# taz.de -- SPD-BSW-Koalition in Brandenburg: Neuer Zoff im BSW
> Die vier aus der Partei ausgetretenen Abgeordneten dürfen nicht im
> Landtag sprechen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verbreitet
> Optimismus.
IMG Bild: Hat die Krisensitzung der BSW-Fraktion am Freitag verlassen, weil es keine Aussprache gab: Finanzminister Robert Crumbach
dpa | Neuer Zoff beim BSW in Brandenburg. Nach dem Austritt von vier
Abgeordneten aus der Partei entzog die Fraktionsspitze den vieren das
Rederecht für die dreitägige Landtagssitzung ab Mittwoch. Das sagten
mehrere Fraktionsmitglieder der Deutschen Presse-Agentur, [1][zuvor
berichtete der „Nordkurier“].
Der Parlamentarische Geschäftsführer Falk Peschel sprach von
„Vorsichtsmaßnahme“. „Wir müssen erst einmal in Gesprächen in den kommenden
Tagen und Wochen feststellen, in welchen Fragen die Ausgetretenen die
Beschlusslage der Fraktion und Partei vertreten“, sagte er. Über die
Redebeiträge werde in der Fraktionssitzung am Dienstag entschieden. Der
ausgetretene Abgeordnete André von Ossowski reagierte mit Kopfschütteln und
erklärte, es sei kein Beschluss der Fraktion.
Die vier Abgeordneten nannten als Gründe für den Ausstieg unter anderem
„autoritäre Tendenzen“ im BSW. Sie wollen nach eigenen Angaben aber in der
Fraktion bleiben und stehen zur Koalition. Bei einer Krisensitzung wurden
am Freitag zwei Misstrauensanträge gegen BSW-Fraktionschef Niels-Olaf
Lüders und Vize Christian Dorst nur knapp abgelehnt, die internen Konflikte
sind jedoch noch nicht ausgeräumt.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht dennoch von einer stabilen
Grundlage aus. „Es ist nicht neu, dass innerhalb einer Fraktion mal
Konflikte auftauchen, aber ich glaube, dass nach allem, was ich gelesen
habe, die Regierung weiter stabil arbeiten kann“, sagte Woidke, der auch
SPD-Landeschef ist. „Dass da Leute quer schießen, wird die Fraktionsführung
vor Herausforderungen stellen, aber alle haben bekundet, dass sie weiter
zielgerichtet, mit aller Kraft für das Land Brandenburg arbeiten wollen und
das ist die Basis.“
Die Parteispitze des Bündnisses Sahra Wagenknecht bekennt sich laut
BSW-Verkehrsminister Detlef Tabbert zur Koalition. „Der Landesvorstand hat
sich klar dazu positioniert, die Koalition fortzusetzen“, sagte Tabbert,
der dem Gremium angehört, mit Blick auf eine Sitzung vom Freitagabend. In
der Landtagsfraktion gehe es darum, dass man mit denjenigen, die aus der
Partei ausgetreten seien, „weiter zusammenarbeitet“.
## Landeschefin Benda: Bleiben auf Kurs
BSW-Landeschefin Friederike Benda zeigte sich selbstbewusst.
„Entscheidungen Einzelner ändern nichts an unserem Kurs. Im Gegenteil: Sie
machen sichtbar, worum es wirklich geht – um Verantwortung und den Mut, für
die eigenen Positionen einzustehen. Wir bleiben auf Kurs“, erklärte sie.
BSW-Finanzminister Robert Crumbach schlägt angesichts des weiter
schwelenden Streits eine Mediation – also eine interne Vermittlung – vor.
Der frühere Landeschef und langjährige Arbeitsrichter zeigte sich
hoffnungsvoll, dass die interne Spaltung überwunden werden kann. „Ich bin
immer zuversichtlich“, sagte Crumbach der Deutschen Presse-Agentur.
Der Streit entzündete sich ursprünglich wegen Kritik des BSW an zwei
Medienstaatsverträgen zur Rundfunkreform von ARD, ZDF und Deutschlandradio
sowie zum Jugendmedienschutz. Eine Mehrheit der BSW-Fraktion ist gegen die
Verträge, Minister Crumbach dafür.
Am Mittwoch steht die Entscheidung über die Staatsverträge an. Eine
Mehrheit der BSW-Fraktion will mit Nein stimmen. Die vier ausgetretenen
BSW-Abgeordneten planen, den Saal zu verlassen, um einen Fraktionsbeschluss
nicht zu gefährden. Die Koalition hätte dann voraussichtlich keine eigene
Mehrheit, die CDU will aber dafür stimmen.
18 Nov 2025
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