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       # taz.de -- Umbau der USA unter Trump: US-Präsident geht mit Erlass gegen Bildungsministerium vor
       
       > Das US-Bildungsministerium soll aufgelöst werden, „es bringt uns nichts“,
       > so Trump. Damit kommt er einem lang gehegten Wunsch von Konservativen in
       > den USA nach.
       
   IMG Bild: Haben eine ähnliche Frisur: Trump und seine neue Bildungsministerin Linda McMahon
       
       Washington rtr | US-Präsident Donald Trump hat einen großen Schritt hin zu
       seinem [1][erklärten Ziel einer Auflösung] des US-Bildungsministeriums
       unternommen. Im Beisein von Schülern und Lehrern unterzeichnete er am
       Donnerstag einen Erlass, der die Schulpolitik fast vollständig den
       einzelnen Bundesstaaten überlassen würde.
       
       Dies ist ein lang gehegter Wunsch von Konservativen in den USA und war ein
       Wahlkampfversprechen des Republikaners. Allerdings würde eine komplette
       Abschaffung des Ministeriums die Zustimmung des Kongresses benötigen, wozu
       seiner Partei die Stimmen fehlen. Zudem kündigten Lehrergewerkschaften
       umgehend Klagen an.
       
       [2][„Wir werden es dichtmachen, und zwar so schnell wie möglich“, sagte
       Trump] bei der Zeremonie im Weißen Haus über das Ministerium. „Es bringt
       uns nichts.“ Seine Sprecherin Karoline Leavitt hatte kurz zuvor auf
       enttäuschende Bildungsstudien als Rechtfertigung für den Schritt verwiesen.
       
       Der Erlass zielt darauf ab, das Ministerium auf Grundfunktionen wie die
       Verwaltung von Studienkrediten, gewisse Stipendien und Hilfen für Kinder
       mit besonderen Bedürfnissen zu reduzieren. Das Ministerium selbst kündigte
       in der vergangenen Woche an, fast die Hälfte der Mitarbeiter zu entlassen.
       Trump hat der neuen Bildungsministerin Linda McMahon aufgetragen, ihren
       eigenen Job abzuschaffen. Auch sie nahm an der Veranstaltung teil.
       
       ## Ministerium beaufsichtigt Studienkredite
       
       Das Bundesministerium wurde 1970 gegründet und beaufsichtigt etwa 100.000
       öffentliche und 34.000 private Schulen. Die Mittel für öffentliche Schulen
       stammen in den USA zu mehr als 85 Prozent von den Bundesstaaten und den
       Kommunen.
       
       Der Bund stellt insbesondere Zuschüsse etwa für die Bezahlung von Lehrern
       für Kinder mit besonderen Bedürfnissen oder die Erneuerung veralteter
       Infrastruktur bereit. Zudem beaufsichtigt es Studienkredite mit einem
       Gesamtvolumen von 1,6 Billionen Dollar. Diese wurden von Millionen von
       Amerikanern aufgenommen, die sich sonst die vergleichsweise hohen
       Studiengebühren in den USA nicht hätten leisten können.
       
       [3][Bildung ist in den USA] seit Langem ein politischer Zankapfel.
       Republikaner bevorzugen eher Maßnahmen, die Privatschulen unterstützen,
       Demokraten öffentliche Schulen. Eine Mehrheit der Bürger lehnt eine
       komplette Schließung des Bundesbildungsministeriums ab, wie eine
       Reuters/Ipsos-Umfrage im vergangenen Monat ergab. Dabei sprachen sich 65
       Prozent dagegen und 30 Prozent dafür aus.
       
       Eine Studie der Nachrichtenagentur Reuters auf der Grundlage von
       offiziellen Daten ergab zudem, dass Bundeshilfen mit 15 Prozent einen
       größeren Anteil zum Bildungsetat in den Bundesstaaten liefern, wo Trump
       2024 eine Mehrheit erhielt. In denen, wo die Demokratin Kamala Harris sich
       durchsetzte, trug der Bund elf Prozent bei.
       
       21 Mar 2025
       
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