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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Nächtlicher russischer Großangriff auf die Ukraine
       
       > Russland hat in der Nacht zu Freitag wieder massiv zivile Ziele
       > angegriffen, mindestens vier Menschen starben. Parallel griff Kyjiw
       > Militärobjekte in Russland an.
       
   IMG Bild: Ein Kyjiwer trägt seinen Hund nach einem nächtlichen russischen Luftangriff auf ein Wohnhaus in Kyjiw, 6. Juni 2025
       
       ## Massive russische Angriffe auf Kyjiw
       
       Die ukrainische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben in der Nacht zu Freitag
       406 russische Drohnen und Raketen abgefangen und zerstört. Die Hauptstadt
       Kyjiw [1][und andere Gebiete im Land] seien mit insgesamt 452 Drohnen und
       Raketen angegriffen worden, teilt die Luftwaffe mit.
       
       Kyjiws Bürgermeister, Witali Klitschko, schreibt auf Telegram, es seien
       vier Menschen bei dem nächtlichen Drohnenangriff auf die ukrainische
       Hauptstadt getötet worden. Mindestens zwanzig Menschen wurden verletzt.
       Reuters-Journalisten vor Ort berichten, es habe zahlreiche große
       Explosionen in der Stadt gegeben. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde
       ein Zug zwischen zwei Bahnhöfen getroffen. Es gebe Brände in mehreren
       Wohnhäusern.
       
       Angesichts dieses massiven Angriffs fordert der Präsident den Westen auf
       dem Kurznachrichtendienst X abermals auf, den Druck auf Russland zu
       erhöhen. „Wenn jemand keinen Druck ausübt und dem Krieg mehr Zeit gibt,
       Leben zu nehmen, dann ist das Mittäterschaft und Verantwortung“, schrieb
       er. „Wir müssen entschlossen handeln.“
       
       Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez hat die jüngsten
       russischen Angriffe auf Kyjiw scharf verurteilt. „Russland verhält sich wie
       ein Terrorist, der systematisch die zivile Infrastruktur angreift“, schrieb
       Lubinez am Freitag auf Telegram. „Die Welt muss klar reagieren und konkrete
       Schritte unternehmen, einschließlich der Verurteilung der Aktionen des
       Aggressors.“ (rtr/AP)
       
       ## Ukrainische Drohnen treffen Flugplatz und Raffinerie in Russland
       
       Parallel zu den verheerenden russischen Luftangriffen auf die Ukraine hat
       auch Kyjiw das Nachbarland mit schweren Drohnenattacken überzogen. Das
       russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von 174 Drohnen
       über den Gebieten Brjansk, Rostow, Saratow, Woronesch, Kaluga, Kursk,
       Orjol, Rjasan, Tula, Belgorod, Tambow und der seit 2014 annektierten
       Halbinsel Krim. „Zudem sind über dem Schwarzen Meer drei Lenkwaffen vom Typ
       Neptun-MD von der Flugabwehr zerstört worden.“ Den Erfolgsmeldungen der
       russischen Militärs zum Trotz gab es aber auch mehrere Einschläge.
       
       In der Großstadt Engels im Gebiet Saratow sei ein Hochhaus getroffen
       worden. Verletzte habe es nicht gegeben, das Gebäude sei kurzzeitig
       evakuiert worden, die Bewohner aber inzwischen zurückgekehrt, teilte der
       Gouverneur von Saratow, Roman Bussargin, mit. „Durch eine Drohnenattacke
       ist es zu einem Brand in einem der Industriebetriebe von Engels gekommen“,
       schrieb er zudem. Medienberichten zufolge soll es sich dabei um eine
       Raffinerie handeln. In Engels befindet sich ein großer Luftwaffenstützpunkt
       der russischen Streitkräfte. Die Raffinerie liegt in unmittelbarer Umgebung
       der Basis, von der auch immer wieder Flugzeuge zum Beschuss der Ukraine
       aufsteigen.
       
       Auch in der Region Brjansk gab es einen Einschlag in der Nähe eines
       Militärflugplatzes. Auf Videos von Anwohnern ist ein großer Feuerball zu
       sehen. Zudem sind mehrere Explosionen zu hören. Laut dem unabhängigen
       Militärblogger Jan Matwejew deutet dies darauf hin, dass ein Munitionslager
       getroffen wurde.
       
       In der Region Tambow wurde dem amtierenden Gouverneur Jewgeni Perwyschow
       zufolge ein Betrieb getroffen. Drei Menschen seien bei dem Einschlag
       verletzt worden. Nähere Angaben zu dem Betrieb gab es nicht.
       
       In der grenznahen Region Belgorod gab es derweil einen weiteren Anschlag
       auf die Eisenbahn: Nach einer Explosion ist eine Reservelok entgleist.
       Verletzte habe es nicht gegeben, teilten die Behörden mit. Die Strecke sei
       aber zunächst gesperrt worden.
       
       Schon in den vergangenen Tagen hatte es mehrere Anschläge auf
       Eisenbahn-Infrastruktur gegeben. In einem Fall entgleiste dadurch auch ein
       Personenzug. Es gab mehrere Tote und Verletzte. (dpa)
       
       ## „The Times“: Merz hofft auf Unterstützung Trumps für die Ukraine
       
       [2][Zum Antrittsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus]
       heißt es am Freitag in der britischen Zeitung „The Times“:„Ausländische
       Staats- und Regierungschefs sind stets um bemerkenswerte Geschenke bemüht,
       wenn sie mit Präsident Trump zusammentreffen: einen personalisierten
       Golfschläger, eine Weihnachtskrippe aus Perlmutt, ein vergoldetes Modell
       eines Kampfjets oder auch ein Präsidentenflugzeug im Wert von rund 400
       Millionen Dollar. Als der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am
       Donnerstag das Oval Office betrat, hatte er den seltenen Vorteil, nahezu
       genau das mitzubringen, was Trump gefordert hatte.
       
       (…)Innerhalb weniger Wochen hat der Bundeskanzler zunächst eine Reform
       durch den Bundestag gebracht, die eine theoretisch unbegrenzte öffentliche
       Kreditaufnahme für Militärausgaben möglich macht, und sich dann zu dem Ziel
       bekannt, 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Streitkräfte und
       weitere 1,5 Prozent in andere sicherheitsrelevante Bereiche wie
       Infrastruktur und Cyberabwehr zu stecken.
       
       In Berlin hofft man, dass dies einen der schwerwiegendsten, immer
       wiederkehrenden Vorwürfe Trumps an Deutschland entkräftet und dem Ego des
       Präsidenten schmeichelt. Das wiederum sollte Merz eine gute
       Ausgangsposition bieten, um Trump für die Unterstützung der Ukraine, die
       Verhängung sekundärer US-Sanktionen gegen Länder, die russische Energie
       kaufen, und die Abschwächung seiner Forderungen in den Zollverhandlungen
       mit der EU zu gewinnen.“ (dpa)
       
       ## Frankreichs Außenminister für neue EU-Sanktionen gegen Russland
       
       Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hat sich für neue EU-Sanktionen
       gegen Russland ausgesprochen. Er hoffe, dass die Europäische Kommission vor
       Ende Juni [3][ein neues Sanktionspaket] vorlegen werde, sagt Barrot dem
       Radiosender RTL.
       
       6 Jun 2025
       
       ## LINKS
       
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