# taz.de -- Koranverbrennungen in Schweden: Rechtsextremer Politiker muss doch nicht ins Gefängnis
> Rasmus Paludan war vor knapp einem Jahr in Malmö wegen Volksverhetzung
> verurteilt worden. Eine Freiheitsstrafe gegen ihn wird nun umgewandelt.
IMG Bild: Rasmus Paludan im August 2022 in Stockholm
Malmö dpa | [1][Ein rechtsextremer und islamfeindlicher Politiker entgeht
in Schweden nun doch einer Freiheitsstrafe]. Nachdem der 43-Jährige
zunächst wegen Volksverhetzung bei zwei Zusammenkünften in Südschweden zu
mehreren Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde er von einem
Berufungsgericht in einem der beiden Fälle freigesprochen.
Seine Freiheitsstrafe wird deshalb in eine Bewährungsstrafe mit Geldstrafen
umgewandelt, wie das Gericht in Malmö mitteilte. Bei der Begründung verwies
es auch darauf, dass frühere dänische Verurteilungen beim Strafmaß – anders
als von der Vorinstanz bewertet – keine entscheidende Bedeutung haben
sollten.
Der dänisch-schwedische Politiker und Provokateur Rasmus Paludan war vor
knapp einem Jahr vom Amtsgericht Malmö [2][wegen Hetze gegen Muslime] bei
zwei Zusammenkünften in der südschwedischen Stadt im Jahr 2022 sowie
außerdem wegen Beleidigung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Bei
den Aktionen hatte er auch [3][Exemplare des Korans verbrannt].
## Wo endet Religionskritik, wo beginnt Volksverhetzung?
Gegen das Urteil war Paludan in Berufung gegangen. Das nun zuständige
Gericht kam zu der Einschätzung, dass seine Aussagen in einem der Fälle als
Religionskritik zu deuten seien, die nicht unter Volksverhetzung falle. Das
neue Urteil kann noch vor dem Obersten Gericht von Schweden angefochten
werden.
Koranverbrennungen hatten im Jahr 2023 großen diplomatischen Ärger für
Schweden ausgelöst und den damals ohnehin schwierigen Weg des Landes in die
Nato weiter verkompliziert. Viele der damaligen Vorfälle gingen auf das
Konto eines anderen Mannes. Paludan hatte jedoch bereits mit ähnlichen
Aktionen in den Vorjahren immer wieder Ärger heraufbeschworen und Unruhen
ausgelöst, zunächst in Dänemark, dann in Schweden. In Dänemark ist er
bereits früher wegen ähnlicher Straftaten verurteilt worden.
6 Oct 2025
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