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       # taz.de -- Offshore-Parks: Windanlagenbauer Vestas legt Expansionspläne auf Eis
       
       > Das dänische Unternehmen stoppt den Bau einer polnischen Fabrik für
       > Rotorblätter. Geplante 1.000 Arbeitsplätze werden wohl nicht entstehen.
       
   IMG Bild: Rotorblätter stellt Vestas bereits in Dänemark (Nakskov) und Italien (Taranto) her
       
       taz | Der dänische Windturbinen-Hersteller Vestas legt die Eröffnung seiner
       geplanten Fabrik für Rotorblätter im polnischen Stettin wegen schwacher
       europäischer Nachfrage auf Eis. Das berichtet die Financial Times.
       
       Ursprünglich sollte die Fabrik vom kommenden Jahr an die Rotorblätter für
       das Offshore-Flaggschiff von Vestas mit 15 Megawatt Nennleistung
       produzieren. [1][Mehr als 1.000 direkte Arbeitsplätze sollten entstehen].
       
       Bereits 2023 hatte das Unternehmen die Flächen für den Bau der Fabrik
       erworben. Vestas begründete seine Standortentscheidung damals damit, dass
       sich das Unternehmen „bei der Produktionsstrategie auf Märkte mit
       langfristiger Marktsicherheit und einem nachhaltigen Auftragsvolumen“
       konzentriere. Zwar sollte der Standort Stettin auch „bis zu einem gewissen
       Grad“ globale Märkte bedienen, doch der Schwerpunkt sollte klar auf Europa
       liegen.
       
       Allerdings erwiesen sich die europäischen Märkte dann doch nicht als so
       stabil wie erhofft. Das Unternehmen begründete den aktuellen Baustopp
       damit, dass [2][die Nachfrage in diesem Kernmarkt geringer sei als einst
       prognostiziert]. Die Frage, wieviel Geld Vestas an dem Standort an der
       Ostsee bereits investiert hat, ließ ein Sprecher des Unternehmens
       unbeantwortet.
       
       ## Onshore-Produktion läuft weiter
       
       Vestas betreibt bereits zwei andere Werke in Polen: eine Fabrik für die
       Montage der Gondeln von Windkraftanlagen, die im Januar 2025 ihren Betrieb
       aufgenommen hat, sowie eine seit 2009 bestehende Rotorblattfertigung für
       Onshore-Anlagen in Goleniów bei Stettin. Nach eigenen Angaben beschäftigt
       Vestas in Polen aktuell mehr als 1.900 Mitarbeiter.
       
       Die Entscheidung, den Aufbau eines dritten Werks zu unterbrechen, habe
       keine Auswirkungen auf laufende Windparkprojekte, sagte ein Firmensprecher
       auf Anfrage. Denn Rotorblätter, wie sie in Stettin gefertigt werden
       sollten, stellt Vestas auch bereits in Dänemark (Nakskov) und Italien
       (Taranto) her. Dort werde die Produktion derzeit hochgefahren.
       
       Offenbar nebensächlich war bei der Entscheidung von Vestas die Entwicklung
       der US-amerikanischen Windkraftpolitik – und doch trübt der Blick über den
       Atlantik die Stimmung in der Branche. Im August hatte [3][die US-Regierung
       einen vorläufigen Baustopp für das bereits zu 80 Prozent vollendete
       Windkraftprojekt „Revolution Wind“] vor der US-Küste verfügt. Das
       betroffene Projektunternehmen, ein Joint Venture des dänischen
       Windparkentwicklers Ørsted mit einem Konsortium unter der Leitung von
       Skyborn Renewables (die als Tochter der Global Infrastructure Partners zum
       Blackrock-Konzern gehört), reichte im September vor dem US-Bezirksgericht
       von Columbia Klage gegen die Anordnung des Bureau of Ocean Energy
       Management des US-Innenministeriums ein.
       
       Während der Aktienkurs von Ørsted nach dem angeordneten Baustopp damals um
       fast 30 Prozent einbrach, zeigte sich die Vestas-Aktie nach dem aktuellen
       Stopp des Projekts in Polen kaum verändert – offenbar halten derzeit viele
       Marktakteure die Auswirkungen auf die Profitabilität des Unternehmens für
       gering.
       
       21 Oct 2025
       
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