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       # taz.de -- Neuer Frankfurt-„Tatort“: Bevor die Hoffnung stirbt, ist der Informant tot
       
       > Vermisste werden gesucht im Frankfurt-„Tatort“. Und dann geht es auch
       > noch um ein Kind. Wer darf die Hoffnung aufgeben? Und wer trägt welche
       > Schuld?
       
   IMG Bild: Die Kommissar:innen Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic)
       
       Keller sind nicht nur in echt, sondern auch im Fernsehen immer
       mittelschwerer Grusel. Das Büro der beiden neuen „Tatort“-Ermittler*innen
       in Frankfurt liegt in einem solchen. Hier liegen die Cold Cases, befindet
       sich die „Abteilung für Altfälle“.
       
       [1][Der erste Fall von Hamza Kulina und Maryam Azadi] hatte den
       entsprechenden Titel „Dunkelheit“ und handelte von den Opfern eines lange
       Jahre nicht enttarnten Serienmörders. Ihr zweiter Fall heißt „Licht“.
       Ermutigt durch das maßgeblich durch Azadi gelüftete Geheimnis um den
       Serienmörder, glaubt Anna Reiter ihre seit sechs Jahren verschwundene
       Tochter ebenfalls wieder ans Licht bringen zu können. Maryam Azadi war in
       der Vergangenheit mit diesem Fall befasst und steht der Mutter auch jetzt
       zur Seite, als diese ein Video ins Internet stellt, in dem sie um Hinweise
       auf den Verbleib ihrer Tochter Viktoria bittet.
       
       Im Laufe der „Tatort“-Folge erfahren wir in geschickt mit der erzählten
       Gegenwart verwobenen Rückblicken allerlei, so beispielsweise, dass Viktoria
       mit ihrem Vater verschwand und dass der ein arbeitsloser, alkoholkranker
       Programmierer war, dessen Auto samt Schlafmitteln an einer Mainschleuse
       gefunden wurde.
       
       Wir verfolgen dann aber die Spur eines Obdachlosen, der Anna Reiter
       Informationen über ihre verschwundene Tochter gegen Geld verraten will,
       bevor er es tut, jedoch tot überm Geländer hängt.
       
       ## Die Hoffnung stirbt zuletzt
       
       Der Tote lebte in einem Zelt auf dem Hof des alten, leer stehenden
       Frankfurter Polizeipräsidiums. Um das Zelt herum hatte er Dutzende Spiegel
       und andere Reflektoren aufgestellt. Und da kommt auch schon die nächste
       Spur: eine Sekte, deren Mitglieder sich nur von Licht ernähren. Sie folgen
       der Theorie eines gewissen Astra, demzufolge jegliche Krankheit mit dem
       Stopp der Nahrungsmittelaufnahme überwunden werden könne, was in Wahrheit
       zum ein oder anderen frühzeitigen Ableben führt.
       
       Die Hoffnung stirbt zuletzt. Von diesem Zipfel, an den sich Kranke und
       Angehörige Verschwundener klammern, scheint sich auch die Ermittlerin Azadi
       in ihrer Arbeit leiten zu lassen. Solange die Mutter eine plausible Annahme
       vorträgt, was mit ihrer Tochter passiert sein könnte, folgt sie jeder noch
       so abwegigen Spur.
       
       In der ersten Folge stand der von [2][Edin Hasanović] großartig zeitgemäß
       gespielte Ermittler Hamza Kulina im Vordergrund. Kulina weint, ist
       unsicher, kein Freund großer Ansprachen, findet aber in Azadi eine
       Leidenschaft im Kampf für Gerechtigkeit, die er teilt.
       
       In „Licht“ rückt jetzt die von [3][Melika Foroutan] mit grandioser
       Disziplin gespielte Maryam Azadi in den Vordergrund. Auch sie ist keine
       Freundin großer Worte, zeigt aber anders als Kulina so gar keine emotionale
       Seite. Bis zu dem Moment, als ihr der Mann von Anna Reiter vorwirft,
       verantwortlich zu sein dafür, dass seine Frau die Hoffnung nicht aufgibt,
       ihre Tochter noch zu finden.
       
       Nun legt Azadi in ihrem unermüdlichen Eifer noch eine Schippe drauf und
       treibt die Ermittlung vergleichsweise hitzköpfig voran. Die Spielweise von
       Foroutan lässt Azadi dabei wirken wie eine Mischung aus der
       Computerspielfigur Lara Croft und der französischen Charakterdarstellerin
       Fanny Ardant.
       
       Für Azadi scheint es mehr als ein Job zu sein, Licht in das Dunkel ihrer
       Akten zu bringen. Was sie genau antreibt, dürften wir in den kommenden
       Folgen erfahren.
       
       30 Nov 2025
       
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