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       # taz.de -- Champions League der Frauen: Große Ziele, kleine Heimat
       
       > Der FC Bayern möchte in der Champions League endlich mal wieder
       > überzeugen. Am Dienstag kommt Lyon ins winzige Heimstadion am Campus.
       
   IMG Bild: Angrifflslustig: Pernille Harder und Klara Bühl im Bundesligaspiel des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg
       
       München taz | Alexander Straus wirkte glücklich und gelöst am Freitagabend.
       Der Norweger lachte und schüttelte Hände, wenig später fasste der Trainer
       der Frauen des FC Bayern München im Presseraum des Stadions auf dem
       Bayern-Campus die Entwicklung seiner Mannschaft zusammen. „Ich bin sehr,
       sehr stolz auf die Spielerinnen und das ganze Team. Dabei geht es nicht nur
       um Ergebnisse, sondern auch darum, wo wir im Vergleich zu vor zwei, drei
       Jahren stehen. Wir wachsen“, erklärte Straus [1][nach dem 3:1-Sieg gegen
       den VfL Wolfsburg].
       
       Die Nummer eins im deutschen Frauenfußball zu werden war das primäre Ziel,
       mit dem Straus im Juli 2022 den Job in München antrat. Und in diese Rolle
       scheint seine Mannschaft nun hineingewachsen zu sein.
       
       Die dritte Meisterschaft in Serie haben die Bayern-Frauen nach dem Sieg
       gegen Wolfsburg fest im Blick, vor dem Halbfinale gegen Hoffenheim am
       Samstag (14 Uhr) sind sie die Favoritinnen auf den Gewinn des DFB-Pokals.
       Auch abseits des Platzes wurden zuletzt eindeutige Zeichen an die
       Konkurrenz gesendet. Während in Wolfsburg eine Top-Spielerin nach der
       anderen von Bord geht, verlängerte der FC Bayern vor dem Spitzenspiel den
       Vertrag mit der heftig vom FC Barcelona umworbenen Klara Bühl. Auch die
       erst 18-jährige Nationalspielerin Alara Şehitler wurde für die nächsten
       Jahre gebunden.
       
       [2][Während national also alles rund läuft], verliefen die letzten beiden
       Spielzeiten in der Champions League nicht nach den Vorstellungen des FC
       Bayern. Besonders das Aus in der Gruppenphase in der vergangenen Saison tat
       weh. Unter Straus’ Vorgängern Thomas Wörle und Jens Scheuer stießen die
       Münchnerinnen bis ins Halbfinale der Königinnenklasse vor, dort wollen die
       Bayern-Frauen wieder hin. Idealerweise soll in absehbarer Zeit auch
       erstmals das Endspiel erreicht werden.
       
       Die Viertelfinal-Duelle gegen Olympique Lyon, die mit dem Hinspiel in
       München am Dienstag (21 Uhr) beginnen, werden somit zur internationalen
       Reifeprüfung und zu einem weiteren Gradmesser für die Entwicklung der
       Bayern-Frauen. „Da kommt eine der besten Mannschaften der Welt auf uns zu.
       Wir lieben diese Spiele“, erklärte Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil.
       
       ## Französisches Starensemble
       
       Lyon hat in der Gruppenphase der Champions League alle Spiele mit einem
       Torverhältnis von 19:1 gewonnen, in der heimischen Première Ligue steht die
       Mannschaft des australischen Trainers Joe Montemurro ebenfalls souverän an
       der Spitze. [3][Am Freitag wurde Stade Reims mit 8:1 vom Platz gefegt], OL
       reist in starker Form nach München. Vor allem das sprintstarke
       Offensiv-Trio Kadidiatou Diani, Tabitha Chawinga und Melchie Dumornay
       müssen die Bayern-Frauen in den Griff bekommen.
       
       Bei den Münchnerinnen ruhen die Hoffnungen auf Pernille Harder, die zuletzt
       aus dem starken Kollektiv herausragte. Die dänische Torjägerin nähert sich
       aktuell der Form an, die sie in ihren Wolfsburger Zeiten zweimal zu Europas
       Fußballerin des Jahres werden ließ.
       
       Geschmälert wird die Vorfreude auf das Spiel allerdings bei den Fans der
       Bayern-Frauen durch die Entscheidung, die Partie im kleinen Campus-Stadion
       auszutragen, das nur 2.500 Menschen Platz bietet. Ein Umzug in die riesige
       Allianz Arena scheint kein Thema mehr zu sein, im Hintergrund wird an
       anderen Lösungen gearbeitet, um auch in der Stadionfrage mit der
       Entwicklung der Mannschaft standhalten zu können.
       
       Denkbar scheint, dass ab der kommenden Saison in der Bundesliga weiter am
       Campus gespielt wird und Champions-League-Spiele beispielsweise in
       Unterhaching ausgetragen werden könnten. Allerdings erfüllt der dortige
       Sportpark aktuell offenbar noch nicht die Ansprüche der Uefa.
       
       „Klar ist, dass wir in der Zukunft eine Möglichkeit brauchen. Aber der
       Campus ist unsere Heimat. Hier fühlen wir uns wohl, deshalb haben wir uns
       entschieden, für die nächsten Spiele hierzubleiben“, erklärte Bianca Rech,
       die Direktorin der Bayern-Frauen. Untermauert wird diese Entscheidung von
       der Statistik. Seit einem 1:2 gegen Paris Saint-Germain im März 2022 sind
       die Bayern-Frauen in der Champions League zu Hause ungeschlagen.
       Ausgetragen wurde die Partie damals vor 13.000 Zuschauer*innen in der
       Allianz Arena.
       
       18 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Christian Stüwe
       
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