# taz.de -- US-Chiphersteller in der Krise: US-Regierung will Intel offenbar zu 10 Prozent übernehmen
> Der einst weltgrößte Halbleiterproduzent schwächelt. Nun könnte der Staat
> einsteigen. Und der japanische Investor Softbank investiert Milliarden.
IMG Bild: Intel steckt in der Krise, aber jetzt könnte es gleich mehrere Finanzspritzen geben
Bangalore/San Francisco/Tokio/Berlin reuters/taz | Rettungsmission für
Intel: Die Trump-Regierung erwägt, eine Beteiligung in Höhe von rund zehn
Prozent an dem kriselnden Chip-Hersteller zu erwerben. Das berichten Medien
[1][wie die New York Times] und [2][die Nachrichtenagentur Bloomberg].
Damit würde der Staat zum größten Anteilseigner des Konzerns aufsteigen,
der einst der weltgrößte Halbleiterproduzent war.
Erst einmal bekommt der Konzern aber noch eine Finanzspritze aus der
Wirtschaft: Der japanische Technologie-Investor Softbank teilte am Dienstag
mit, im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Intel-Aktien für insgesamt zwei
Milliarden US-Dollar kaufen zu wollen. Mit dieser Transaktion wird Softbank
zu einem der zehn größten Investoren bei Intel.
„Diese strategische Investition spiegelt unsere Überzeugung wider, dass die
Produktion hochmoderner Halbleiter in den USA weiter zunehmen wird“, sagte
Softbank-Chef Masayoshi Son. Intel werde dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Der Hersteller hat den Trend zur Künstlichen Intelligenz (KI) verschlafen
und keine konkurrenzfähigen Prozessoren für diese Technologie im Programm.
Außerdem hinkt die Firma aus dem Silicon Valley bei den Fertigungsmethoden
hochmoderner Chips dem weltgrößten Auftragsfertiger TSMC hinterher.
Gleichzeitig verliert Intel Marktanteile bei klassischen Prozessoren an den
Erzrivalen AMD. Geplante Projekte in Europa, [3][darunter eine Chip-Fabrik
in Magdeburg, hat der US-Konzern abgesagt].
## Milliarden-Verluste in den vergangenen Quartalen
Intel hat in den vergangenen Quartalen Milliarden-Verluste aufgehäuft.
Konzernchef Lip-Bu Tan will das ehemalige Vorzeigeunternehmen mit einem
harten Sparkurs wieder flott machen. Der Manager steht jedoch wegen seiner
geschäftlichen Verbindungen mit China unter Druck. US-Präsident Donald
Trump hatte deswegen zeitweise seine sofortige Ablösung gefordert.
Die Investitionsentscheidung von Softbank habe nichts mit Trumps Forderung
zu tun, betonte ein Insider am Dienstag. Die japanische Beteiligungsfirma
strebe keinen Sitz im Intel-Verwaltungsrat an und verpflichte sich auch
nicht zum Kauf von Prozessoren des Unternehmens.
Die in Frankfurt notierten Intel-Aktien stiegen als Reaktion auf den
Softbank-Einstieg am Dienstag um 5,5 Prozent. „Die Investition hilft zwar,
bringt für Intel aber nicht die Wende“, sagte Amir Anvarzadeh,
Anlagestratege für Japan beim Vermögensberater Asymmetric Advisors. Für Son
gehe es wohl eher darum, seine gute Beziehung zu Trump zu bewahren.
Softbank-Papiere rutschten in Tokio um vier Prozent ab.
Der Intel-Deal ist der bislang letzte in einer Reihe milliardenschwerer
US-Investitionen von Softbank. Die japanische Firma beteiligt sich unter
anderem am ChatGPT-Entwickler OpenAI und am US-Projekt „Stargate“. In
dessen Rahmen sollen für 500 Milliarden Dollar neue KI-Rechenzentren
entstehen. Außerdem will Softbank gemeinsam mit dem weltgrößten
Elektronik-Auftragsfertiger Foxconn in den USA Equipment für Rechenzentren
produzieren.
19 Aug 2025
## LINKS
DIR [1] https://www.nytimes.com/2025/08/18/technology/intel-trump-government-stake.html
DIR [2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-08-18/trump-administration-said-to-discuss-taking-a-10-stake-in-intel
DIR [3] /Nach-Intel-Aus-in-Magdeburg/!6104499
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