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       # taz.de -- Bewegungstermine in Berlin: Mit Trompeten gegen Raketen
       
       > Bernd Langer berichtet über die Antifa-Geschichte, die er mitgestaltet
       > hat. Und die Künstler:innen von Lebenslaute werben fürs Desertieren.
       
   IMG Bild: Kämpfen mit Musik gegen deutsche Verhältnisse: Die Musiker:innen von Lebenslaute
       
       Bernd Langer blickt auf ein antifaschistisches Leben zurück. Der 65-Jährige
       war entscheidend am Aufbau der bundesweiten Antifa-Strukturen in der BRD
       beteiligt. In den 1990ern gehörte er zur berüchtigten Autonomen Antifa (M)
       Göttingen. Auch gegen Langer wurde damals wegen Mitgliedschaft in einer
       terroristischen Vereinigung ermittelt. Als Künstler versucht er, zum Bruch
       mit Konventionen anzuregen und eine Kunst von der Bewegung für die Bewegung
       zu machen.
       
       Doch Langer ist nicht nur Veteran, sondern auch Chronist der
       antifaschistischen Bewegung. In drei Bänden hat er die [1][Geschichte der
       Antifa] aufgearbeitet – vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Am 1.
       Oktober erscheint der dritte Band. Wer sich also tiefer mit dem
       antifaschistischen Kampf befassen will (aber vor dem Gewicht der 1.200
       Trilogie-Seiten zurückschreckt), kann ins Alternative Jugendprojekt Horte
       in Strausberg fahren, wo Langer sein Buch vorstellen wird (Freitag, 8.
       August, Peter-Göring-Str. 25, 18 Uhr).
       
       Ein wichtiger Aspekt des derzeitigen Comebacks der extremen Rechten sind
       die christlichen Fundamentalist:innen. Die treiben schon längst nicht mehr
       nur in hinterwäldlerischen Teilen der USA ihr Unwesen, sondern arbeiten
       europaweit hochprofessionell, um ihren Einfluss in den Parlamenten zu
       stärken. In Deutschland haben diese Kräfte zuletzt beispielsweise versucht,
       das Selbstbestimmungsgesetz zu sabotieren, das Abtreibungsverbot zu
       erhalten und die Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf als Richterin für das
       Bundesverfassungsgericht zu sabotieren. Eine Veranstaltung will [2][die
       transnationalen Netzwerke der Fundis beleuchten] – und Gegenstrategien
       diskutieren (Freitag, 8. August, Aquarium, Admiralstraße 1-2, 19 Uhr).
       
       ## CSD in Bautzen verteidigen
       
       Munter wird es am Samstag. Da spielt die aktivistische
       Künstler:innengruppe Lebenslaute wieder Konzerte, im Rahmen ihrer
       Aktionswoche [3][„Mit Pauken und Trompeten gegen Grenzzäune und Raketen“].
       Die Musiker:innen sind bekannt dafür, klassische Musik mit zivilem
       Ungehorsam zu verknüpfen. Am Samstag spielt die Gruppe am 80. Jahrestags
       des Atombombenabwurfes in Hiroshima und Nagasaki auf einer Kundgebung am
       Deserteur-Denkmal in Potsdam (Platz der Einheit, 11 Uhr), abends gibt es
       noch ein weiteres Konzert (Potsdam, Französische Kirche, 19 Uhr).
       
       Abgerundet werden kann das Wochenende schließlich mit einer Verteidigung
       von queerer Vielfalt. Am Sonntag findet der [4][CSD in Bautzen ] statt, wo
       im vergangenen Jahr Hunderte Neonazis eine Regenbogenflagge verbrannten und
       das vielfältige Leben militant einzuschüchtern versuchten. Um am CSD
       teilzunehmen und diesen auch zu schützen, gibt es Busanreisen aus Berlin.
       Tickets dafür gibt es im Späti in der Lenaustraße 5 in Neukölln und im Baiz
       (Schönhauser Allee 26a). Dort erfahren Interessierte auch die genauen
       Abfahrtszeiten.
       
       6 Aug 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://stressfaktor.squat.net/node/319967
   DIR [2] https://www.instagram.com/p/DMhnLq8sqVj/?hl=de&img_index=1
   DIR [3] https://www.lebenslaute.net/
   DIR [4] https://stressfaktor.squat.net/node/320091
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Timm Kühn
       
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