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       # taz.de -- Wie CDU-Klimapolitik aussehen könnte: Marktwirtschaft und Kosteneffizienz
       
       > Die CDU-nahe Klimaunion hat ein Aktionsprogramm für die nächste
       > Bundesregierung vorgelegt. Kritikern fehlt eine solide Finanzierung
       > der Vorhaben.
       
   IMG Bild: Einen Kaufbonus für E-Autos lehnt die Klimaunion ab. Sie will, dass mehr Dienstwagen elektrisch fahren
       
       Berlin taz | Die Klimaunion fordert von der nächsten Bundesregierung eine
       Verschärfung des Klimaschutzgesetzes. Das ist Teil des Aktionsprogramms des
       Vereins, in der Klimapolitiker*innen der Unionsparteien organisiert
       sind. Demnach sollten die von der Ampelregierung abgeschafften Sektorziele,
       zum Beispiel für Energie oder Verkehr, wieder eingeführt werden.
       
       „Wir fordern eine [1][andere Klimapolitik als die der Ampel]“, sagt
       Berthold Schilling, Geschäftsführer der Klimaunion. Klimaschutz solle
       marktwirtschaftlicher und kosteneffizienter gestaltet werden. Zum Beispiel
       sollen beim Ausbau des Stromnetzes keine teuren unterirdischen Kabel mehr
       verwendet werden.
       
       Außerdem sollen Absicherungspflichten für Dunkelflauten am Strommarkt
       verkauft werden können. Private Anbieter würden sich so verpflichten, Strom
       einzuspeisen, wenn Wind- und Solarkraftwerke nicht ausreichend Energie
       liefern. Sie könnten aber selbst entscheiden, ob sie dafür Gaskraftwerke
       oder klimafreundliche Stromspeicher nutzen. Dadurch, hofft die Klimaunion,
       würden weniger staatlich verordnete fossile Überkapazitäten errichtet.
       
       2027 [2][werden der Gebäude- und der Verkehrssektor in den europäischen
       CO₂-Handel integriert]. Heizgaspreise könnten dann um ein Drittel steigen,
       der Preis von Benzin um 38 Cent pro Liter. Die Union hat in ihrem
       Wahlprogramm vor allem auf eine Senkung der Stromsteuer gesetzt, um eine
       finanzielle Überforderung der Ärmeren zu verhindern.
       
       ## Mehr Geld für ländliche Regionen
       
       Das sei aber kein sozialer Ausgleich, sagt Klimaunion-Geschäftsführer
       Schilling. „Eine Senkung der Stromkosten ist eine wirtschaftspolitische
       Maßnahme für die Unternehmen. Privathaushalten hilft sie nur, wenn sie zum
       Beispiel schon ein E-Auto haben.“
       
       Nötig sei eine Förderung für den Umstieg auf nichtfossile Mobilität und
       Heizungen. „Bis 2030 kann das aber das beste Förderprogramm nicht
       schaffen“, sagt Schilling. Ergänzend sei ein Klimageld nach
       österreichischem Vorbild erforderlich. Dort erhalten Haushalte in der Stadt
       monatlich einen niedrigeren Betrag als jene auf dem Land, weil der ÖPNV in
       der Stadt besser ausgebaut und eine Alternative zum teuren, fossilen
       Autofahren ist.
       
       Niklas Illenseer, Ökonom bei der sozialökologischen Denkfabrik Dezernat
       Zukunft, hält den ländlichen Fokus des österreichischen Modells für zu kurz
       gegriffen, obwohl Haushalte in ländlichen Regionen tatsächlich stärker
       belastet seien. „Soziale Härten treten maßgeblich auch im Wärmesektor auf“,
       sagt er.
       
       Grundsätzlich eigne sich das Klimageld vor allem dazu, kurzfristig
       Belastungsspitzen zu glätten. Langfristig schütze man Haushalte vor allem,
       indem man sie jetzt beim Umstieg auf nichtfossiles Heizen und Mobilität
       unterstützt.
       
       ## Finanzierung bleibt offen
       
       Wie eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung für Ausbau, Erhalt und
       Betrieb der Energie- und Verkehrsinfrastruktur gesichert werden soll,
       bleibe im Programm der Klimaunion offen, kritisiert Vera Huwe, ebenfalls
       Ökonomin beim Dezernat Zukunft.
       
       Die Klimaunion fordert außerdem, institutionelle Anleger an der
       Finanzierung von Klimaschutz zu beteiligen. Das treibe aber die Kosten nach
       oben, sagt Huwe, weil sie anders als der Staat Rendite erwirtschaften
       müssen und höhere Finanzierungskosten haben.
       
       Klimaschutz werde in den Parteispitze von CDU und CSU nicht generell
       abgelehnt, sagt Klimaunion-Geschäftsführer Schilling. „Viele stecken gar
       nicht so sehr im Thema drin.“ Daher [3][müsse die Klimaunion aufklären].
       „Wir werden mit dem Aktionsprogramm eine Offensive starten“, sagt
       Schilling.
       
       12 Mar 2025
       
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