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       # taz.de -- Stromnetzfinanzierung aus KTF: Schwarz-Rot plündert die Zukunft
       
       > Statt damit die Zukunft zu gestalten, bedient sich die Bundesregierung am
       > Klimafonds um Stromnetz und Klimastrafen zu finanzieren.
       
   IMG Bild: Schwarz statt grün is die Zukunft der Energiewende, Dank geht raus an die Gaslobby
       
       Er nennt sich [1][„Klima- und Transformationsfonds“] (KTF), die
       Bundesregierung beschreibt ihn selbst als „wichtiges Instrument zur
       Finanzierung der Energiewende und des Klimaschutzes“. Insofern ist absurd,
       was das Kabinett von Friedrich Merz derzeit praktiziert: Am Mittwoch
       beschloss die Regierung, die Betreiber des Stromnetzes mit 6,5 Milliarden
       Euro zu pampern.
       
       Erklärtes Ziel ist, dass der Strompreis sinkt, die vier Monopolisten
       Transnet, Tennet, Amprion und 50Hertz sollen ihre Netzentgelte senken – um
       eben diesen Betrag. Obwohl das weder mit „Transformation“ noch mit dem
       Klimaschutz etwas zu tun hat, kommt das Geld dafür [2][aus dem Klimafonds].
       
       Zum Beispiel Gasumlage: Wer im Winter seinen Haushalt mit Erdgas beheizt,
       bezahlte bislang dafür, dass die Erdgasspeicher bevorratet werden. Nun
       kommt das Geld aus dem KTF: 3,4 Milliarden Euro jährlich. Bezahlen müssen
       damit auch die, die ihre Wohnung gar nicht mit fossilem Erdgas beheizen,
       sondern beispielsweise auf eine klimafreundliche Wärmepumpe umgestiegen
       sind.
       
       Besonders absurd wird es bei den Strafzahlungen an die EU wegen
       unterlassenen Klimaschutzes: Im Bundeshaushalt ist vorgesehen, diese
       ausgerechnet aus dem Klima- und Transformationsfonds zu begleichen,
       Fachleute rechnen mit um die 20 Milliarden Euro.
       
       Da wirken die gut 20 Milliarden, die Deutschland 2024 hätte berappen
       müssen, um sich den Übertragungsnetzbetreiber Tennet zu kaufen, wie ein
       Witz: Die 10.000 Kilometer Hochspannungsleitungen besitzt derzeit der
       niederländische Staat, der im vergangenen Jahr rund 1,75 Milliarden Euro
       Gewinn einsackte.
       
       Weil die Kapitalrendite bei knapp 7 Prozent liegt und die Netzbetreiber
       Gebietsmonopolisten sind, gibt es an ihnen weltweit großes Interesse: Der
       Einstieg der State Grid Corporation of China bei dem ostdeutschen
       Netzbetreiber 50Herz konnte 2018 nur verhindert werden, weil die Regierung
       selbst das Paket kaufte.
       
       Es geht also, wenn der Wille da ist. Statt die Zukunft zu gestalten,
       plündert diese Regierung [3][den Klima- und Transformationsfonds].
       
       4 Sep 2025
       
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