URI:
       # taz.de -- Wirtschaftsministerin gegen Klimaziele: Reiche opfert uns den Reichen
       
       > Die CDU kämpft lieber für den unverminderten Überreichtum einer winzigen
       > Zahl von Menschen als für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen.
       
   IMG Bild: Mit Reiche werden die Reichen reicher und das Klima schlechter
       
       Zu starr findet Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin von der CDU,
       die Klimaziele. Frühere Bundesregierungen hätten die Ambitionen
       hochgeschraubt, beschwert sie sich, „ich weiß nicht, ob man das vorher
       durchgerechnet hat“ – obwohl die hochgeschraubten Ambitionen vor allem
       einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu verdanken sind.
       
       Schon zu Anfang von Reiches Amtszeit warnte Lobbycontrol, sie sei
       [1][fossile Lobbyistin]. Damals konnte man noch sagen: Lasst sie erst mal
       machen, immerhin hat sie [2][als frühere Chefin eines Netzbetreibers] viel
       Ahnung vom Netzausbau, ihrer wichtigsten Aufgabe. Inzwischen – keine acht
       Wochen später – ist klar: Reiche und die CDU torpedieren Klimaschutz, wo
       sie können.
       
       Zuerst zum Durchrechnen, das ist nämlich recht leicht: Klimaschutz –
       beschleunigter Erneuerbaren-Ausbau, besserer ÖPNV, klimaneutrales Heizen –
       lässt die Wirtschaft schneller wachsen, ganz abgesehen von den monströsen
       Klimafolgeschäden, die man so vermeidet. Das [3][hat die OECD
       ausgerechnet]. Kein Klimaschutz ist teurer als Klimaschutz, das beweisen
       Studien und Katastrophen wie im Ahrtal oder in Valencia immer wieder.
       
       Als Bundesministerin ist Reiche umgeben von Leuten, die die entsprechenden
       Zahlen und Fakten kennen. Unwissen kann nicht erklären, warum sie
       angemessenes Tempo beim Klimaschutz und ganz nebenbei ein [4][Urteil des
       Bundesverfassungsgerichts] infrage stellt. Es ist schlicht so: Klimaschutz
       kostet Geld. Und dieses Geld muss auch aus den Profiten der Unternehmen und
       den Vermögen der Milliarden-Erben kommen, die so gern Geld an die CDU
       spenden.
       
       Reiche kämpft lieber für den unverminderten Überreichtum einer winzigen
       Zahl von Menschen als für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Sie ist
       dabei nicht allein: Ihr Parteifreund Landwirtschaftsminister Alois Rainer
       schafft Umweltbilanz fürs Düngen ab, CDU-Ministerpräsident Michael
       Kretschmer sägt an den Klimazielen. Die Christdemokrat*innen opfern
       den Wohlstand des Landes dem Reichtum Einzelner.
       
       25 Jun 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Jahreskongress-der-Energiebranche/!6092341
   DIR [2] /Wirtschaftsministerin-Katharina-Reiche/!6087601
   DIR [3] /Studie-der-OECD/!6093632
   DIR [4] /Klimaurteil-zu-Landnutzung-rechtskraeftig/!6036677
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Jonas Waack
       
       ## TAGS
       
   DIR Schwerpunkt Klimawandel
   DIR klimataz
   DIR Bundesregierung
   DIR Klima
   DIR CDU/CSU
   DIR Wirtschaftsministerium
   DIR Reiche
   DIR wochentaz
   DIR Arbeitsplätze
   DIR Erdgas
   DIR Schwerpunkt Klimawandel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Rollback ins fossile Zeitalter: Die neue Gas-Ministerin
       
       Weniger Wasserstoff, Kritik am Klimaziel, ein Trick, um Erneuerbare
       abzuwürgen: Legt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die Axt an die
       Energiewende?
       
   DIR Stahlwerke werden nicht umgerüstet: Grüner Stahl bleibt ein Traum
       
       Trotz hoher Fördermittel will ArcelorMittal die Stahlwerke in Bremen und
       Eisenhüttenstadt nicht klimaneutral umrüsten. Das hat enorme Konsequenzen.
       
   DIR Erdgasförderung vor Borkum: Bund verteilt Geschenke an Gaskonzerne
       
       Um vor Borkum Gas zu fördern, will Merz-Regierung eilig
       deutsch-niederländisches Abkommen. Niedersachsens Umweltminister sieht
       Klimaziele in Gefahr.
       
   DIR Unternehmensinvestitionen in Klimaschutz: Nicht weniger, aber auch nicht mehr gegen die Erderhitzung
       
       Die Firmen in Deutschland wollen elf Prozent ihrer Investitionen in
       Energieeffizienz und CO2-Reduktion stecken, so das Ifo. Das reicht nicht.