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       # taz.de -- Bundesjagdgesetz: Bundesregierung erleichtert Wolf-Abschuss
       
       > Die Jagd auf Wölfe soll in Deutschland leichter werden. Dafür will das
       > Bundeskabinett jetzt das Jagdgesetz ändern lassen.
       
   IMG Bild: Der Wolf wird in Zukunft wieder zum Abschuss freigegeben
       
       afp | Die Bundesregierung hat eine Änderung des Jagdgesetzes auf den Weg
       gebracht, um einen möglichen Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Damit
       solle der „Schutz von Weidetieren“ verbessert werden, teilte das
       Landwirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mit. „Mit der Aufnahme des
       Wolfs ins Bundesjagdgesetz kommen klare, praxistaugliche Regeln und
       Rechtssicherheit“, erklärte Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU).
       
       Konkret sieht die vom Bundeskabinett beschlossene Änderung des
       Jagdgesetzes, die Union und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag
       vereinbart hatten, ein „regionales Bestandsmanagement“ vor. Dieses
       ermöglicht es Ländern, in denen es [1][Regionen mit hohen Wolfszahlen] gibt
       und der Bestand demzufolge als nicht gefährdet gilt, die Zahl der dort
       lebenden Wölfe zu regulieren. „In diesem Rahmen ist eine Jagdzeit von 1.
       Juli bis 31. Oktober vorgesehen“, erklärte das Landwirtschaftsministerium.
       
       Außerdem soll der Abschuss von Wölfen auch unabhängig vom jeweiligen
       Bestand erleichtert werden – und zwar dann, wenn Tiere bereits
       Herdenschutzmaßnahmen wie etwa Zäune überwunden und Weidetiere verletzt
       oder getötet haben. Dann soll der Bundesregierung zufolge eine „leichtere,
       rechtssichere Entnahme der Wölfe, unabhängig vom Erhaltungszustand“,
       möglich sein.
       
       Auch in als Weidegebiete ausgewiesenen Gegenden mit beispielsweise Deichen
       oder Almwiesen, in denen Schutzmaßnahmen wie Zäune als unzumutbar gelten,
       soll der Abschuss von Wölfen möglich sein. Grundsätzlich wird dem
       Ministerium zufolge die Finanzierung von Zäunen oder Herdenschutzhunden
       weiterhin unterstützt. Verboten bleiben soll indes der Handel mit
       Wolfstrophäen oder das Zurschaustellen toter Wölfe.
       
       Hintergrund ist, dass die Wolfsbestände in Europa in den vergangenen zehn
       Jahren [2][stark gewachsen] sind – laut Bundeslandwirtschaftsministerium
       von gut 11.000 Tieren im Jahr 2012 auf über 20.000 im Jahr 2023. In
       Deutschland leben demnach derzeit nach amtlichen Zahlen 209 Wolfsrudel, vor
       allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Ein Rudel besteht in der
       Regel aus fünf bis zehn Tieren.
       
       Parallel dazu sei auch die Zahl der [3][Wolfsrisse] gestiegen, führte das
       Ministerium aus. 2024 seien rund 4300 Nutztiere von Wölfen gerissen worden,
       überwiegend Schafe und Ziegen.
       
       In der sogenannten Berner Konvention – einem völkerrechtlichen Vertrag des
       Europarates – war der Schutzstatus des Wolfes bereits im Dezember von
       „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabgestuft worden. Damit wurde
       grundsätzlich die Voraussetzung für einen schnelleren Abschuss von Wölfen
       geschaffen.
       
       17 Dec 2025
       
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