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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Wadephul kritisiert die israelische Militäroffensive in Gaza
       
       > Vor der UN-Generalversammlung verschärft Deutschland erneut den Ton
       > gegenüber der israelischen Regierung. Bei einem israelischen
       > Drohnenangriff sollen im Libanon fünf Menschen gestorben sein.
       
   IMG Bild: Johann Wadephul (CDU) vor dem Flug nach New York zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung
       
       ## Wadephul für Start von Zweistaaten-Prozess Israel-Palästina
       
       Außenminister Johann Wadephul kritisiert [1][die israelische
       Militäroffensive in Gaza-Stadt] als völlig falschen Weg und verlangt den
       [2][Start eines Zweistaaten-Prozesses] mit den Palästinensern. „Für
       Deutschland steht die Anerkennung eines palästinensischen Staats eher am
       Ende des Prozesses“, betonte der CDU-Politiker zwar vor dem Abflug zur
       UN-Generaldebatte nach New York. „Aber ein solcher Prozess muss jetzt
       beginnen.“
       
       „Ein Palästinenser-Staat ist unser Ziel. Wir stehen für die
       Zweistaatenlösung. Es gibt keinen anderen Weg“, sagte der Außenminister vor
       Kameras. Dieser müsse aber in Verhandlungen erreicht werden. „Niemand
       sollte an dieser Stelle eine Politik verfolgen, mit dem Kopf durch die Wand
       zu wollen. Der Weg der Verständigung, des Ausgleichs, der Verhandlungen
       bleibt der schwierige, der mühevolle Mittelweg. Aber für diesen steht die
       Bundesrepublik Deutschland“, betonte der CDU-Politiker.
       
       Wadephul will am Nachmittag vor der morgen beginnenden UN-Generaldebatte an
       einer von Frankreich und Saudi-Arabien organisierten Konferenz zur Stärkung
       der Zweistaatenlösung zwischen Israel und den Palästinensern teilnehmen.
       Die Bundesregierung verlangt seit langem eine zwischen Israelis und
       Palästinensern ausgehandelte Zweistaatenlösung, bei der Juden und
       Palästinenser friedlich in zwei getrennten eigenen Staaten nebeneinander
       leben. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die
       islamistische Hamas lehnen das ab.
       
       „Was die Region jetzt braucht, ist ein umgehender Waffenstillstand,
       deutlich mehr humanitäre Hilfe für die Menschen in Gaza und die sofortige,
       bedingungslose Freilassung der Geiseln“, verlangte Wadephul. Die
       israelische Offensive auf Gaza-Stadt sei der völlig falsche Weg. „Jegliche
       Schritte zu einer völkerrechtswidrigen Annexion von besetzten Gebieten
       untergraben zudem die Chance, den Konflikt nachhaltig zu lösen“, warnte er
       weiter. „So fern sie auch gerade in diesen Stunden ist: Eine verhandelte
       Zweistaatenlösung ist der Weg, der Israelis wie Palästinensern ein Leben in
       Frieden, Sicherheit und Würde ermöglichen kann“, betonte Wadephul.
       
       Am Vorabend der UN-Generaldebatte mit Staats- und Regierungschefs aus aller
       Welt wollen am Montag weitere Länder einen Staat Palästina anerkennen.
       Neben Paris haben auch etwa Belgien und Neuseeland eine Anerkennung gegen
       den Widerstand Israels angekündigt oder angedeutet. [3][Großbritannien,
       Kanada und Australien hatten den vor allem symbolischen Schritt als erste
       große westliche Wirtschaftsnationen bereits am Sonntag verkündet]. (dpa)
       
       ## Fünf Tote bei israelischem Drohnenangriff im Libanon
       
       Bei einem israelischen Drohnenangriff sollen im Libanon fünf Menschen ums
       Leben gekommen sein. Unter den Todesopfern in der Stadt Bint Dschbeil seien
       drei Kinder, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Sonntag mit.
       Zwei weitere Menschen seien verletzt worden, darunter auch die Mutter der
       Kinder. Parlamentspräsident Nabih Berri sagte, vier der Getöteten, die drei
       Kinder und ihr Vater, besäßen die US-Staatsbürgerschaft. Das
       US-Außenministerium teilte hingegen mit, dass offenbar keiner der fünf
       Toten US-Staatsbürger sei – die Lage sei jedoch nicht abschließend geklärt.
       
       Das israelische Militär erklärte, es habe einen Kämpfer der Schiitenmiliz
       Hisbollah ins Visier genommen. Dieser habe „innerhalb der Zivilbevölkerung
       agiert“. Die Armee räumte ein, dass bei dem Angriff Zivilisten getötet
       wurden, und kündigte an, den Vorfall untersuchen zu wollen. (ap)
       
       22 Sep 2025
       
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