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       # taz.de -- Mahnwache gegen Obdachlosigkeit: Unerhört vorm Roten Rathaus
       
       > Zum siebten Mal machen Wohnungslose mit einer Übernacht-Kundgebung auf
       > ihre Lebensumstände aufmerksam. Unterstützt werden sie von Ton Steine
       > Scherben.
       
   IMG Bild: Am Montag wird wieder gegen beschissene Politk vorm Roten Rathaus protestiert, wie hier bei der Anti-Kürzungsdemo im Dezember
       
       Berlin taz | Wohnungslose Menschen sind im Stadtbild nicht zu übersehen.
       Doch sie sind nicht nur Opfer, sondern auch Menschen, die sich für ihre
       Rechte einsetzen. Dafür steht die siebte [1][Mahnwache gegen
       Obdachlosigkeit] und Zwangsräumungen, die an diesem Montag ab 16 Uhr vor
       dem Roten Rathaus in Mitte bis Dienstagmittag stattfinden soll.
       
       Dass die Mahnwache auch über Nacht fortgesetzt wird, hat seinen Grund:
       Schließlich müssen auch obdachlose Menschen im Freien übernachten, und das
       bei jeder Witterung. „Nachdem ich bei der ersten Mahnwache eine Nacht vor
       dem Rathaus verbrachte, habe ich so richtig Respekt vor Menschen bekommen,
       die jede Nacht draußen verbringen müssen“, sagte Nicole Lindner, die seit
       sieben Jahren die Mahnwache mitorganisiert.
       
       Anfangs wurde sie am letzten Januarwochenende, also mitten im Winter,
       veranstaltet. Mittlerweile haben sie die Organisator*innen auf das
       letzte Märzwochenende verlegt, [2][weil dann die Kältehilfe ausläuft], die
       vielen Menschen im Winter einen gewissen Schutz verschafft.
       
       „Das Programm während der Mahnwache wird von wohnungs- und obdachlosen
       Menschen gestaltet, die sonst nirgends gehört werden“, sagt Mitorganisator
       Steffen Doebert. Politiker*innen sind auch eingeladen, aber nur, um
       zuzuhören. „Sie können sich anhören, was die von Wohnungslosigkeit
       Betroffenen zu sagen haben“, sagt Lindner.
       
       ## Musikalische Unterstützung
       
       In Kurzbeiträgen wird darüber informiert, wie Hilfsangebote wie das
       Nachtcafé für Wohnungslose in der Samaritergemeinde, in den vergangenen
       Monaten geschlossen wurden. Das Bündnis gegen Zwangsräumungen bekräftigt
       seine Forderung, dass keine Mieter*innen aus ihren Wohnungen geworfen
       werden sollten – ein zentraler Grund für Obdachlosigkeit.
       
       Außerdem berichten [3][Bewohner*innen der Habersaathstraße 40–48]
       darüber, wie ein Abriss der Häuser verhindert werden konnte, weil sie von
       wohnungslosen Menschen und ihren Unterstützer*innen besetzt wurden.
       
       Zu den zentralen Forderungen der Mahnwache gehört die Beschlagnahme von
       spekulativem Leerstand, um Platz für wohnungslose Menschen zu schaffen.
       Auch ein niedrigschwelliger Zugang zum Gesundheitssystem für alle Menschen,
       unabhängig von ihrer Herkunft, steht im Forderungskatalog.
       
       Begleitet wird die Mahnwache von einem Kulturprogramm, bei dem Paul
       Geigerzähler, David Hermlin und das antikapitalistische Judelduo Esels
       Alptraum auftreten sollen. Höhepunkt wird am Montag ab 20 Uhr das Konzert
       von Ton Steine Scherben mit zwei Musikern der legendären Band aus den
       1970er Jahren sein. Im Anschluss spielt dann Incredible Herrengedeck.
       
       30 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Peter Nowak
       
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