# taz.de -- Klimaschutz unter Trump: US-Regierung will Auswirkung von Treibhausgasen verharmlosen
> Trumps Umweltbehörde will Treibhausgase nicht mehr als umweltschädlich
> bezeichnen. Und das, obwohl die USA zunehmend Klimakatastrophen erleben.
IMG Bild: Die Flutkatastrophe im Texas Hill Country wurde aufgrund der Erderhitzung intensiver und wahrscheinlicher
Washington taz | Die US-Regierung um Präsident Donald Trump hat
angekündigt, eine der wichtigsten Entscheidungen der letzten Jahre im Kampf
gegen den Klimawandel wieder aufzuheben. Wie die US-Umweltschutzbehörde EPA
am Dienstag erklärte, wolle man die Einstufung, dass Treibhausgase
gesundheitsschädlich sind, rückgängig machen, um damit die Bürokratie
abzubauen und die Kosten für Verbraucher zu senken.
EPA-Administrator Lee Zeldin besuchte ein Autohaus im US-Bundesstaat
Indiana, um die Pläne seiner Behörde offiziell zu verkünden. Der Standort
war nicht zufällig ausgewählt, da vor allem die verschärften
Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge in den USA auf der Verordnung aus dem
Jahr 2009 beruhen.
Die sogenannte „Endangerment Finding“, die Zeldin zurücknimmt, ist die
wissenschaftliche Grundlange, die es der Umweltbehörde während der
vergangenen 16 Jahren erlaubte, Treibhausgas-Emissionen wie Kohlendioxid
oder Methan in Fahrzeugen, Stromkraftwerken oder der Ölproduktion zu
regulieren und reduzieren. Als rechtliche Grundlage dient der Clean Air Act
(Luftreinheitsgesetz).
Die Entscheidung der US-Regierung, die Befugnisse der amerikanischen
Umweltschutzbehörde in Zukunft stark einzuschränken, wird von
Umweltschutzorganisationen scharf kritisiert.
## Klimawandel-Leugnung nun offizielle US-Position
„Fast täglich kommt es vermehrt zu extremen Wetterereignissen,
Rekordhitzewellen, tödlichen Überschwemmungen und Dürren, die unser Leben
und unsere Gemeinschaften bedrohen – und all dies ist unbestreitbar die
Folge von Treibhausgasemissionen“, sagte die Vorsitzende der
Umweltschutzorganisation Sierra Club, Loren Blackford.
Die Organisation ging noch einen Schritt weiter und erklärte, dass mit
dieser Entscheidung auch den letzten Zweiflern klar sein sollte, dass die
Leugnung des Klimawandels nun die offizielle Politik der amerikanischen
Bundesregierung sei.
Der Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen durch das
Verbrennen von Kohle, Öl und Gas und dem Klimawandel ist wissenschaftlich
gesichert. 2024 war das weltweit heißeste Jahr seit Beginn der
Wetteraufzeichnung. Naturkatastrophen haben seit 2010 in den USA Schäden in
Höhe von über 1,7 Billionen Dollar verursacht und über 7.700 Menschen
getötet. Dies geht aus einer Analyse der Klimabehörde NOAA hervor.
[1][Erst am Dienstag hatte der Rückversicherer Munich Re festgestellt],
dass die Waldbrände im Januar in Los Angeles mehr Schäden anrichteten als
alle Waldbrände des Jahres 2018 weltweit zusammen, und dass der Klimawandel
eine Rolle bei Intensität und Wahrscheinlichkeit der Brände spielte.
Auch die Flutkatastrophe in Texas, [2][die mehr als 100 Menschen das Leben
kostete], wurde [3][einer Schnellstudie zufolge] durch die Erderhitzung
heftiger und wahrscheinlicher.
## Autoindustrie profitiert
„Mit diesem Vorschlag will die Trump-EPA sechzehn Jahre der Unsicherheit
für Autohersteller und amerikanische Verbraucher beenden“, sagte Zeldin.
Laut seiner Behörde könnte die Umkehr der EPA-Verordnung zu einer
jährlichen Kostenersparnis von 54 Milliarden Dollar führen. Gleichzeitig
würde mit dem Ende der „Endangerment Finding“ vielen kostspieligen
Regularien die Grundlage entzogen.
Darunter fallen auch sieben Vorschriften, die sich speziell auf die
Autoindustrie beziehen. Diese Vorschriften allein verursachten laut EPA
versteckte Kosten von mehr als einer Billion Dollar. Wie genau die
Regierung diese prognostizierten Kostenersparnisse kalkuliert hat, ließ sie
offen.
Die Trump-Regierung kritisierte in ihrer Ankündigung zudem, dass die
Regierung von Präsident Barack Obama die Klassifizierung der Treibhausgase
für politische Zwecke missbraucht hätte.
Die Öffentlichkeit hat während der nächsten 45 Tage die Gelegenheit, die
vorgeschlagene Abschaffung der „Endangermant Finding“ zu kommentieren. Mit
einer finalen Entscheidung wird erst im nächsten Jahr gerechnet. Der Sierra
Club und andere Organisationen haben bereits rechtliche Schritte
angekündigt, um dagegen vorzugehen.
30 Jul 2025
## LINKS
DIR [1] /Schaeden-durch-Naturkatastrophen/!6099485
DIR [2] /Hochwasserkatastrophe-in-Texas/!6100014
DIR [3] https://www.climameter.org/20250704-texas-floods
## AUTOREN
DIR Hansjürgen Mai
## TAGS
DIR Schwerpunkt Klimawandel
DIR Schwerpunkt USA unter Trump
DIR Treibhausgase
DIR Fossile Brennstoffe
DIR Umweltschutz
DIR klimataz
DIR Schwerpunkt Klimawandel
DIR Methan
DIR Schwerpunkt USA unter Trump
DIR Kolumne Flimmern und Rauschen
DIR Schwerpunkt USA unter Trump
DIR Schwerpunkt USA unter Trump
DIR Schwerpunkt USA unter Trump
## ARTIKEL ZUM THEMA
DIR US-Klimaforschung unter Beschuss: Wieder will die US-Regierung ein Klimainstitut schließen
Das Forschungszentrum NCAR liefert Daten für die Flugsicherheit. Die
US-Regierung nennt das „Klima-Alarmismus“ und will es auflösen.
DIR Viel Methan durch Biogas: Biogasanlagen emittieren viel Methan in Deutschland
Die Deutsche Umwelthilfe hat erstmals ermittelt, wie viel von dem
hochwirksamen Treibhausgas aus undichten Stellen in deutschen
Biogas-Anlagen kommt.
DIR USA im Shutdown: Trump-Regierung streicht 8 Milliarden für Klimaprojekte
Betroffen sind 16 Bundesstaaten. Was sie gemein haben: Dort wurde bei der
Präsidentschaftswahl vor einem Jahr die Demokratin Kamala Harris gewählt.
DIR „Bernd, das Brot“ bei John Oliver: Wie ein berühmtes deutsches Brot die USA rettet
Während Trump den Klimawandel zum Mythos erklärte, gastierte das
KiKa-Maskottchen „Bernd, das Brot“ in John Olivers Late-Night-Show. Was war
da los?
DIR Vorläufiges Ende des Zollstreits: Adieu, regelbasierte Handelspolitik
Die Einigung im Zollstreit geht eindeutig zu Lasten der EU. Damit hat Trump
Europa seine verquere Dealmaker-Logik aufgezwungen.
DIR Streit um US-Universität: Trumps großer Sieg auf dem Campus
Die Columbia University zahlt 200 Millionen Dollar und komplettiert so ihre
Unterwerfung. Dafür sollen Fördermittel wieder freigegeben werden.
DIR Streit um Epstein-Akten: Obama kontert Trumps „schwachen Versuch abzulenken“
In den USA versucht Präsident Trump, dem Streit um die Epstein-Akten zu
entkommen – mit unbewiesenen Anschuldigungen gegen Ex-Präsident Obama.
Dieser äußert sich nun.