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       # taz.de -- Keine Vertragsverlängerung bei Bayern: I’ll be back
       
       > Thomas Müllers Vertrag beim FC Bayern München wird nicht verlängert. Ob
       > er zum Bayern-Präsidenten taugt? Eins ist sicher: Radio Müller wird
       > weitersenden.
       
   IMG Bild: Torjubel: Thomas Müller in der Allianz Arena, am 1. September 2024
       
       München taz | Rein phänotypisch haben Arnold Muskelberg Schwarzenegger und
       Thomas Spargel-Tarzan Müller nun wirklich nicht allzu viel gemein.
       Irgendwie pfiffig sind sie auf ihre Art dagegen schon, beide mit einem
       nicht uncharmanten Dialekt und einer gewissen Schlagfertigkeit gesegnet.
       Witzig in diesem Zusammenhang, dass [1][Schwarzenegger] seine
       unsterblichsten Sätze auf Spanisch respektive Englisch in die Kamera gesagt
       hat: „Hasta la vista, baby!“ und „I’ll be back.“ Letztere Sentenz dürfte
       sich nun wohl auch Thomas Müller zu eigen machen.
       
       Glaubt man den gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, wird sein Vertrag
       beim FC Bayern München nicht verlängert, und einen neuen gibt’s schon
       dreimal nicht. Wobei sich da der angesichts zahlloser exorbitanter
       Star-Gehälter (ein herzliches Vergelt’s Gott noch mal, Brazzo!) ums
       schwindende Festgeldkonto besorgte Aufsichtsrat (also Uli Hoeneß) und der
       nach gewaltigen Vorschusslorbeeren längst mit beiden Füßen im Feuer
       stehenden Sportdirektor (Max Eberl) mal wieder herzlich uneinig sind. Aber
       das kennt man ja vom FC Bayern.
       
       Die Frequenz von Radio Müller wird deswegen aber sicher nicht abgeschaltet,
       es wird halt nur anderweitig gesendet, wohl nicht mehr auf dem Spielfeld.
       Da war der Klassenkasper der Liga lange genug unterwegs, 496
       Bundesligaspiele und 150 Tore lang seit 2008. In dieser Saison gelangen ihm
       erst ein Tor und drei Vorlagen; im Champions-League-K.o-Spiel gegen Glasgow
       stand er insgesamt vier Minuten auf dem Platz – time to say goodbye.
       
       Vorbei die Zeiten von Louis van Gaal („Müller spielt immer“), was sich
       schon unter Thomas Tuchel angedeutet hatte: „Das ist kein
       Thomas-Müller-Spiel.“ [2][Vincent Kompany] lässt da eher die normative
       Kraft des Faktischen spüren – und stellt ihn kaum noch auf. Im September
       wird Müller 36 – ein Alter, in dem nur sehr wenige Stürmer noch
       international satisfaktionsfähig sind.
       
       ## Als nächstes Bayern-Präsident?
       
       Was also tun? Zu einem anderen Klub wechseln? Schwer vorstellbar. In der
       nun 31 Jahre währenden Fußball-Vita des Thomas Müller stehen exakt zwei
       Vereine: der FC Bayern und der TSV Pähl, wo sein Bruder ab und an noch in
       der Kreisliga aushilft. Aber Radio Müller in der Kreisliga? Das tun sich
       die Hobby-Kicker nicht an. Andere Klubs? In die US-Operetten-Liga von
       [3][Messi], [4][Beckham] und Konsorten? Och nö, du. Was sonst? Golf? Da
       muss man ja die Klappe halten beim Spielen. Pferde züchten mit Ehefrau
       Lisa? Mitbesitzer des [5][Schimmelwallachs Checker 47], der unlängst
       Olympia-Gold in Paris gewann, ist er schon. Aber ob das abendfüllend ist?
       Schauspielerei vielleicht. Mit der Gemahlin hat Müller 2017 mal bei „Hubert
       und Staller“ mitgespielt, Folge 14, Staffel 6. Nicht in Erinnerung
       geblieben? Hm.
       
       Dann halt doch Bayern-Präsident. Fordert die Südkurve eh schon lange. 73
       Jahre ist [6][Uli Hoeneß] mittlerweile alt – da könnte man ja mal
       allmählich über frischeres Blut nachdenken, oder? Klar, Präsident ist ein
       Anderer, der, äh, Dings. Aber egal, Uli ist der Boss, völlig klar. Doch die
       Suche nach dem Nachfolger will irgendwie nicht so recht klappen. Christian
       Nerlinger hatte er sich mal rausgeguckt – die Älteren erinnern sich. Ging
       grandios in die Hose.
       
       Dann galt Musterschüler Philipp Lahm mal als völlig logischer Nachfolger an
       der Vereinsspitze, was dann aber auch so was von überhaupt nicht hinhauen
       wollte. Bis dann endlich die ultimative Doppelspitze Oliver Kahn/Hasan
       Salihamidžić das Ruder ins kalte Händchen nahm – noch heute lacht sich die
       Welt kaputt über den unfassbaren Dilettantenstadl, den dieses Duo infernale
       im Handumdrehen angerichtet hatte.
       
       Und jetzt der Müller, Thomas? Man weiß es nicht. Man weiß ja noch nicht
       mal, ob man ihm zu- oder abraten sollte.
       
       1 Apr 2025
       
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