# taz.de -- Proteste in der Slowakei: Dosť bolo Fica – genug von Fico!
> Zehntausende Slowak*innen protestieren gegen den Demokratieabbau durch
> Robert Fico. Vom Schulhof bis zur Großdemo zeigen sie ihren Widerstand.
IMG Bild: Auch viele junge Menschen gingen aus Protest gegen Regierungschef Robert Fico auf die Straßen, Kosice, Slowakei, am 17.11.2025
In der Tschechoslowakei passierte 1989 etwas Bemerkenswertes:
Hunderttausende Menschen demonstrierten gegen das kommunistische Regime.
Weitestgehend gewaltfrei wurde dadurch der Umbau vom Realsozialismus zur
Demokratie vollzogen.
Am 17. November, [1][36 Jahre später], gingen zum Gedenktag an die
Revolution wieder Zehntausende Menschen auf die Straße, weil sie durch die
linkspopulistische Regierung die Demokratie in Gefahr sehen. [2][In
Bratislava] haben etwa 50.000 Menschen demonstriert. Auch in anderen
Städten gab es Proteste. Auch das ist bemerkenswert. Denn das
Mobilisierungspotenzial ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht hoch
gewesen.
Seit dem erneuten Amtseintritt von Regierungschef Robert Fico im Oktober
2023 hat sich das verändert. Zu viel mussten die Menschen ertragen, denn
Fico baut demokratische Strukturen nach und nach ab: Der Abbau des
Rundfunks, der [3][Kultur], verschärfte Gesetze gegen queere Menschen,
jüngst die Enthüllung, über die Verbindungen von Ficos Berater Miroslav
Lajčák zu Jeffrey Epstein sowie der Entlassung von Vizepremier Peter Kmec
wegen eines Subventionsskandals. Zu den aktuellen Protesten aufgerufen
hatten mehrere Oppositionsparteien und NGOs, wie etwa Mier Ukrajine (Friede
der Ukraine).
Bemerkenswert ist, in wie viele gesellschaftliche Bereiche die Proteste
gehen und wie viele politische Strömungen zusammen protestieren. Etwa
sorgte ein Schüler*innenprotest für Aufmerksamkeit. Bei einem Besuch
von Fico an einem Gymnasium hatte ein Schüler [4][mit Kreide Kritikparolen]
auf den Boden vor dem Eingang geschrieben. Auf sozialen Medien wurde eine
„Kreidenrevolution“ ausgerufen und zahlreiche Bilder mit Kreide
geschriebener Regierungskritik geteilt.
Das Land ist gespalten. Es gibt immer noch viele Slowak*innen, die den Kurs
von Fico, etwa die Zuwendung zu Russland, gutheißen. Es bleibt abzuwarten,
wie viel Druck durch die Proteste tatsächlich auf die Regierung ausgeübt
wird. Eine solche Mobilisierungsrate stimmt aber zumindest hoffnungsvoll.
18 Nov 2025
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## AUTOREN
DIR Ann-Kathrin Leclere
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auf.