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       # taz.de -- Zivilklausel an der FU: Konflikt unter Linken
       
       > Die Gewerkschaft Verdi hat einer ihrer eigenen Betriebsgruppen die
       > Internetseite abgestellt. Die Gruppe hatte antimilitaristische Unis
       > gefordert.
       
   IMG Bild: Dauerthema an den Unis: Demo von Student*innen für die Zivilklausel in Düsseldorf 2019
       
       Die Betriebsgruppe der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an der FU-Berlin
       hatte mehrere Jahre eine eigene Homepage. Doch wer aktuell
       [1][www.verdi-fu.de] anklickt wird auf die Internetpräsenz des Fachbereichs
       Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft von
       Verdi-Berlin-Brandenburg weitergeleitet. Denn vor wenigen Tagen wurde die
       Homepage der Betriebsgruppe von der Verdi-Landesfachbereichsleitung vom
       Netz genommen.
       
       Das sorgte bei linken Gewerkschaftler*innen für Protest. Das Netzwerk
       für eine klassenkämpferische und demokratische [2][Verdi initiierte eine
       Petition], in der sie die Abschaltung verurteilen. Auch die Berliner Aktion
       gegen Arbeitgeberunrecht (Baga), die gewerkschaftliche Kämpfe unterstützt,
       kritisiert die Abschaltung der Homepage und bezichtigte den
       Verdi-Landesbezirk Berlin „undemokratischer Methoden“.
       
       Beobachter*innen der Gewerkschaften sprechen von einem Konflikt unter
       Gewerkschaftslinken. Schließlich agieren im Verdi-Landesbezirk Berlin
       längst nicht mehr rechte Sozialdemokrat*innen, sondern Linke, die teilweise
       länger in außerparlamentarischen Bewegungen aktiv waren. Dazu gehört der
       Pressesprecher von Verdi-Berlin Kalle Kunkel. Er erklärte gegenüber der
       taz, dass der Vorstand der FU-Gewerkschaftler*innen sich über
       gewerkschaftliche Vereinbarungen hinweg gesetzt und Forderungen für die
       nächste Tarifrunde auf ihrer Homepage veröffentlicht habe.
       
       „Verdi hat in Berlin und Brandenburg eine breite Diskussion zu den
       Forderungen in der anstehenden TVL-Runde organisiert. Diese Diskussion
       führen wir intern, weil es wichtig ist, sich gegenseitig zuzuhören, statt
       sich mit dem Lautsprecher über den vermeintlich richtigen Klassenstandpunkt
       zu belehren“, sagt Kunkel der taz. Er monierte, dass sich die
       FU-Verdi-Kolleg*innen kaum in die innergewerkschaftliche Debatte
       eingebracht hätten.
       
       Kunkel versichterte, dass die friedenspolitische Resolution „[3][Unis in
       der Zeitenwende]“, die von der Verdi-FU-Gruppe Anfang November 2025
       beschlossen wurde, nicht der Anlass für die Sperrung der Homepage war. Dort
       wird zu einer antimilitaristischen Arbeit an den Hochschulen aufgerufen und
       die Verteidigung und Ausweitung der Zivilklauseln gefordert. Ob es zu einer
       Lösung im innergewerkschaftlichen Streit kommt, ist unklar. Kunkel verweist
       gegenüber der taz auf den ehrenamtlichen Landesfachbereichsvorstand von
       Verdi-Berlin-Brandenburg, der den Sachverhalt weiter beraten werde.
       
       18 Nov 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] http://www.verdi-fu.de/
   DIR [2] https://www.change.org/p/nein-zur-abschaltung-der-homepage-der-ver-di-betriebsgruppe-an-der-fu-berlin
   DIR [3] https://berlineraktiongegenarbeitgeberunrecht.wordpress.com/2025/11/10/uni-in-der-zeitenwende/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Peter Nowak
       
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