# taz.de -- USA-Venezuela-Konflikt: Medien melden US-Angriff auf Hafenanlage in Venezuela
> Laut dem Sender CNN sollen die USA erstmals ein Ziel auf dem
> venezolanischen Festland bombardiert haben. Präsident Trump deutete einen
> Drohnenangriff an.
IMG Bild: US-Kriegsschiffe und ein F/A-18 Hornet-Kampfflugzeug
Die USA sollen zum ersten Mal seit Beginn des Drogen-Konflikts mit
Venezuela ein Ziel innerhalb des südamerikanischen Landes angegriffen
haben. Dies berichtete der US-Nachrichtensender CNN am Montag und bezog
sich dabei auf Aussagen aus Militärkreisen. Ziel des Angriffs soll laut dem
Bericht eine Hafenanlage gewesen sein, die von kriminellen Organisationen
zur Lagerung und Entsendung von illegalen Drogen benutzt wurde.
Der Drohnenangriff, der in diesem Monat vom amerikanischen
Auslandsgeheimdienst CIA ausgeführt worden sein soll, stellt eine neue
Eskalation des Konflikts dar, der seit Monaten schwelt.
Im September begann das US-Militär damit, mutmaßliche Drogenboote in der
Karibik und im Ostpazifik anzugreifen und zu zerstören. Mehr als 100
Menschen sollen bei mindestens 30 Angriffen dieser Art bisher ums Leben
gekommen sein. Am Montag bestätigte das Pentagon einen weiteren
Militärschlag gegen ein angebliches Drogenboot. Zwei Menschen wurden laut
dem US-Verteidigungsministerium dabei getötet.
Das Ministerium behauptete in einem Post auf X, dass mit dem Boot Drogen in
die USA geschmuggelt werden sollten. Einen Beweis dafür gab es von der
US-Regierung jedoch nicht. US-Präsident Donald Trump hat die Angriffe auf
die angeblichen Schmugglerboote in der Vergangenheit damit gerechtfertigt,
dass diese nötig seien, um den Fluss von illegalen Drogen in die USA zu
stoppen. Laut dem 79-jährigen Republikaner befinden sich die USA in einem
„bewaffneten Konflikt“ mit Drogenkartellen.
## Anlage soll verlassen gewesen sein
Ob bei dem Drohnenangriff auf die Hafenanlage Menschen getötet oder
verletzt wurden, ist offiziell nicht bekannt. Laut dem CNN-Bericht soll die
Anlage zum Zeitpunkt des Angriffs allerdings verlassen gewesen sein. Der
Nachrichtsender beruft sich dabei auf die Aussagen von zwei Mitgliedern der
US-Sondereinsatzkräfte. Eine Sprecherin für das US-Militär dementierte
jegliche Rolle der Spezialkräfte beim Drohnenangriff.
Trump selbst hatte in einem wenig beachteten Interview am Freitag
angedeutet, dass es einen [1][Angriff auf ein Ziel in Venezuela] gegeben
habe. Als er am Montag danach gefragt wurde, schien er zu bestätigen, dass
die USA eine Hafenanlage an der Küste Venezuelas angegriffen hätten.
„Es gab eine schwere Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen
beladen werden“, sagte Trump während eines Treffens mit dem israelischen
Premierminister Benjamin Netanjahu in Florida. Sowohl das Weiße Haus als
auch das Pentagon haben bisher keine weiteren Details veröffentlicht.
Auch die venezolanische Regierung hat sich bislang nicht zu dem möglichen
Angriff geäußert. Innenminister Diosdado Cabello kritisierte nur allgemein
die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen. „Seit 27
Wochen herrscht imperialer Wahnsinn … Belästigungen, Drohungen, Angriffe,
Verfolgungen, Diebstähle, Piraterie, Morde, und die Welt, die UNO und ihre
Kumpanen schweigen, niemand sagt etwas“, erklärte er im Bundesstaat Aragua.
In Medien und sozialen Netzwerken wurde am Montag gerätselt, was genau
Trump gemeint haben könnte. Ob es wirklich einen Angriff gab – und wenn ja,
wo. Die weitestverbreitete These war, dass eine Explosion in einer
Chemiefabrik damit gemeint sein könnte. Am 24. Dezember ereignete sich in
der Fabrik von Primazol in den frühen Morgenstunden ein Brand. Das
Unternehmen stellt chemische Rohstoffe für verschiedene Industriezweige
her, unter anderem für den Bergbau.
In Venezuela wurde dem Brand bis Montag wenig Beachtung geschenkt. Das
Unternehmen hat in einer Erklärung jeglichen Zusammenhang zurückgewiesen
zwischen dem Brand, Trumps Ausführungen sowie den Versionen, die im Netz
kursierten. Das Werk in Maracaibo (Bundesstaat Zulia) liegt laut der
Zeitung La Jornada zudem fünf Kilometer vom Meer entfernt. Deshalb sei es
fraglich, ob es dort, wie Trump behauptete, eine Anlage gab, von der aus
Boote mit Drogen ausliefen, geschweige denn einen „Anlegeplatz“.
## Blockade aller sanktionieren Öltanker
Der [2][Konflikt zwischen den USA und Venezuela] hat sich in den
vergangenen Wochen immer weiter zugespitzt. Offiziell geht es der
US-Regierung um die Eindämmung des illegalen Drogenhandels, doch sowohl der
venezolanische Präsident Nicolás Maduro als auch viele Experten glauben,
dass das eigentliche Ziel ein Regierungswechsel im ölreichen Land sei.
Bereits während Trumps erster Amtszeit hatte die US-Regierung versucht,
Maduro abzusetzen. Damals scheiterte der Versuch, einen Gegenkandidaten zu
unterstützen. Nun scheint es Trump eben [3][erneut zu versuchen]. Neben den
anhaltenden Angriffen auf Boote in der Karibik und im Ostpazifik haben die
USA in diesem Monat auch bereits zwei sanktionierte Öltanker beschlagnahmt.
Weitere könnten folgen.
Mehrere Kongressabgeordnete, darunter auch einige Republikaner, haben das
Vorgehen der US-Regierung kritisiert. Vor allem, nachdem bekannt wurde,
dass beim ersten Angriff auf ein Boot im September zwei Überlebende erst
durch einen zweiten Schlag getötet wurden, obwohl diese augenscheinlich
keine Gefahr mehr darstellten.
Eine öffentliche Kongressanhörung zum Thema ist bislang jedoch nicht
angesetzt.
30 Dec 2025
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## AUTOREN
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