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       # taz.de -- Trumps Kampf gegen die Justiz: US-Richterin nach Hilfe für Migranten schuldig gesprochen
       
       > Einer Bezirksrichterin wird vorgeworfen, die Verhaftung eines
       > mexikanischen Einwanderers behindert zu haben. Nun drohen ihr bis zu fünf
       > Jahre Knast.
       
   IMG Bild: Bezirksrichterin Hannah Dugan auf dem Weg zum Prozess gegen sie
       
       ap | Ein Gericht in den USA hat eine Richterin wegen Behinderung der Justiz
       schuldig gesprochen, die einem mexikanischen Einwanderer geholfen hat.
       Hannah Dugan, Bezirksrichterin aus dem US-Bundesstaat Wisconsin, habe die
       Verhaftung des Mannes behindert, entschieden die Geschworenen am Donnerstag
       (Ortszeit). Vom Vorwurf der Verschleierung sprachen sie die Juristin frei.
       Ihr drohen bis zu fünf Jahre Haft.
       
       Der Fall hat die [1][Spannungen im Zusammenhang mit dem rigorosen Vorgehen
       der Regierung von US-Präsident Donald Trump gegen Einwanderer] verschärft.
       Laut Gerichtsakten wollten Beamte der Einwanderungsbehörde ICE den
       31-jährigen Mexikaner im April verhaften, der bei Dugan einen
       Gerichtstermin wegen eines Falls von Körperverletzung hatte. Als die
       Richterin erfuhr, dass die Beamten vor ihrem Gerichtssaal warteten, sagte
       sie ihnen der Anklage zufolge fälschlicherweise, der Haftbefehl sei nicht
       ausreichend und schickte sie in das Büro des leitenden Richters.
       
       Anschließend sagte sie dem Anwalt des Mexikaners, die nächste Anhörung
       könne auch per Videoschalte stattfinden und führte ihn und seinen Mandanten
       durch eine private Tür hinaus. Die Einwanderungsbeamten entdeckten den
       Mexikaner jedoch und nahmen ihn nach einer Verfolgungsjagd fest.
       
       Dugan hat den Vorwurf der bewussten Irreführung bestritten. Ihre Anwälte
       sagten, sie habe sich an Vorschriften gehalten, denen zufolge
       Gerichtsmitarbeiter jeden Einwanderungsagenten an ihre Vorgesetzten melden
       sollen.
       
       Vertreter der oppositionellen Demokraten werfen der US-Regierung vor,
       [2][sie wolle an Dugan ein Exempel statuieren]. Sie bezeichnet Dugan als
       Aktivistin. Staatsanwalt Brad Schimel sagte, der Fall sei nicht politisch.
       Es gehe nur um einen einzelnen Vorfall in einem Gerichtsgebäude. „Die
       Angeklagte ist sicherlich nicht böse“, sagte er. „Sie ist aber auch keine
       Märtyrerin für eine höhere Sache.“
       
       19 Dec 2025
       
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