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       # taz.de -- Die Linke braucht mehr Basis: Alltagskämpfe in den Vordergrund
       
       > Linke Ideen und deutsche Lebensrealitäten klaffen noch immer auseinander.
       > Auf die guten Wahlergebnisse muss die Partei jetzt mit Basisarbeit
       > aufbauen.
       
   IMG Bild: Lebensrealität: Ohne die ‚Tafel‘ kommen viele Menschen nicht über die Runden
       
       „Operation Silberlocke“ und ein intensiver Haustürwahlkampf – bei der
       Bundestagswahl hat die Linke ihre Stimmen verdoppelt. Auch die
       Neuaufstellung der Partei, die Klassenfrage wieder stärker in den
       Mittelpunkt zu rücken, scheint ein [1][Hauptgrund für den Erfolg] zu sein:
       Mietwucher-Check, Reichensteuer und Plakate, auf denen steht „Ist der
       Einkauf zu teuer, macht ein Konzern Kasse“.
       
       Obwohl ich diesen Kurswechsel begrüße, erreicht die Linke noch nicht
       diejenigen, die am meisten unter sozialer Ungleichheit leiden. Die Zahlen
       zeigen eine klare Tendenz: Während 10 Prozent der Wähler*innen mit
       Hochschulabschluss die Linke wählten, waren es bei
       Hauptschulabsolvent*innen nur 5 Prozent. Auch jeweils 8 Prozent der
       Arbeiter*innen und der Personen mit mittlerer Reife haben ihr bei der
       letzten Wahl ihre Stimme gegeben.
       
       Wer sich politisch organisiert, tut dies meist aus Überzeugung oder aus
       Notwendigkeit. Ein Blick in andere Länder, etwa auf die [2][argentinische
       FOL], zeigt, dass sich aus einer Organisierung, die sich auf Alltagskämpfe
       fokussiert, eine klare Überzeugung entwickeln kann. Sie definiert sich als
       antifaschistisch und antipatriarchal, der Großteil ihrer Praxis besteht
       jedoch darin, Alltagskämpfe für ihre Mitglieder zu führen: Wohnungen und
       Essen organisieren zum Beispiel.
       
       Dort, wo es um Notwendigkeiten geht, muss die Linke präsent bleiben. Die
       Kluft zwischen linker Theorie und der Lebensrealität vieler Menschen bleibt
       groß. Klassenpolitik in akademischen Kursen zu thematisieren, reicht nicht
       – sie muss praktisch und langfristig erfahrbar werden. Linke müssen aktiv
       in Jugendzentren, Vereinen, Tafeln und Gewerkschaften sein, mit Menschen
       über ihre Probleme reden und gemeinsam daran arbeiten.
       
       [3][Selbstermächtigung und die Verbesserungen der Bedingungen] sind die
       ersten Erfolgsergebnisse, durch die sich aus Notwendigkeiten linke
       Überzeugungen aufbauen können. Die Erfahrung von Verbesserungen fördert
       nicht nur die Lebensqualität, sie hilft auch, Überzeugungen massenfähiger
       zu machen.
       
       11 Mar 2025
       
       ## LINKS
       
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   DIR Jona Rausch
       
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