URI:
       # taz.de -- momentaufnahmen: Wenn eine Brücke den Turnschuhen gehört
       
       Das sanfte Trappeln, das erklingt, wenn sich Tausende Menschen in
       Turnschuhen in Bewegung setzen, auf der Straße, auf die Brücke … Sofort ist
       vergessen, dass wir um 6.30 Uhr aufgestanden und mit den Rädern von St.
       Pauli durch den Alten Elbtunnel gefahren sind – zum Start für den
       Köhlbrandbrückenlauf.
       
       Die 12,3 Kilometer laufen heute mehr als 8.500 Menschen, einmal über die
       Brücke und zurück. Einige legen die Strecke mehr gehend denn rennend
       zurück, viele machen immer wieder Selfies. Sonst ist die „Golden Gate von
       Hamburg“ ja Autos und Lkw vorbehalten.
       
       Unvergleichlich, ganz oben auf der Brücke zu den beiden blauen Pylonen
       hochzuschauen, an denen die Brücke an 88 Trageseilen aus Stahl hängt –
       unten breitet sich der Hafen, die Stadt aus.
       
       Doch die Tage des Bauwerks, das Bundespräsident Walter Scheel 1974 mit
       einem dreitägigen Fest einweihte, zu dem 600.000 Leute kamen, sind gezählt.
       Die Durchfahrtshöhe von 53 Metern reicht nicht mehr für die immer höher
       werdenden Containerschiffe aus. Aber jetzt so bei dem Lauf: Was für ein
       Verlust wäre es doch, diese Brücke abzureißen. Ilka Kreutzträger
       
       11 Oct 2025
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Ilka Kreutzträger
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA