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       # taz.de -- Persönliche Daten für KI-Nutzung: Nein, ich will das nicht!
       
       > Der Konzern Meta will Facebook- und Instagramposts für ihre KI nutzen.
       > Noch können sich Nutzer*innen dagegen wehren. Eine Anleitung zum
       > Neinsagen.
       
   IMG Bild: Neinsagen kann man trainieren
       
       Willkommen beim Auffrischungskurs „Neinsagen“. Sicherlich haben viele von
       euch sich in den ersten Lebensjahren bereits ein gehöriges Wissen durch
       Bücher wie „Alex lernt Neinsagen“, „Geh nie mit einem Fremden mit“ oder
       „Das Neinhorn“ angeeignet und Praxiserfahrung gesammelt.
       
       Doch leider tendieren viele von uns dazu, das alles mit dem Erwachsenwerden
       [1][ein wenig zu vernachlässigen]. Dabei ist Neinsagen nicht nur wichtiger
       Selbstschutz (für Menschen jeden Alters), sondern auch demokratische
       Handlung. Arbeitszeitbetrug ist ein Nein gegen kapitalistische Hierarchien.
       Eine Demo gegen rassistische Polizeigewalt ist ein Nein … gegen
       rassistische Polizeigewalt. Die [2][Brandmauer] ist ein Nein gegen rechts.
       
       An der sehen wir momentan auch, dass einige ihr Nein-Training doch stark
       vernachlässigt haben. Das ist schlimm und faul und mit Blick auf die
       Wahlergebnisse der AfD und die nächste Bundestagswahl beängstigend. Aber:
       Es ist nie zu spät, wieder ins Training einzusteigen. Wundervoll also, dass
       ihr dabei seid!
       
       Die erste Einheit wird zur Verfügung gestellt von: [3][Meta]! Mark
       Zuckerberg plant nämlich, dass Meta ab dem 27. Mai Daten von europäischen
       Facebook- und Instagram-User*innen nutzt, um damit seine KI zu trainieren:
       öffentliche Posts, Fotos, Videos, Storys als Futter für die Maschine. Und
       weil Meta findet, dass das ein „berechtigtes Interesse“ des Konzerns ist,
       sagt es, die User*innen würden dem gar nicht erst zustimmen müssen. Es
       wird einfach gemacht, außer sie widersprechen.
       
       Bei der – eben doch hackbaren – elektronischen Patient*innenakte hat
       Deutschland selbst die Widerspruchslösung genutzt, die beim Thema
       Organspende seit Jahren diskutiert wird. Dort würde sie sich wirklich
       anbieten. Aber Posts und Storys sind nicht Herz und Niere.
       
       ## Kaum Aufwand, versucht es jetzt!
       
       Still auf Gegenwehr warten, das ist geschickt. Vielen Menschen dürfte es zu
       viel Aufwand sein, sich dagegen zu wehren, dass ihre Inhalte zum Menü der
       KI werde. Dabei ist es ganz einfach. Und es ist dringend notwendig! Denn
       die Verbraucherzentrale NRW hat zwar beim Oberlandesgericht Köln eine
       einstweilige Verfügung beantragt, über die in den nächsten Tagen
       entschieden werden dürfte, aber der Sieg ist nicht sicher. Bis zum 26. Mai
       haben wir noch Zeit zu widersprechen, aber sind wir ehrlich: Wenn wir etwas
       nicht direkt machen, vergessen wir es. Also: Widersprecht jetzt!
       
       1. Loggt euch bei Instagram und Facebook ein.
       
       2. Klickt auf das [4][Widerspruchsformular von Instagram] und [5][Facebook]
       
       2. b) Falls euch der Link direkt in die App leitet oder ihr die Dienste nur
       am Desktop nutzt: Geht in euer Profil und dort in die Einstellungen. Klickt
       auf „Privacy Center“ und sucht dort nach dem Wort „widersprechen“. Klickt
       auf den Link, der euch zum Formular führt.
       
       3. Gebt die Mail-Adresse ein, mit der das Konto verknüpft ist.
       
       4. Ignoriert gerne das Freifeld, in dem ihr eintragen könnt, warum ihr
       widersprecht. Es ist optional und sollte euch nicht abschrecken.
       
       5. Klickt oder tippt auf „Senden“.
       
       Fertig. Ihr habt Nein gesagt. Merkt ihr eure Handlungsmacht? Seid ihr
       erleichtert?
       
       ## Noch mehr Neinsagen
       
       Wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid, trainiert weiter. Übt im
       Privaten und sagt eurer Oma Nein, wenn sie den Kaffee bezahlen will, obwohl
       ihr sie doch eingeladen habt (absolviert diese Einheit nur, wenn ihr gerade
       viel Zeit habt). Übt im Job und sagt euren Chef*innen Nein, wenn die
       fragen, ob ihr noch drei zusätzliche Aufgaben übernehmen könnt (absolviert
       diese Einheit, wenn ihr eh wenig Zeit habt).
       
       Geht rein, wenn Nazis im Internet oder der U-Bahn Nazisachen verbreiten
       (jederzeit). Und widersprecht, wenn Tech-Konzerne eure Daten nutzen wollen,
       um mit euren Gedanken und Bildern eine KI zu füttern, die sicher nicht
       euch, sondern nur den Konzernen nutzen wird.
       
       22 May 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Kommunikative-Huerden/!5984096
   DIR [2] /Politologe-ueber-Brandmauer-und-CDU/!6078106
   DIR [3] /Meta-ohne-Faktencheck/!6058566
   DIR [4] https://help.instagram.com/contact/767264225370182
   DIR [5] https://www.facebook.com/help/contact/712876720715583
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Johannes Drosdowski
       
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