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       # taz.de -- Fonds Sexueller Missbrauch: Kein Thema für Lisa Paus
       
       > Der Fonds Sexueller Missbrauch steht vor dem Aus. Dabei war lange
       > bekannt, dass die Hilfseinrichtung ein großes finanzielles Loch hat.
       
   IMG Bild: Protestieren gegen das Ende des Fonds Sexueller Missbrauch: Matthias Katsch, Kerstin Claus, Tamara Luding
       
       Der Vorteil des Fonds Sexueller Missbrauch (FSM) ist seine
       Niedrigschwelligkeit: Menschen, die als Kinder und Jugendliche sexuelle
       Gewalt erlebt haben, können Geld für Therapien, medizinische Hilfsmittel,
       Beratungen, durch Traumata verpasste Ausbildungen beantragen, ohne dass sie
       dafür gesundheitliche Atteste vorlegen müssen. Das fällt demnächst weg,
       [1][der Fonds steht vor dem Aus.] So können Betroffene nur noch bis August
       dieses Jahres einen Antrag auf Hilfsgelder einreichen, die der Fonds bis
       Ende 2028 auszahlt.
       
       Nun kommt diese Nachricht nicht überraschend. [2][Seit Jahren ist bekannt,
       dass der Fonds eine millionenschwere Finanzierungslücke hat, der
       Bundesrechnungshof forderte bereits im vergangenen Frühjahr seine rasche
       Abwicklung]. Damals schon hatten die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus
       und die Opferverbände darauf hingewiesen, dass mit dem Aus des Fonds nicht
       nur den Betroffenen großer Schaden zugefügt würde, sondern der Staat seine
       Pflicht zur Fürsorge vernachlässigte. Die grüne Noch-Familienministerin
       Lisa Paus indes hatte versichert, dass eine „Einstellung des FSM nicht
       vereinbart worden“ sei – um jetzt doch sein Ende bekannt zu geben.
       
       Ja, so einfach kann man es sich machen, wenn man aus der
       Regierungsverantwortung auf die Oppositionsseite wechselt. Wenn der
       Familienministerin das so große wie schwierige Thema sexuelle Gewalt
       tatsächlich wichtig gewesen wäre, hätte sie viel Zeit gehabt, sich um eine
       Anschlussfinanzierung des Fonds zu kümmern. Es ist – [3][neben der
       Kindergrundsicherung] – eine weitere folgenreiche Pleite, die Paus in ihrer
       Amtszeit verursacht hat. Von der Ministerin dürfte vor allem eines bleiben:
       die berühmte Differenz zwischen verbaler Aufgeschlossenheit und anhaltender
       Verhaltensstarre.
       
       Zu guter Letzt sickerte am Sonntag durch, dass die Grüne auf den letzten
       Metern ihrer Amtszeit für zwei Vertraute attraktive Stellen schaffen ließ.
       So kann man staatliche Fürsorge auch interpretieren.
       
       16 Mar 2025
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Simone Schmollack
       
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