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       # taz.de -- SPD-Kandidatin fürs Verfassungsgericht: Brosius-Gersdorf hält sich Verzicht auf Nominierung offen
       
       > Wenn Schaden für das Gericht drohe, will sich die Richterin zurückziehen.
       > Die SPD hält an ihr als Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht fest.
       
   IMG Bild: „Ich möchte auch nicht verantwortlich sein für eine Regierungskrise“: Frauke Brosius-Gersdorf in der Talk-Sendung „Markus Lanz“
       
       Berlin dpa/taz | Die Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf hält sich
       nach der Kritik aus CDU und CSU sowie in Medien an ihren Positionen einen
       Rückzug von ihrer Kandidatur zur Richterin am Bundesverfassungsgericht
       offen. Auf die Frage, ob [1][die am vergangenen Freitag im Bundestag
       geplatzte Richterwahl] und [2][der Streit um ihre Person] nicht dem
       Bundesverfassungsgericht schade, antwortete sie in der Sendung „Markus
       Lanz“ im ZDF: „Sobald das auch nur droht, würde ich an meiner Nominierung
       nicht festhalten.“
       
       Brosius-Gersdorf betonte: „Das ist ein Schaden, den kann ich gar nicht
       verantworten. Ich möchte auch nicht verantwortlich sein für eine
       Regierungskrise in diesem Land.“ Es gehe nicht mehr nur um sie. „Es geht
       auch darum, was passiert, wenn sich solche Kampagnen, und es war in Teilen
       eine Kampagne, durchsetzen, was das mit uns macht, was das mit dem Land
       macht, mit unserer Demokratie.“ Dies müsse sie wägen.
       
       „Ich muss natürlich auch berücksichtigen, wie kann das
       Bundesverfassungsgericht weiter in Ruhe arbeiten, funktionsfähig bleiben.“
       Sie habe Tausende von Zuschriften und Anrufen aus der Bevölkerung, aus der
       Politik, von Pfarrern, von Kolleginnen und Kollegen aus der
       Rechtswissenschaft und anderen Disziplinen erhalten, die sie nachhaltig
       aufgefordert hätten, jetzt nicht zurückzustecken, weil sich dann so eine
       Kampagne durchsetze.
       
       Am Freitag war die Wahl zweier neuer Richterinnen und eines Richters für
       Karlsruhe kurzfristig von der Tagesordnung des Bundestags abgesetzt worden.
       Der Druck gegen die von der SPD vorgeschlagenen Juristin Brosius-Gersdorf
       war n[3][ach einer Kampagne rechter Fundamentalisten] in der Union zu groß
       geworden. Die Fraktionsführung konnte die mit dem Koalitionspartner
       verabredete Unterstützung nicht mehr garantieren.
       
       ## Kritik an einzelnen Medienberichten
       
       Brosius-Gersdorf hatte am Dienstag [4][in einer Stellungnahme, die sie über
       eine Anwaltskanzlei veröffentlichte], die gegen sie erhobene Vorwürfe
       zurückgewiesen. „Die Bezeichnung meiner Person als „ultralinks“ oder
       „linksradikal“ ist diffamierend und realitätsfern“, heißt es in dem
       Schreiben.
       
       Im ZDF erneuerte sie auch ihre Kritik an der Berichterstattung mancher
       Medien. So sei über ihre Position zum Schwangerschaftsabbruch „schlicht
       falsch berichtet worden“. Sie spreche aber nur von einzelnen Medien, es
       habe auch viele gute Berichte über sie gegeben. Brosius-Gersdorf betonte:
       „Ich vertrete absolut gemäßigte Positionen aus der Mitte unserer
       Gesellschaft.“ Dies könne jeder nachlesen.
       
       16 Jul 2025
       
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