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       # taz.de -- Verkehrspolitik der CDU in Berlin: Gefährliche Planungsdetails
       
       > Die lange geplante Umgestaltung der Torstraße in Mitte wird konkreter –
       > und wieder nur vom Auto her gedacht, finden KritikerInnen der Pläne.
       
   IMG Bild: ZwWischen dem Rosenthaler Platz und der Chausseestraße soll ab kommendem Jahr gebaut werden
       
       taz | Es gab mal eine Vision für die Torstraße: Eine „attraktive Straße mit
       hoher Aufenthaltsqualität“ sollte aus der Ost-West-Achse werden. Gemäß
       Mobilitätsgesetz werde es „komfortable Radverkehrsanlagen“ geben, die
       Gehwegbreiten würden erhalten und behindertengerecht ausgebaut, der Raum
       für Kfz-Stellplätze reduziert. So lautete 2022 der Plan der damals grün
       geführten Senatsverkehrsverwaltung. Dann wechselten die politischen
       Mehrheiten.
       
       Nun hat [1][das Haus unter Senatorin Ute Bonde (CDU)] den Planungsstand in
       Sachen Torstraße veröffentlicht – und wieder einmal klar gemacht, dass sie
       die grünen Ideen für Bullerbüträume von gestern hält: Nach Bedenken von
       Anliegern, Gewerbetreibenden und Feuerwehr habe man alles noch einmal
       geprüft und „Defizite im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der
       verkehrlichen Leistungsfähigkeit“ festgestellt. Konkret: Es habe zu wenig
       (nämlich gar keine) Stellplätze geben sollen, Lieferverkehr und
       Einsatzfahrzeuge hätten zu wenig Spielraum gehabt. [2][Das wurde nun
       korrigiert.]
       
       Bei Mobilitäts- und Umweltorganisationen kommt das gar nicht gut an. „Alle
       Ziele ordnen sich dem unbedingten Erhalt als Autoschneise mit vier
       Fahrspuren unter“, kritisiert der BUND. So werde ein Hochbord-Radweg auf
       der südlichen Seite von der aktuellen Gehwegbreite „abgezwackt“, und
       „dutzende gesunde Bäume“ würden dem Umbau geopfert. „Diese Planungen werden
       ausgerechnet zu einem Zeitpunkt bekannt, an dem sich die schwarz-rote
       Koalition für ihre sehr spät entdeckte Baumliebe aufgrund des
       Baumentscheids feiert.“
       
       Der Querschnitt der Torstraße hätte „alle Möglichkeiten“ geboten,
       „Stadtnatur, Klimaanpassung, Verkehrswende und den Bedarf für motorisierten
       Verkehr unter einen Hut zu bringen“, indem man – wir zuerst vorgesehen –
       die Auto-Spuren auf eine pro Richtung reduziert hätte, findet der BUND.
       „Schwächen des früheren Entwurfs“ hätte man durch abwechselnde Lieferzonen
       auf beiden Straßenseiten und eine überbreite Radspur als „Safety Lane“ für
       Einsatzfahrten lösen können.
       
       Der Verein Changing Cities bemängelt über das Grundsätzliche hinaus auch
       gefährliche Planungsdetails: So ende der Rad-Schutzstreifen in Richtung
       Osten rund 40 Meter vor dem Rosenthaler Platz im Nichts, an der
       Gartenstraße kreuzten eine Fahrradstraße und ein Schulweg die Torstraße
       ohne Ampel. „Egal was die Regelwerke vorschreiben, Senatorin Bonde und ihre
       Verwaltung setzen das Wahlversprechen der CDU um: Für den Autoverkehr
       alles, für alle anderen nichts“, meint Changing-Cities-Sprecherin Ragnhild
       Sørensen.
       
       Die MobilitätsaktivistInnen wünschen sich nun viel Beteiligung bei zwei
       Terminen: [3][Am Mittwoch lädt das Bezirksamt Mitte in die Begegnungsstätte
       „Mehr Mitte“ ein.] Dort stehen die Stadträte für Stadtentwicklung sowie für
       Straßen und Grünflächen, Ephraim Gothe (SPD) und Christopher Schriner
       (Grüne), zum Dialog bereit. Und am 19. 11. will die Senatsverwaltung in
       ihren Räumen in der Brunnenstraße 111 informieren.
       
       27 Oct 2025
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Claudius Prößer
       
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