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       # taz.de -- Staudamm am Blauen Nil eingeweiht: Äthiopien feiert seine neue Energie
       
       > Mit einer großen Feier hat Äthiopien den GERD-Staudamm am Blauen Nil
       > offiziell in Betrieb genommen. Das nächste Ziel heißt Elektromobilität.
       
   IMG Bild: Äthiopische Fahnen flatter vor einem Wasserkraftwerk am GERD-Staudamm, 9. September
       
       Berlin taz | Der [1][Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) am Blauen Nil]
       ist offiziell in Betrieb und Äthiopien gibt sich einer seltenen [2][Welle
       patriotischer Einheit] hin. Von Tigray bis Oromo loben Politiker, die
       ansonsten die äthiopische Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed eher
       ablehnen, die Fertigstellung des größten Staudamms in Afrika.
       
       Insbesondere die einstigen Kriegsgegner in Äthiopiens Nordregion Tigray
       sind im Stolz vereint. Die mittlerweile aufgelöste TPLF
       (Tigray-Volksbefreiungsfront), die Äthiopien bis 2018 regierte und 2020 für
       zwei Jahre in Tigray in den bewaffneten Aufstand gegen die äthiopische
       Zentralmacht trat, sieht den 2011 begonnenen Bau des GERD ebenso als ihr
       Werk an wie Abiy Ahmed selbst.
       
       Der Damm und das damit betriebene Wasserkraftwerk wurden am Dienstag
       [3][von Abiy Ahmed] im Beisein zahlreicher afrikanischer Staatsgäste
       offiziell eingeweiht. Anwesend waren die Staats- beziehungsweise
       Regierungschefs von Kenia, Somalia, Dschibuti, Südsudan, Eswatini und
       Barbados. In seiner Ansprache erklärte Abiy, der Dammbau sei „der größte
       Erfolg in der Geschichte der Schwarzen“. Er sei der Beweis dafür, dass
       Äthiopier zu allem fähig seien und dass sie Dinge, die sie ankündigen, auch
       umsetzen.
       
       Das 2011 begonnene Bauprojekt staut den Nil mit einer 145 Meter hohen
       Staumauer in einem 74 Kubikkilometer Wasser umfassenden See auf, was nahezu
       der Jahresmenge an Nilwasser insgesamt entspricht – ein Umstand, der in den
       flussabwärts liegenden Nilanrainern Sudan und Ägypten seit Jahrzehnten für
       eine vehemente Ablehnung des Projekts sorgte, am Ende vergeblich. 13
       Turbinen erzeugen Wasserkraft mit einer Stromkapazität von mit bis zu 5.150
       Megawatt. Bei der Inbetriebnahme am Dienstag wurden knapp 4.823 Megawatt
       erreicht. Damit wird Äthiopiens Stromkapazität ungefähr verdoppelt, so
       Experten.
       
       Die äthiopische Regierung will hoch hinaus. Stromexporte nach Südsudan,
       Kenia und Tansania sollen Einnahmen von einer Milliarde US-Dollar
       generieren, womit die GERD-Baukosten von über vier Milliarden US-Dollar –
       sämtlich eigenfinanziert – schnell wieder hereingeholt werden dürften. Die
       Stromknappheit in der Hauptstadt Addis Abeba, die viele Menschen zur
       Nutzung von umweltschädlichen Dieselgeneratoren zwingt, soll der
       Vergangenheit angehören.
       
       Und Äthiopien will zu einem afrikanischen [4][Vorreiter der
       Elektromobilität] werden. 2024 wurde ein Verbot der Einfuhr von
       Verbrennerautos ab 2030 beschlossen. Nach Regierungsangaben zählt das Land
       mit 130 Millionen Einwohnern 1,6 Millionen Autos, davon 115.000
       Elektroautos. Zudem seien laut Regierung weitere Energieprojekte in
       Planung, darunter [5][mehrere Atomkraftwerke].
       
       10 Sep 2025
       
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   DIR [1] /Grand-Ethiopian-Renaissance-Dam/!6111919
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   DIR [3] https://x.com/AbiyAhmedAli/status/1965453328567206123
   DIR [4] https://energyforgrowth.org/article/ethiopias-ev-pivot-how-one-of-africas-least-motorized-countries-became-its-most-electrified/
   DIR [5] https://africa.businessinsider.com/local/markets/ethiopia-sets-its-sights-on-nuclear-power-as-part-of-a-dollar30-billion-plan/rbgphw9
       
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   DIR Dominic Johnson
       
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