benannten Zeugen für diesen Ablauf. Ob
       das die mögliche Ursache ist, wollten die Ermittler:innen aber auch am
       frühen Donnerstagabend nicht bestätigen. Die Ermittlungen laufen.
       
       Die Französinnen berichteten auch, dass die Flucht aus der Bar schwierig
       gewesen sei, weil der Eingang sehr klein sei und die Tür nach draußen noch
       enger. Daher sei es auch sehr schwer gewesen, die Leute herauszuholen,
       berichten die Frauen, es habe viel Gedränge gegeben. Schweizer Medien
       zitieren zudem Augenzeug:innen, laut denen es nur einen Fluchtweg aus dem
       Keller gegeben habe.
       
       Rettungsflüge per Hubschrauber
       
       Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit
       schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Über
       dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt. Augenzeugen in Genf berichteten,
       dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten. Der
       Skiort ist Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt.
       
       Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser
       gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie
       entfernte Genf. Dort landeten am Universitätsspital nach Angaben von
       Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.
       
       Mondäner Skiort
       
       Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit
       vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler
       [3][Roger Moore] (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein
       großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups
       statt.
       
       Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000
       Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der
       Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million
       Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde
       etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist
       im rund 180 Kilometer entfernten Genf.
       
       Anm. der Redaktion: Dieser Text wurde im Laufe des Tages immer wieder
       aktualisiert.
       
       1 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.vs.ch/de/web/communication/w/point-de-situation-sur-les-moyens-engag%C3%A9s
   DIR [2] https://www.bfmtv.com/international/europe/suisse/tout-le-plafond-etait-en-feu-deux-francaises-racontent-la-panique-lors-de-l-incendie-mortel-a-crans-montana_AV-202601010284.html
   DIR [3] /Nachruf-auf-Roger-Moore/!5412457
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Gereon Asmuth
       
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