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       # taz.de -- Volksini „Hamburg Werbefrei“ gescheitert: Ein starkes Argument gegen Meinungsmacht
       
       > Das Volkbegehren zur Einschränkung der Außenwerbung mag aus vielen
       > Gründen gescheitert sein. Es hat aber gezeigt, dass Machtmissbrauch
       > möglich ist.
       
   IMG Bild: Kann das weg? Plakat gegen überdimensioniert-aufdringliche Werbung
       
       Darüber, warum das Volksbegehren „Hamburg werbefrei“ gescheitert ist,
       lassen sich vielerlei Vermutungen anstellen. Was sich aber auf jeden Fall
       sagen lässt: Es hat den Beweis seiner eigenen Notwendigkeit angetreten.
       
       Nicht auszuschließen ist, dass das Thema – und bei der genauen Beschreibung
       wird es da schon schwierig – einfach nicht recht gezündet hat. Das Anliegen
       war nämlich – eigentlich erfreulich – komplex. Es ging nämlich nicht darum,
       Außenwerbung gänzlich zu verbieten, sondern nur um Monitore sowie um
       bewegte, freistehende und sehr große Plakate beispielsweise an Hauswänden.
       Die Initiative stellte das auf ihrer Website gar nicht ungeschickt dar.
       Dennoch blieb eine gewisse Unsicherheit, was nun genau weg sollte.
       
       Dazu kam eine unvermeidbare Parodoxie: Die Ini musste gegen Werbung werben.
       Das tat sie mit dezenten Schwarz-Weiß-Plakaten, was ihr aber entsprechende
       Vorhaltungen nicht ersparte. Die Initiative selbst lobt sich dafür, dass
       sie mit einem vergleichsweise [1][geringen Budget von 38.000 Euro eine
       Debatte in der Stadt angestoßen] habe. An Sichtbarkeit mangelte es ihr –
       zumindest in der Innenstadt – nicht.
       
       ## Gebot der Fairness missachtet
       
       Gescheitert könnte die Initiative auch an einer [2][Kampagne sein, von der
       der Fachverband Außenwerbung] behauptete, sie sei keine Gegenkampagne,
       sondern immer schon geplant gewesen: Auf eben den zur Disposition stehenden
       Werbetafeln sagten allerlei gemeinnützige Organisationen Danke und
       beteuerten, wie wichtig die sporadische Präsenz in der Außenwerbung für
       ihre Tätigkeit sei.
       
       Man mag den Werbern das zufällige Zusammenfallen abnehmen oder eben auch
       nicht – allein die Fairness hätte allerdings schon geboten, auf die
       Kampagne für Außenwerbung zu verzichten. So bestätigten sie nur den
       [3][Vorwurf der Initiative, sie verfügten über zu viel Meinungsmacht].
       
       14 May 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Volksbegehren-gegen-Werbeflut/!6080699
   DIR [2] /Kampagne-gegen-Aussenwerbung/!6079227
   DIR [3] https://www.hamburg-werbefrei.de/gruende/mehr-freiheit
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Gernot Knödler
       
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