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       # taz.de -- Nach historischer SPD-Wahlniederlage: Linke Volkspartei sucht Mehrheit
       
       > Die SPD will sich neu aufstellen und Lehren aus dem historisch schlechten
       > Bundestagswahlergebnis ziehen. Der Parteitag wird auf den Sommer
       > vorgezogen.
       
   IMG Bild: Klingbeil und Esken vor einer Präsidiumssitzung nach der Wahlniederlage
       
       Berlin taz | Die Klatsche war kräftig. Nur noch [1][16,4 Prozent der
       Wähler:innen stimmten am 23. Februar für die SPD]. Was die altehrwürdige
       Arbeiterpartei besonders schmerzte: Nur 12 Prozent der Arbeiter:innen
       wählten sozialdemokratisch, und bei den Erstwähler:innen landete die
       Partei mit 11 Prozent auf Platz 4. Aus diesem Debakel will die Partei
       Lehren ziehen und sich neu aufstellen. Denn: „Nur wenn wir die richtigen
       Schlüsse ziehen, werden wir als Volkspartei der linken Mitte wieder
       mehrheitsfähig“, wie es in einem Beschluss des Parteivorstands vom Montag
       heißt.
       
       Der eigentlich für Dezember geplante Parteitag soll daher vorgezogen werden
       und möglichst noch vor der Sommerpause stattfinden. Dort soll nicht nur das
       Wahltrauma diskutiert, sondern auch eine programmatische und
       organisatorische Neuaufstellung für 2029 eingeleitet werden. Die
       Parteispitze und der gesamte Parteivorstand werden neu gewählt. Erwartet
       wird eine teilweise oder gar komplette Ablösung des bisherigen Führungsduos
       Saskia Esken und Lars Klingbeil.
       
       Klingbeil hatte das SPD-Ergebnis am Wahlabend als Zäsur bezeichnet und
       angekündigt, die Partei müsse sich künftig jünger aufstellen. Sowohl er als
       auch Saskia Esken wollten aber vorläufig im Amt bleiben.
       
       Die Partei will nun eine Grundsatzdiskussion anstoßen, die im Sommer 2027
       in ein neues Programm münden soll. Dazu will sie neben Mitgliedern auch
       Bürger:innen, Wissenschaftler:innen und Expert:innen einladen.
       Diese sollen Fragen diskutieren wie: „Was heißt Partei der Arbeit heute?“,
       „Wie sichern wir die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen?“, oder: „Wie
       stärken wir gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein neues Wir in einer
       vielfältigen Gesellschaft, die stets von Zuwanderung profitiert hat und
       auch künftig auf Zuwanderung angewiesen ist?“
       
       ## Wozu noch SPD?
       
       Forderungen nach einer [2][programmatischen Erneuerung waren zuvor schon
       von jüngeren Mitgliedern gekommen]. Sie erklärten in einem offenen Brief,
       die Niederlage sei alles andere als überraschend gekommen. Es falle ihnen
       schwer, „zu erklären, wofür die SPD eigentlich noch im Kern steht und
       kämpft.“
       
       Daneben will sich die Partei auch organisatorisch neu aufstellen. Eine
       besondere Herausforderung ist der Erhalt der Strukturen in Ostdeutschland,
       wo nur noch 10 Prozent der Wähler:innen die SPD wählten und die Partei
       fast sämtliche Direktmandate verloren hat. Einzige Ausnahme: das von
       Noch-Bundeskanzler Olaf Scholz in Potsdam und im Berliner Speckgürtel.
       
       Laut Partei hatte die SPD zum 31. Dezember 2024 insgesamt 357.117
       Mitglieder, der Frauenanteil beträgt 34 Prozent. In den ersten Wochen des
       Jahres 2025 seien über 6.000 Menschen digital in die Partei eingetreten.
       Das ist zwar nichts im Vergleich zu den [3][Mitgliederrekorden der
       Linkspartei] aber immerhin ein kleiner Lichtblick.
       
       4 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Wahlniederlage-von-Olaf-Scholz/!6070933
   DIR [2] https://linktr.ee/spd2029
   DIR [3] /Die-Neuen-in-der-Linkspartei/!6066872
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Anna Lehmann
       
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