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       # taz.de -- Ukraine-Ankündigungen von Merz: Waffen statt wohlfeiler Worte
       
       > Kanzler Merz überraschte mit der Aussage, der Ukraine reichweitenstarke
       > Waffen zu liefern – und relativierte rasch. Die Ukraine braucht aber
       > Hilfe.
       
   IMG Bild: Brauchen Unterstützung: ukrainische Soldaten auf einem Trainingsgelände im Osten der Ukraine, am 30. März 2025
       
       Am Montag kündigte Friedrich Merz an, künftig die Beschränkungen der
       Reichweite von Waffen, die an die Ukraine geliefert werden, aufzuheben.
       Aha. [1][Um seine Aussagen am Dienstag rasch wieder zu verwässern.]
       Unabhängig davon, dass also gar nicht klar ist, was genau der Kanzler nun
       meint, wären derartige Ankündigungen nicht die ersten, die folgenlos
       blieben. Trotzdem stellt sich die Frage, ob Merz da nicht – um im Bild zu
       bleiben – weit über das Ziel hinausschießt? Schließlich [2][sterben in der
       Ukraine jeden Tag Menschen] – und Kriege werden meistens nicht auf dem
       Schlachtfeld beendet. So zumindest die gängigen Argumente derer, die auf
       Verhandlungen setzen.
       
       Das ist so korrekt wie vernünftig – hieße das Gegenüber nicht Wladimir
       Putin. Was der Kremlchef von diplomatischen Bemühungen hält, haben die
       vergangenen Wochen erneut eindrücklich gezeigt: nämlich gar nichts.
       [3][Stoisch wird – mit Worten und Bomben – Moskaus Maximalprogramm] für
       eine komplette Unterwerfung der Ukraine vorgetragen. Die ist zwar zeitnah
       militärisch eher unrealistisch, bleibt jedoch Putins Projekt – und
       vielleicht nicht sein einziges. Wenn es überhaupt einen „Frieden“ geben
       sollte, dann nur zu Russlands Bedingungen. Parallel zu den Scheingesprächen
       für einen wie auch immer gearteten Frieden wird die Ukraine fast täglich
       flächendeckend mit Angriffen überzogen, die sich, eiskalt kalkuliert, immer
       wieder auch gegen Zivilist*innen und die kritische Infrastruktur
       richten.
       
       Wo also ansetzen? Um Putins Verhandlungswillen zu fördern, werden
       regelmäßig noch härtere westliche Sanktionen als Alternative zu
       Waffenlieferungen ins Spiel gebracht. Dass diese bisher nicht den
       gewünschten Effekt erzielen, liegt auf der Hand. Wobei die Gründe dafür
       mannigfaltig und größtenteils hausgemacht sind. Doch auch wenn es da noch
       reichlich Luft nach oben gibt – ein Kanzler Friedrich Merz allein wird es
       nicht richten.
       
       Wer also die Ukraine nicht ihrem Schicksal überlassen und an Russland
       ausliefern will, kommt nicht umhin, weitere militärische Unterstützung für
       das Land zu fordern beziehungsweise diese zu leisten. Alles andere wäre
       naiv.
       
       27 May 2025
       
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