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       # taz.de -- Viertelfinale in der Eishockey Liga: Fischtown Pinguins sehen kein Land
       
       > Bremerhaven hat im Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga die ersten
       > drei Partien gegen Köln verloren. Bei einer weiteren Niederlage wäre
       > Schluss.
       
   IMG Bild: Kämpferisch im „Kutterfisch“-Sakko: Bremerhavens Trainer Alexander Sulzer beim ersten Spiel gegen Köln am 16. März 2025
       
       Was soll ein Eishockeytrainer sagen, der in den Playoffs drei Niederlagen
       nacheinander erlitten hat? [1][Alexander Sulzer], Coach der Fischtown
       Pinguins aus Bremerhaven, entschied sich am Freitag für eine
       trotzig-kämpferische Variante, nachdem seine Mannschaft in der Overtime mit
       2:3 gegen die Kölner Haie verloren hatte. „Wir werden genau so
       weitermachen, wie wir hier aufgehört haben. Dann werden wir ein Spiel nach
       dem anderen gewinnen“, sagte der 40-Jährige. Denn er war der Ansicht, dass
       seine Profis Spiel drei der Viertelfinal-Serie gegen Köln trotz der finalen
       Pleite weitgehend „im Griff“ gehabt hätten.
       
       Ganz falsch lag er damit nicht. Bremerhaven, Playoff-Finalist des
       Vorjahres, war zumindest auf Augenhöhe mit dem Kölner EC, glich im
       Schlussdrittel einen 0:2-Rückstand aus und setzte die Haie unter Druck.
       Doch in der Verlängerung flutschte nach 68 Sekunden ein Schuss des
       19-jährigen Haie-Stürmers Marco Münzenberger durch die Schoner von
       Bremerhavens Goalie Kristers Gudļevskis. „Sudden Death“ – das Spiel war
       aus.
       
       Bremerhaven, das Köln zuvor mit 0:5 und 2:5 unterlegen war, liegt in der
       „Best of 7“-Serie der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nun mit 0:3 zurück.
       Die Haie können damit am Montag in der vierten Viertelfinalpartie in Köln
       bereits den Einzug ins Halbfinale perfekt machen.
       
       „Natürlich ist das Ende denkbar unglücklich, gar keine Frage“, meinte
       Bremerhavens Sportmanager Sebastian Furchner. „Die Jungs tun mir unendlich
       leid. Aber die Leidenschaft, die wir hereingelegt haben, um in die Serie
       zurückzukommen, macht mich stolz.“
       
       Das Siegtor der Kölner in der Verlängerung war bezeichnend für den
       bisherigen Verlauf dieser Serie, in der die Bremerhavener zwar nicht
       schlecht spielen, aber stets einen kleinen Tick schwächer und unglücklicher
       auftreten als der Gegner – der unter der Leitung des erfahrenen Finnen Kari
       Jalonen (65) pünktlich zu den Playoffs seine Bestform erreicht hat. Im
       Gegensatz zu den Fischtown Pinguins.
       
       Ein Blick auf die Torhüterposition verdeutlicht den Unterschied. Der
       32-jährige Lette Gudļevskis war in der Hauptrunde der beste Keeper, wurde
       zum zweiten Mal nacheinander als DEL-Torhüter des Jahres ausgezeichnet. In
       den Playoffs spielt er nun zwar nicht auffällig schwach, aber doch weniger
       konstant als sein Kölner Gegenüber Július Hudácek. Der 36-jährige Slowake
       hingegen hatte im Januar und Februar noch durchwachsene Phasen, zeigt sich
       nun aber in glänzender Playoff-Verfassung – mit einem Gegentorschnitt von
       1,32.
       
       Auch im Vergleich der Topsturmreihen liegen die Pinguins zurück. Die
       Bremerhavener Slowenen Jan Urbas, Žiga Jeglič und Miha Verlič kommen nach
       drei Spielen zusammen lediglich auf drei Scorerpunkte. Dagegen stehen die
       Kölner Alexandre Grenier, Gregor MacLeod und Justin Schütz bereits bei neun
       Punkten. Man kann die Statistiken weiter durchgehen: Ob Powerplay oder
       Unterzahl – in nahezu allen Bereichen sind die Werte des KEC ein Stück
       besser als die der Pinguins.
       
       Die Serie ist für Bremerhaven selbstverständlich nicht verloren – auch wenn
       in der DEL noch kein Team eine Serie nach einem 0:3 gedreht hat. Es gab
       aber spektakuläre Comebacks. Zum Beispiel 2019, als die Haie im
       Viertelfinale gegen Ingolstadt mit 1:3 im Rückstand lagen – und mit 4:3
       Siegen ins Halbfinale einzogen.
       
       Der 38-jährige Kölner Kapitän Moritz Müller war damals schon dabei:
       „Bremerhaven wird nach Köln kommen und nur an das eine Spiel denken, um die
       Saison zu verlängern“, erklärte er – und fügte hinzu: „Wir sollten es
       genauso angehen. Nicht weiterdenken, nicht ans Halbfinale, sondern nur an
       dieses eine Spiel.“ Sollte Bremerhaven der erste Erfolg in diesem
       Viertelfinale gelingen, käme es am Mittwoch zu einer weiteren Begegnung in
       [2][Bremerhaven].
       
       24 Mar 2025
       
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