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       # taz.de -- Lage in der Ukraine: Die vierte Wiederaufbaukonferenz sollte Hoffnung geben
       
       > Russland bombadiert die Ukraine, als gäbe es kein Morgen; Opfer sind
       > Zivilist:innen. Das Land braucht dringend Waffen und eine stärkere
       > Luftabwehr.
       
   IMG Bild: Kiew nach einen russischen Angriff am 04.07.2025
       
       Routinen, Effekte der Gewöhnung und Abstumpfung sind die natürlichen Feinde
       von Empathie. Doch genau diese Empathie brauchen derzeit die Menschen in
       der Ukraine – und das mehr denn je. Mit einem Maß an Brutalität, das einen
       erschaudern lässt, [1][überzieht Russland das Nachbarland seit Wochen
       flächendeckend mit Luftschlägen,] als gäbe es kein Morgen. Allein in der
       Nacht zu Freitag ließ der Kreml 539 Drohnen und elf Raketen auf die
       Ukraine, vor allem auf Kyjiw abfeuern.
       
       Offensichtlich soll die Hauptstadt, die russische Truppen im Februar 2022
       in kompletter Verkennung der Realitäten nicht wie geplant innerhalb weniger
       Tage hatten einnehmen können, jetzt sturmreif geschossen und in die Knie
       gezwungen werden. Dabei folgen die Angriffe immer demselben Muster:
       Zivilist*innen, Wohnhäuser, kritische Infrastruktur als bevorzugte
       Ziele – kurz gesagt: wegbomben, vernichten, töten – je mehr, desto besser.
       
       Was angesichts der nackten Zahlen in den Hintergrund tritt: Hinter jedem
       „Treffer“ stehen menschliche Schicksale, zerstörte Leben und Träume. Aber
       wer interessiert sich noch wirklich dafür in Zeiten weltweiter Kriege,
       Krisen und einer stetig schwindenden Aufmerksamkeit?
       
       Als ob Russlands völkerrechtswidrige Großinvasion nicht schon
       kräftezehrend und herausfordernd genug wäre, sitzt mit Donald Trump ein
       US-Präsident im Weißen Haus, der, nicht nur was die Ukraine angeht,
       unberechenbarer nicht sein könnte. [2][Waffenlieferungen ja, nein, ein
       wenig oder gar nicht mehr] – eine Ankündigung kann am nächsten Tag bereits
       Makulatur sein. Immerhin konnte der „Dealmaker“ nach seinem jüngsten
       Telefonat in dieser Woche mit Kremlchef Wladimir Putin keine Fortschritte
       feststellen. Wie auch? Putin und Co – auch das gerät leider immer wieder in
       Vergessenheit – halten nach wie vor an den Zielen der „Spezialoperation“
       fest: die Ukraine unterwerfen und in letzter Konsequenz auslöschen.
       
       Wer das nicht will, muss sich wohl oder übel zum jetzigen Zeitpunkt
       verabschieden von dem Irrglauben an Verhandlungen, die diesen Namen auch
       verdienten. Denn sollte es diese wirklich geben, dann nur zu Moskaus
       Bedingungen. Als einzige Alternative bleibt, was westliche Verbündete zwar
       ständig predigen, aber oft nicht in die Tat umsetzen: der Ukraine jene
       Waffen geben, die sie braucht; und die Luftabwehr stärken, denn an dieser
       Stelle ist das geschundene Land nach wie vor am verwundbarsten.
       
       Wie heißt es so schön: [3][Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber irgendwann
       dann doch]. Einen Hoffnungsschimmer könnte es indes geben: In der kommenden
       Woche findet in Rom eine zweitägige Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine
       statt – die vierte dieser Art seit dem 24. Februar 2022. Unabhängig davon,
       wie die Ergebnisse ausfallen, wird ein wichtiges Signal von diesem Treffen
       ausgehen: dass es für die Ukraine eine Zukunft und ein Leben nach dem Krieg
       gibt – wann auch immer dieses beginnt.
       
       4 Jul 2025
       
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   DIR Barbara Oertel
       
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