# taz.de -- Berliner Landesparteitage: Der SPD fehlt einfach die klare Botschaft
> Die Abgeordnetenhauswahl 2026 läuft nach jetzigem Stand auf ein Duell
> zwischen Regierungschef Kai Wegner von der CDU und der Linken Elif Eralp
> hinaus.
IMG Bild: Eralp und Krach wollen dort rein, Wegner will drin bleiben: das Rote Rathaus, Sitz des Berliner Regierungschefs – oder der Chefin
Man muss kein Freund der Linkspartei und ihrer Spitzenkandidatin sein um
festzustellen: Elif Eralp hat recht. Jedenfalls in der Hinsicht, dass sie
sich im Wahlkampf [1][auf CDU-Regierungschef Kai Wegner konzentriert] und
alle anderen ignoriert, die auch ins Rote Rathaus wollen. Denn die
erscheinen aktuell chancenlos.
Die Landesparteitage von Linkspartei und SPD am Wochenende haben eines klar
gezeigt. Dass nämlich der SPD bei allen Bemühungen ihres Spitzenkandidaten
[2][Steffen Krach] weiter etwas fehlt: die große Botschaft als Anreiz, ihn
und seine SPD zu wählen, um Wegner abzulösen – und eben nicht Eralp.
Fast eineinhalb Stunden lang, so [3][berichtet es die taz] von seiner Rede,
„pflügte Krach einmal quer durchs landes- und bundespolitische Gemüsebeet“.
Da war alles drin, was ein SPD-Programm gerne mit Spiegelstrichen
auflistet: Mieten, Mobilität, Wirtschafts- und Familienpolitik, Sauberkeit,
Stadtbild-Debatte, soziale Gerechtigkeit, Klimaresilienz, Kampf gegen
Rechtsextremismus und für Vielfalt.
In irgendeiner Form bietet Eralp das auch an. Aber sie hat vor allem eine
große Botschaft: Wer Wegner und all denen bei der Wahl im September 2026
weh tun will, die gerade Macht, Geld und Einfluss haben, der ist bei mir
genau richtig. Eralp kann auf einer Frust-Welle schwimmen, die ihre
Linkspartei schon zu Jahresbeginn [4][bei der Bundestagswahl zu nutzen
wusste]. Genauso klar ist Wegners Botschaft als Amtsinhaber: Ich bin der
Berlinversteher, das Bollwerk gegen jeglichen Extremismus, und bringe die
Stadt in Ordnung – aber ich brauche noch Zeit, um Rest-Widerstände zu
überwinden.
## Eralp will Enteignung
Krach fehlt schlicht das Radikale, das Eralp zu bieten hat. Die Umsetzung
des Volksentscheids DW & Co enteignen dürfe „nicht einen Tag mehr
verschleppt werden“, hat sie beim Parteitag versprochen – jenes
Volksentscheids, den 58 Prozent unterstützten und an dem sich fast drei
Viertel der Wahlberechtigten beteiligten.
[5][Der SPD-Spitzenkandidat hingegen sagte jüngst im taz-Interview]: „Wenn
wir enteignen, ist noch lange nicht alles gut.“ Da hat er zwar recht. Aber
eine Wahl gewinnt sich leider selten übers Rechthaben und die besseren
Argumente, sondern über den besseren Eindruck, den eine Partei und ihre
Spitze hinterlassen.
Und da gilt für Krach: Wenn er diese zentrale, kompakte, im PR-Sprech „in a
nutshell“ übermittelbare Botschaft nicht noch findet, wird er sich in das
Duell zwischen Eralp und Wegner nicht einmischen können. Dann kann er nur
darauf hoffen, dass sich die Linkspartei in Sachen Antisemitismus noch
selbst zerlegt. Was die aber zumindest am Wochenende vermeiden konnte.
16 Nov 2025
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## AUTOREN
DIR Stefan Alberti
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