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       # taz.de -- Berlin-Brandenburg: Wohnungsverband gegen Rückabwicklung des Heizungsgesetzes
       
       > Das Gebäudeenergiegesetz sollte den Austausch von Öl- und Gasheizungen
       > beschleunigen. Die Wohnungswirtschaft warnt vor Rückabwicklung durch die
       > CDU.
       
   IMG Bild: Brandenburg, Petersdorf: Blick auf eine Hydraulikstation in einem Heizungsraum für Sole-Wasser-Wärmepumpen bei der Sanierung eines Altbaus
       
       Berlin dpa/bb | Die Wohnungswirtschaft in Berlin und Brandenburg warnt
       davor, im Zuge der Regierungsbildung im Bund das Rad bei der Energiewende
       im Gebäudesektor wieder komplett zurückzudrehen. Von der CDU im Wahlkampf
       angekündigte Änderungen am sogenannten Heizungsgesetz könnten sich nur auf
       Teile der „hastigen Novellierung“ von 2023 beziehen, sagte die Vorständin
       des [1][BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen], Maren
       Kern. Eine vollständige Rücknahme des Gesetzes würde sich aus ihrer Sicht
       als kontraproduktiv erweisen.
       
       „Unsere Branche steht für CO2-Reduzierung und für Klimaschutz“, so Kern.
       Sie gehe diesen Weg schon seit Jahren. „Jetzt auf diesem Weg wieder alles
       zu stoppen und wieder alles zurückzudrehen, das stiftet noch mehr
       Verwirrung, als es unserem Land und auch dem Wohnungsbau und auch
       letztendlich der CO2-Reduzierung guttut.“
       
       ## Verband fordert Planungssicherheit
       
       Nötig seien Kontinuität und Planbarkeit. „Das heißt, ich kann jetzt nicht
       immer sagen rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln.“
       Wohnungsunternehmen, deren Planungen in der Regel ja auf 10, 20 oder sogar
       30 Jahre ausgerichtet seien, könne man jetzt nicht sagen: „In drei Jahren
       oder fünf Jahren ist alles wieder anders.“
       
       Kern erinnerte zudem daran, dass viele Kommunen gemeinsam mit Versorgern
       und Wohnungsunternehmen bereits dabei seien, eine kommunale Wärmeplanung
       voranzubringen, die ebenfalls in Verbindung mit dem Heizungsgesetz steht.
       „Da sind wir noch lange nicht am Ende. Das wird sehr, sehr aufwendig und
       kostenintensiv werden.“ Auch hier sei Planungs- und Investitionssicherheit
       ein wichtiger Faktor.
       
       ## Heizungsgesetz ist hochumstritten
       
       Das [2][Gebäudeenergiegesetz (GEG), genannt auch Heizungsgesetz], war 2023
       von der Ampel im Bund novelliert worden. Es zielt darauf ab, das Heizen in
       Deutschland klimafreundlicher zu machen, indem Öl- und Gasheizungen
       schrittweise ausgetauscht werden.
       
       Die [3][Novellierung nach kontroversen Debatten auch innerhalb der
       damaligen Koalition aus SPD, Grünen und FDP] hatte für viel Verunsicherung
       bei Bürgern, aber auch in Ländern und Kommunen gesorgt. Die Kommunen sind
       gerade dabei, sogenannte Wärmepläne für die Umstellung auf nicht fossile
       Energieträger zu erarbeiten.
       
       ## Komplette Rückabwicklung?
       
       Die [4][CDU hatte im Wahlkampf versprochen, das Gesetzespaket rückgängig zu
       machen]. Eine komplette Rückabwicklung wird aber mit dem potenziellen
       Koalitionspartner SPD schwierig. Es dürfte daher in den am vergangenen
       Donnerstag gestarteten Koalitionsverhandlungen eher um eine grundlegende
       Überarbeitung kleinteiliger Regelungen gehen. Spannend ist, ob es
       Einschnitte bei der milliardenschweren staatlichen Förderung des
       Heizungstauschs gibt.
       
       16 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://bbu.de/
   DIR [2] /Gebaeudeenergiegesetz-GEG/!t6018415
   DIR [3] /GEG-endlich-verabschiedet/!5956352
   DIR [4] /Wie-CDU-Klimapolitik-aussehen-koennte/!6071685
       
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