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       # taz.de -- Maßnahmen für Naturschutz und Klima: EU-Umweltagentur fordert von Ländern, mehr zu tun
       
       > Um den Green Deal einzuhalten, müssten die Mitgliedsländer die
       > vereinbarten politischen Maßnahmen vorantreiben – das verlangt die
       > EU-Umweltagentur.
       
   IMG Bild: Besonders ältere Menschen leiden unter der Hitze
       
       Kopenhagen afp | Die EU-Umweltagentur (EEA) hat die Mitgliedsstaaten zu
       mehr Entschlossenheit beim Naturschutz und der Anpassung an den Klimawandel
       aufgerufen. Zwar seien „bedeutende Fortschritte“ [1][bei der Verringerung
       von Treibhausgasemissionen] und Luftverschmutzung gemacht worden, die
       EU-Mitgliedsstaaten müssten jedoch „die Umsetzung der bereits im Rahmen des
       [2][Europäischen Green Deals] vereinbarten politischen Maßnahmen und
       längerfristigen Schritte zur Förderung der Nachhaltigkeit vorantreiben“,
       erklärte die EEA in ihrem am Montag veröffentlichten jüngsten Bericht.
       
       „Der Gesamtzustand der Umwelt in Europa ist nicht gut“, hieß es von der EEA
       weiter. Die Natur des Kontinents sei „weiterhin von Zerstörung, Übernutzung
       und Verlust der biologischen Vielfalt betroffen“. Der EEA-Bericht beruht
       nach Angaben der Autoren auf Daten aus 38 europäischen Staaten.
       
       Insbesondere verwies die EEA auf zunehmende Wasserknappheit und die
       übermäßige Nutzung von Böden. Etwa 81 Prozent der geschützten Lebensräume
       befänden sich in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand, 60 bis 70
       Prozent der Böden seien degradiert und 62 Prozent der Gewässer in keinem
       guten ökologischen Zustand. Der Klimawandel verschärfe die Wasserknappheit.
       Es sei jedoch möglich, durch bessere politische Steuerung, technologische
       Innovationen, Wasserwiederverwendung und Sensibilisierung der
       Öffentlichkeit bis zu 40 Prozent des Wasserverbrauchs in der
       Landwirtschaft, der Wasserversorgung und der Energieerzeugung einzusparen.
       
       Eine wachsende Herausforderung stellten auch indirekte Auswirkungen des
       Klimawandels dar, wie etwa Schäden an Gebäuden oder
       Infrastruktureinrichtungen durch Extremwetter. So verweist die EEA darauf,
       dass 19 Prozent der Europäerinnen und Europäer bei Hitze nicht in der Lage
       seien, in ihren Wohnungen eine angenehme Temperatur aufrechtzuerhalten.
       
       ## Immerhin: Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Feinstaub ist gesunken
       
       Auch die finanziellen Auswirkungen von Extremwetterereignissen nahmen dem
       EEA-Bericht zufolge zu. So seien die damit verbundenen jährlichen
       durchschnittlichen wirtschaftlichen Einbußen zwischen 2020 und 2023 um das
       Zweieinhalbfache größer gewesen als zwischen 2010 und 2019. Allein die
       [3][Überflutungen in Slowenien] im Jahr 2023 hätten Schäden im Umfang von
       16 Prozent des nationalen Bruttoinlandsprodukts verursacht.
       
       Deutlich positiver sind die EEA-Daten zu den gesundheitlichen Auswirkungen
       von Luftverschmutzung. Zwischen 2005 und 2022 seien die Todesfälle im
       Zusammenhang mit Feinstaub in der Atemluft um 45 Prozent gesunken.
       
       29 Sep 2025
       
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