# taz.de -- Görlitzer Park: Zaun-Baustart steht bevor
> Der Berliner Senat hat eine Baufirma für den Zaun um den Görli gefunden.
> Schon in den kommenden Tagen wird mit dem Baustart gerechnet – und mit
> Protesten.
IMG Bild: Die Forderung bleibt: Der Görli bleibt auf
Berlin taz | Die Bauarbeiten für einen [1][Zaun mit abschließbaren Toren um
den Görlitzer Park] in Berlin-Kreuzberg sollen bereits in den kommenden
Tagen starten. Wir die taz aus der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr,
Klimaschutz und Umwelt erfuhr, ist ein entsprechender Auftrag an eine
Baufirma erteilt worden. Schon am Donnerstag fanden Vermessungsarbeiten im
Park statt.
Auf die Ausschreibung für die Bauarbeiten hatten sich bis zum Fristende am
1. Mai drei Baufirmen beworben. Den Namen der Firma, die nun den Zuschlag
erhalten hat, wollte die Senatsverwaltung aus Sicherheitsgründen nicht
nennen.
Im April hatte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf einer
Veranstaltung in der Markthalle Neun suggeriert, dass sich Firmen aufgrund
von Bedrohungen nicht beworben hätten. Die Senatsverwaltung hatte dagegen
auf Anfrage der taz mitgeteilt, „keine Erkenntnisse über Nichtbeteiligungen
durch Bedrohungen“ zu haben.
Anlass für die Diskussion war ein Schreiben der Gruppe „Görli 24/7“, in dem
Baufirmen aufgefordert wurden, „sich nicht an einem Zaunbau um den
Görlitzer Park zu beteiligen und von einer Bewerbung zum Zaunbau Abstand zu
nehmen“. Darin angekündigt wurden auch Proteste bis hin zu „zivilem
Ungehorsam“. Unter anderem von der CDU war das Schreiben als „Drohbrief“
kritisiert worden.
Geplant ist nun, dass die Bauarbeiten bis Dezember abgeschlossen werden.
Nachdem zunächst 1,2 Millionen Euro veranschlagt wurden, waren vor Beginn
der Ausschreibung bereits mehr als 1,5 Millionen Euro für die Arbeiten
eingeplant. Ursprünglich wollte Wegner das Vorhaben bereits vor mehr als
einem Jahr umgesetzt wissen, nachdem die Idee beim [2][Sicherheitsgipfel im
September 2023] als Maßnahme gegen Kriminalität und Drogenhandel im Park
beschlossen wurde.
## „Tag Z“ kommt
David Kiefer vom Bündnis „Görli Zaunfrei“ sagte der taz, es sei „schade,
dass nicht auf Deeskalation und Besonnenheit gesetzt, sondern das so
durchgedrückt wird“. Bislang habe man versucht „zu appellieren, aufzuklären
und zu demonstrieren“, sei aber nicht auf Resonanz gestoßen. Ziel sei es
gewesen, einen „Kompromiss zu erarbeiten“, der echte Lösungen für die
sozialen Probleme im Park finde.
Gleichwohl sagt Kiefer: „Die interessante, entscheidende Phase kommt
jetzt.“ Das Bündnis ruft alle Nachbar:innen und Unterstützer:innen
dazu auf, zum ersten Bautag, dem „Tag Z“, auf die Straße zu gehen.
Aufgeben wollen die Zaun-Gegner:innen noch lange nicht. Als
Anwohner:innen wolle man gegen den Bau klagen. Ebenso ist noch eine
Klage des Bezirks anhängig, die zwar im [3][Eilverfahren zurückgewiesen]
wurde, aber deren Verhandlung in der Hauptsache noch aussteht. Der Bezirk
um Bürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) lädt derweil selbst zu einer
Pressekonferenz am Freitag in den Park.
Dass die Bauarbeiten bis Dezember abgeschlossen sind, hält Kiefer nicht für
ausgemacht: „Wir sind in Berlin, da kann sich allerhand verzögern.“ Auch
komme der Winter, der Bauarbeiten verunmöglichen könne. Zudem verwies
Kiefer auf die Abgeordnetenhauswahl im Herbst nächsten Jahres. Eine neue
Regierung könne entscheiden, den Park nicht wie bislang geplant nachts
abzusperren.
22 May 2025
## LINKS
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## AUTOREN
DIR Erik Peter
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