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       # taz.de -- Trumps Zollpoliitk: Hoffentlich nur der Anfang des Widerstands
       
       > Das Hin und Her im Zollstreit zeigt erstmals die Grenzen von Trumps Macht
       > auf. Hohe Zölle widersprechen den Interessen seiner Klientel.
       
   IMG Bild: Demonstration gegen Präsident Trumps neue Politik nach seiner Rückkehr ins Amt, Minnesota, USA, 5.4.2025
       
       Trump war gewarnt, von Anfang an: Das mit den Zöllen würde nicht so
       funktionieren, wie er sich das ausmale, hatten führende Wirtschaftsexperten
       vorhergesagt. Er riskiere steigende Preise und eine Wirtschaftskrise. Seine
       eigenen Wirtschaftsberater hatten mehrere differenzierte Konzepte für ihn
       ausformuliert, wie er auf als unfair empfundene Handelspraktiken reagieren
       könne, war in der Washington Post zu lesen.
       
       Doch Stunden vor der theatralischen Zeremonie im Rosengarten habe
       [1][Trump] sich für eine andere Taktik entschieden, die allerdings
       ökonomisch wenig Hand und Fuß hatte. Trump folge nur noch seinen eigenen
       Instinkten, wurde dort ein anonymer Mitarbeiter zitiert: „Schlechte
       Nachrichten sind ihm scheißegal.“ Vergeblich hatten auch Großunternehmen
       versucht, vom Weißen Haus zu erfahren, worauf sie sich einzustellen hätten.
       Am Ende habe Trump sie doppelt so hart getroffen, wie sie für den
       schlimmsten Fall befürchtet hatten.
       
       Anfang der vergangenen Woche wurde dann deutlich, wie sehr die Zölle
       [2][gerade Trumps eigene Wählerklientel treffen würden]: Schockiert
       reagierten Farmer im Mittleren Westen genauso wie führende
       Wall-Street-Banker. Republikanische Kongressmitglieder warnten, man werde
       bei den Zwischenwahlen im November 2026 die Mehrheiten in beiden Kammern
       verlieren.
       
       Und dann meldete sich auch Trumps wichtigster Unterstützer mit Kritik zu
       Wort: Elon Musk griff Trumps Handelsberater Peter Navarro, der sich immer
       für Strafzölle ausgesprochen hatte, frontal an: Navarro sei ein
       „Schwachkopf“. Es war abzusehen, dass die Interessen Musks irgendwann mit
       den Ideen Trumps kollidieren würden. Am Ende waren es die abstürzenden
       Kurse der US-Staatsanleihen, die Trump zum Umschwenken und zum Aussetzen
       der meisten Zölle für 90 Tage bewogen. Der Zinssatz, zu dem Investoren
       Kredite aufnehmen können, wäre sonst deutlich gestiegen. Das konnte auch
       ein ehemaliger Baulöwe wie Trump verstehen, der in seiner Karriere
       wiederholt Kredite nicht mehr bedienen konnte. Doch der Zollkonflikt mit
       China, dem wichtigsten Handelspartner der USA, eskaliert und sorgt weiter
       für Unruhe
       
       Man kann es durchaus so sehen wie [3][Jimmy Fallon, Gastgeber der „Tonight
       Show“] bei NBC. „Trump wollte wohl sagen: Ich habe gerade die Wirtschaft
       der USA vor mir selbst gerettet. Gern geschehen.“ In Trumps eigenen Worten
       klang es allerdings nicht viel besser. Er habe die Zölle ausgesetzt, „weil
       die Leute etwas hibbelig [„yippie“] geworden sind“.
       
       Trumps erratische Politik zerschlägt bewährte Institutionen von der
       Wetterbehörde NOAA über den Entwicklungsdienst USAID, den Auslandssender
       Radio Free Europe bis hin zur Katastrophenhilfe FEMA. Er bedroht unabhängig
       urteilende Richter und macht Migranten zu rechtlosen Objekten seiner
       Willkür. Nun bedroht er auch den breiten Wohlstand und die Altersversorgung
       der Mittelschicht. Die Massenproteste am vergangenen Wochenende waren
       hoffentlich nur der Anfang des Widerstands.
       
       11 Apr 2025
       
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