URI:
       # taz.de -- Jahresausblick Berlin: Das ändert sich 2026
       
       > Größere Befugnisse für die Polizei, höhere Kosten für Bus und Bahn, aber
       > auch mehr Mindestlohn: Was 2026 auf Berliner*innen zukommt.
       
   IMG Bild: Steht da wie immer: Der Fernsehturm am Jahresende
       
       dpa | Die [1][Polizei Berlin] erhält durch [2][das vor wenigen Wochen
       beschlossene Polizeigesetz] im Jahr 2026 mehr Befugnisse, kann zum Beispiel
       Orte mit viel Kriminalität mit Video überwachen und dabei künstliche
       Intelligenz (KI) einsetzen. Videoaufnahmen der Berliner Verkehrsbetriebe
       (BVG) von Bahnhöfen sowie aus U-Bahnen, Bussen und Trams dürfen drei statt
       bisher zwei Tage lang gespeichert werden.
       
       Bei der Überwachung von Telefongesprächen und Chats von Verdächtigen
       bekommt die Polizei mehr Möglichkeiten, auch bei der Online-Durchsuchung
       von Computern. Zum Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt können
       gewalttätige Männer nun in einem ersten Schritt bis zu 28 Tage aus der
       Wohnung gewiesen werden. Zudem kann ihr Aufenthaltsort mit einer
       elektronischen Fußfessel überwacht werden. Ebenfalls neu: Der sogenannte
       finale Rettungsschuss ist zulässig. Polizisten dürfen einen Täter dann
       erschießen, wenn dieser unmittelbar jemanden töten will.
       
       ## Höhere Preise für Bus, U- und S-Bahn
       
       Fahrgäste müssen mehr für Bus- und Bahnfahrten zahlen. Im Verkehrsverbund
       Berlin-Brandenburg (VBB) treten zum Jahreswechsel Preissteigerungen in Höhe
       von durchschnittlich sechs Prozent in Kraft. Der Einzelfahrschein für
       Berlin kostet dann 4,00 Euro – 20 Cent mehr als derzeit. Das
       Vier-Fahrten-Ticket für den Tarifbereich AB kostet künftig 12,40 Euro und
       damit 80 Cent mehr als derzeit, der Preis für eine AB-Kurzstrecke steigt um
       20 Cent auf 2,80 Euro.
       
       Die Einzelfahrt im Tarifbereich ABC, der auch Potsdam oder den Flughafen
       BER in Schönefeld umfasst, wird um 30 Cent teurer und kostet 5,00 Euro.
       Auch Abo-Angebote verteuern sich. Der Preis für das bundesweit gültige
       Deutschlandticket erhöht sich von derzeit 58 Euro auf 63 Euro pro Monat.
       Ebenso steigt der Preis für das Sozialticket von derzeit 19 Euro auf 27,50
       Euro. Doch wer das Januar-Ticket noch im Dezember kauft, bekommt es zum
       alten Preis.
       
       ## Landesmindestlohn steigt
       
       Der Landesmindestlohn steigt zum 1. Januar um mehr als einen Euro von 13,69
       Euro auf 14,84 Euro pro Stunde. Ein Jahr später erhöht er sich dann auf
       15,59 Euro. Er gilt überall dort, wo das Land Berlin finanziell beteiligt
       ist und Einfluss nehmen kann. Dazu gehören der Landesdienst und
       landeseigene Unternehmen. Er greift aber auch in Organisationen, die Geld
       vom Land erhalten, etwa soziale Träger. Nach Angaben der Sozialverwaltung
       profitieren mindestens 350.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
       von der Erhöhung. Das entspricht 20 Prozent aller Beschäftigten. Der
       Berliner Landesmindestlohn ist an den bundeseinheitlichen Mindestlohn
       gekoppelt. Dieser steigt am 1. Januar auf 13,90 Euro pro Stunde und 2027
       dann auf 14,60 Euro an.
       
       ## S-Bahn und Regionalverkehr
       
       Ende März soll nach jahrelangen Verzögerungen die neue S-Bahn-Linie S15
       zwischen dem nördlichen Ring und Hauptbahnhof in Betrieb gehen. Geplant
       ist, sie später als S21 bis zum südlichen Ring am Bahnhof Südkreuz
       weiterzuführen. Bereits seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember gibt es
       eine neue, schnelle Bahnverbindung vom Hauptbahnhof über Südkreuz zum
       Flughafen BER, die wiedereröffnete Dresdner Bahn. Allerdings haben
       Gesundbrunnen und Spandau damit keine BER-Direktverbindung mehr.
       
       ## Solarförderung
       
       Am 8. Januar 2026 startet das überarbeitete Förderprogramm Solarplus. Der
       neue Fokus liegt dabei laut Wirtschaftsverwaltung auf der Förderung von
       großen Anlagen auf Gewerbehallen, Industriebauten und Mehrfamilienhäusern.
       Aber auch für Ein- und Zweifamilien- sowie Reihenhäuser kann Geld fließen.
       Je zehn Millionen Euro stehen 2026 und 2027 bereit, Förderanträge können ab
       8. Januar auf der Internetseite der IBB Business Team GmbH gestellt werden.
       Das Verfahren soll noch einfacher als bisher sein und schneller gehen. Für
       Steckersolargeräte gibt es keine Förderung mehr. Die so genannten
       Balkonkraftwerke seien wegen gesunkener Preise auch ohne staatliche
       Unterstützung wirtschaftlich, so die Wirtschaftsverwaltung.
       
       ## Verwaltungsreform
       
       Zum 1. Januar treten wesentliche Teile der Verwaltungsreform in Kraft.
       Konkret betrifft das ein so genanntes Landesorganisationsgesetz und mehrere
       Verfassungsänderungen. Mit der Reform soll unter anderem klar geregelt
       werden, welche Aufgaben von welcher Verwaltung übernommen werden, wofür der
       Senat und wofür die Bezirke zuständig sind. Das bisherige
       „Behörden-Pingpong“, also das Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten,
       soll aufhören. Außerdem ist eine bessere gesamtstädtische Steuerung durch
       die Senatsebene geplant. Die Bezirke sollen bei Vorhaben, die sie
       betreffen, aber frühzeitig eingebunden werden. Bis das große Reformvorhaben
       konkrete Auswirkungen auf die Bürger hat, dürfte es indes noch dauern.
       
       ## Digitales Willkommenszentrum
       
       Im April wird ein digitales Willkommenszentrum in erweiterter Form in
       Betrieb genommen. Damit schafft Berlin laut Senatsverwaltung für
       Integration eine „zeitgemäße, leicht zugängliche Informationsplattform“ für
       Menschen, die aus dem Ausland nach Berlin ziehen. Diese können sich auf
       Deutsch, Englisch, Arabisch, Russisch oder Türkisch über Anmeldung,
       Wohnungssuche, Zugang zum Gesundheitswesen, Aufenthaltsrecht, Arbeitsmarkt
       und viele anderen Themen informieren. Behördendeutsch wird vermieden,
       Beispielunterlagen und Videos sollen es leicht machen, sich
       zurechtzufinden.
       
       29 Dec 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Polizei-Berlin/!t5037482
   DIR [2] /Anwalt-ueber-Berliner-Polizeigesetz/!6126976
       
       ## TAGS
       
   DIR Schwarz-rote Koalition in Berlin 
   DIR Neujahr
   DIR Silvester
   DIR Berlin
   DIR Polizei Berlin
   DIR Zukunft
   DIR Vorhersage
   DIR Brandenburger Tor
   DIR Böllerverbot
   DIR Schwerpunkt Stadtland
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Klima, Karneval, Fußball-WM: So optimistisch könnte 2026 auch aussehen
       
       Donald Trump wird plötzlich Klimaschützer und eine Maus fliegt zum Mond.
       Kaum zu glauben? Ein Zeitreisender hat es gesehen!
       
   DIR Satirische Jahresvorschau für Berlin: „Yo so freshes Ganja, checkt ihr?“
       
       Kai Wegner verliert trotz öffentlichen Kiffens die Wahl, Polizisten
       besetzen ein Haus, und im sozialistischen Berlin sprudeln Bierbrunnen an
       jeder Ecke.
       
   DIR Von wegen weiße Weihnachten: Gewöhnen wir uns an Matsch
       
       Alle Jahre wieder werden die Meteorologen befragt. Wie stehen die Chancen
       auf Schnee an den Festtagen? Was für ein Quatsch. Aber was wäre, wenn doch?
       
   DIR Böllerverbot in Berlin: Pyrotechnik ist noch kein Verbrechen
       
       Auch in diesem Jahr kann in Berlin außerhalb der vier Verbotszonen frei
       geböllert werden. Besserung gibt es frühestens im nächsten Jahr.
       
   DIR Neues Berliner Polizeigesetz: Rundum überwacht
       
       Berlin bekommt ein neues Polizeigesetz. Die schwarz-rote Koalition ist
       dabei mehr an den Möglichkeiten zur Überwachung als an den Grundrechten
       interessiert.